Straßennamen sollen künftig an Anti-Apartheidskämpfer erinnern
Johannesburg - Der südafrikanische Regierungssitz
Pretoria soll bis Ende 2012 endgültig in Tshwane umbenannt werden.
Bis dahin sollten auch die großen Verkehrsadern der Stadt die Namen
von Anti-Apartheidskämpfern tragen, sagte Bürgermeister Kgosientso
Ramokgopa der Zeitung "Pretoria News" vom Dienstag.
Der Beschluss, Pretoria umzubenennen, war bereits 2005 gefasst
worden, bisher heißen aber nur die Vororte so. Die Regierungspartei
ANC will den Namen schon länger tilgen, weil er an den Buren Andries
Pretorius erinnert, der 1838 mit seiner Armee zehntausende
Zulu-Kämpfer tötete. Die Bedeutung des neuen Namen ist unbekannt, er
soll sich auf eine traditionelle geographische Bezeichnung der Region
der einheimischen Stämme oder einen historischen Stammesführer
beziehen.
Lediglich eine der großen Verkehrsadern Pretorias ist nach einer
Persönlichkeit des "neuen" Südafrika benannt, nach dem früheren
Staatschef Nelson Mandela. Bürgermeister Ramokgopa bedauerte
allerdings, dass diese Straße sehr kurz sei. Mandela verbrachte wegen
seines Kampfes gegen das südafrikanische Apartheid-Regime 27 Jahre in
Haft und wurde weltweit zum Mythos.
Nach seiner Freilassung 1990 ermöglichte er mit seiner Politik der
Versöhnung einen friedlichen Systemwechsel. 1993 erhielt er zusammen
mit dem damaligen Staatschef Frederik de Klerk den
Friedensnobelpreis. Ein Jahr später wurde Mandela zum ersten
schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. (APA)