US-Geldmarktfonds drehen Hahn für Europa weiter zu

22. November 2011, 16:29
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Frankfurt/New York - Europas Banken können sich bei ihrer Refinanzierung auf einen Baustein immer weniger verlassen: US-Geldmarktfonds. Diese ziehen mehr und mehr Mittel aus den Instituten diesseits des Atlantiks ab, um nicht selbst in den Strudel der Euro-Schuldenkrise zu geraten, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Ratingagentur Fitch zeigt. Demnach reduzierten die zehn größten US-Geldmarktfonds ihr Engagement im Oktober im Vergleich zum Vormonat auf Dollar-Basis um weitere neun Prozent.

Von den insgesamt verwalteten 642 Mrd. Dollar (474 Mrd. Euro) waren zuletzt nur noch knapp 35 Prozent in europäischen Geldhäusern investiert - so wenig wie noch nie, seit Fitch die Zahlen misst. Seit Mai bauten die Fonds ihre Europa-Bestände sogar um 42 Prozent ab.

US-Geldmarktfonds investieren Investorengelder in sichere, kurzfristige Anlagen. Das können US-Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit sein. Die Fonds stellen aber auch europäischen Banken Liquidität zur Refinanzierung des US-Geschäfts zur Verfügung. Doch zuletzt stieg das Misstrauen der Investoren vor allem gegenüber solchen Banken, die besonders stark in den Euro-Schuldenländern engagiert sind. Gerade von diesen Häusern zogen die US-Fonds Gelder ab oder kürzten die Fälligkeiten deutlich. Marktspekulationen, dass dies in erster Linie die französischen Banken trifft, hatten die Aktien von BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole im Sommer stark unter Druck gesetzt. (APA/Reuters)

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