Flughafen Wien: Nach Gewinnwarnung schwaches Ergebnis gesehen

22. November 2011, 17:23
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Wien - Für die am Donnerstag anstehenden Neun-Monats-Zahlen 2011 des Flughafen Wien erwarten Analysten heimischer Bankhäuser nach der Gewinnwarnung der vergangenen Woche ein schwaches Ergebnis. Aufgrund von Wertberichtigungen für den Terminalbau Skylink sowie eine Abschreibung auf die Beteiligung am Flughafen Kosice und Rückstellungen für Altersteilzeit von Airport-Mitarbeitern muss das Unternehmen in der Bilanz des dritten Quartals Einmaleffekte in Höhe von insgesamt 74 Mio. Euro abschreiben. Für das dritte Quartal dürfte daher ein Nettoverlust von etwa 23 Mio. Euro anfallen, schreiben die Wertpapierspezialisten der Erste Group.

Im Schnitt erwarten die Experten der Erste Group sowie der Raiffeisen Centrobank (RCB) daher für die ersten drei Quartale 2011 nun lediglich einen Nettogewinn von 20,1 Mio. Euro nach 72,2 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Vor der Gewinnwarnung hatten die Analysten der RCB noch mit einem "net profit" von 75,8 Mio. Euro gerechnet. Auch für das operative Ergebnis (Ebit) wird mit durchschnittlich 57,4 Mio. Euro ein deutlich schwächeres Ergebnis als noch im Vorjahr (95,2 Mio. Euro) gesehen.

Beim Umsatz sowie beim Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) wird jedoch ein kleines Plus zum Vorjahreszeitraum erwartet. So prognostizieren die Analysten im Schnitt ein Umsatzplus von gut zehn Prozent auf 438,3 Mio. Euro sowie einen Zuwachs des Ebitda um sieben Prozent auf 154,8 Mio. Euro.

Abgesehen von der Gewinnwarnung und dem Versuch des Flughafen-Vorstands Günther Ofner, mit dieser "den Tisch hier rein zu machen", erwarten die Analysten der Erste Group jedoch keine bewegenden Neuigkeiten bei der Zahlenpräsentation am kommenden Donnerstag. Allerdings hoffen sie auf einen Ausblick des Managements auf die weitere Dividendenpolitik des Unternehmens.

In einer ersten Reaktion auf die Gewinnwarnung haben die Erste Group-Experten ihr Kursziel für die Titel des Airport-Betreibers von 32 auf 30 Euro reduziert. Die Verkaufsempfehlung wurde beibehalten. Die Wertpapierspezialisten der RCB haben hingegen am vergangenen Freitag ihr Anlagevotum "Hold" auf "Reduce" gekappt und das korrespondierende Kursziel von 36 auf 28 Euro nach unten revidiert. (APA)

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