Bericht

WebStandard-Ausflug: Mit LeserInnen im Microsoft-Büro

25. November 2011, 14:23

Auf 5.000 Quadratmetern zeigt und lebt Microsoft "das neue Arbeiten" - das Büro ist Arbeitsumfeld und Showcase zugleich

Anfang Oktober hat Microsoft sein neu gestaltetes Büro in Wien vorgestellt, wo das Unternehmen "das neue Arbeiten" nicht nur propagiert, sondern auch selbst lebt. Und weil man auch nach Außen tragen will, wie der Arbeitsalltag bei Microsoft (und mit Microsoft-Produkten) funktioniert, werden für Interessierte eigene Touren durch das Büro veranstaltet. Zu einer Tour konnte der WebStandard sechs LeserInnen mitnehmen. 

5.000 Quadratmeter

Das 5.000 Quadratmeter große Büro wurde um 3,5 Millionen Euro umgebaut. Die Flächen sind in verschiedene Bereiche und Arbeitsräume eingeteilt, die die rund 300 Mitarbeiter je nach Tätigkeit aussuchen können. Klassische Arbeitsplätze, auf denen sich geschäftliche Unterlagen mit privaten Habseligkeiten mischen, gibt es für Mitarbeiter, die häufig untwegs sind, keine. Stattdessen wird auf "shared desks" gearbeitet - wer den Arbeitsplatz länger als zwei Stunden verlässt, muss ihn komplett abräumen. Das sei der Vorschlag der Mitarbeiter selbst gewesen, erklärt Alexandra Moser, Leiterin der Business-Gruppe "Information Worker". Für private Dinge gibt es versperrbare Kästchen - Schulspinds nicht unähnlich.

Meeting im "Bazar"

Der etwas unpersönlichen Atmosphäre der "shared desks" stehen Besprechungszimmer gegenüber, die klingende Namen wie "Garden" oder "Bazar" tragen und thematisch passend dekoriert und eingerichtet sind (Wasserpeifen wurden im "Bazar" nicht gesichtet, dafür eine mit orientlisch anmutendem Stoff bezogene Couch - immerhin soll gearbeitet werden.) Zum Telefonieren stehen Mini-Räume mit einzelnen Arbeitsplätzen zur Verfügung, für Meetings große Zimmer mit Konferenzssystemen. Dazwischen begrünte Wände, Teppiche mit psychodelischen Mustern und Möbel in 60ies Stil. Das Ambiente beeindruckt auf den ersten Blick, wie auch die WebStandard-LeserInnen anmerken, "ein bisschen ist es aber wie in einem Möbelhaus." 

Einsparungen

Durch den Umbau des Büros erhofft sich Microsoft unter anderem die Kreativität der Mitarbeiter um sechs Prozent steigern zu können. Als Maßeinheit für Kreativität gilt dabei, was die Mitarbeiter selbst in Befragungen angeben. Generell wurden die Mitarbeiter vor dem Umbau befragt und gemeinsame Meetings abgehalten, was sie sich für das neue Büro wünschen. Das Unternehmen erwartet sich auch eine Produktivitätssteigerung, Ersparnis bei Telefon- und Betriebskosten und eine Abnahme von CO2-Emissionen - Mitarbeiter können per Webcam an Meetings teilnehmen und müssen nicht immer ins Büro fahren. Dass es anders kommen könnte und sich die Mitarbeiter wieder in ein "klassisches" Office zurücksehnen, glaubt man nicht. Einen Plan B zur "Rückführung" gibt es nicht.

Rutsche und Wuzler

Ein wichtiges Schlagwort, das Microsoft gerne verwendet, ist die Work-Life-Balance. Passend dazu sind auch die Cafeterie im Erdgeschoss, in der auch Gäste (der Mitarbeiter) willkommen sind und ein kleines Fitnessstudio. Mit Spielereien wie Sitzsäcken, einem Wuzler und einer Rutsche soll das Büro spielerischer werden. Die Rutsche wird sogar als Zeitersparnis verbucht, denn der Weg über die Treppe dauert deutlich länger. Das liegt auch daran, dass es sich um eine "Erwachsenenrutsche" mit hohem Tempo handelt, wie WebStandard und LeserInnen am eigenen Leib erfahren durften. Dass sowas gut ankommt - bei Mitarbeitern wie Besuchern - hat man zuvor schon bei Google entdeckt. "Innovativ ist Microsoft hier nicht", hält eine Besucherin kritisch fest.

Ein Büro als Showcase

Wer Hektik und geschäftiges Treiben im Microsoft-Haus erwartet, wird eines Besseren belehrt. Dass nur wenige Mitarbeiter bei der Tour anzutreffen waren, überraschte auch die LeserInnen. "Man sieht eben nur die Spitze des Eisbergs", erklärt Unternehmenssprecher Thomas Lutz. Wieso aber die ganzen Spielereien, Designer-Möbel, Flauschteppiche, bunten Dekorationen, wenn so viele Mitarbeiter außer Haus arbeiten? "Das Büro ist auch ein Showcase für uns", so Lutz. Und so bestaunen Gäste nicht nur das Interieur des Büros, sondern werden auch gleich in den Vorzüge von Outlook, Lync und Co unterwiesen. Über 100 Touren stehen für's erste noch an, dann will man etwas kürzer treten. Immerhin sollen die Mitarbeiter nicht täglich gestört werden - wer nicht zu Hause oder auf einem der freien Plätze arbeitet, sitzt womöglich gerade in der Auslage eines der Besprechungszimmer und winkt den Besuchern durch die Glaswände zu.

"Interessant" fanden Microsofts Visionen des "neuen Arbeitens" die sechs LeserInnen. Ob sie auch selbst im Herzeige-Büro ohne eigenen Arbeitsplatz arbeiten wollen, steht auf einem anderem Blatt. (Birgit Riegler/derStandard.at, 25. November 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
Warpsignatur
00
3.12.2011, 00:25

voll die freaks...

menlo
00
30.11.2011, 15:47

Man kann auch als Nicht-derstandard.at-Leser an solch einer Tour teilnehmen. Einfach online anmelden:
http://www.microsoft.com/de-at/unt... Dates.aspx
Durchaus sehenswert und interessant. Dort sollte man mal alle CEOs österreichischer Firmen zwangsweise durchschleifen, damit die mal sehen, was modernes Arbeiten ist.

Makro 24/7
00
30.11.2011, 09:57

Das erste Foto erklärt eindrucksvoll warum Apple-Bericht hier so viel Aufmerksamkeit erhalten ^^

RevX
00
29.11.2011, 14:13
@Erwachsenenrutsche

Nach dem Standard-Besuch ist die sicher um 90° nach rechts gedreht worden... zum Fenster raus. Und über dem Fenster steht "Sie sind gefeuert!".

Briefmarkenkleber
03
27.11.2011, 12:51
Genau so habe ich mir die Leute hier...

...auch vorgestellt.

Parkschwein
00
28.11.2011, 13:07

und jetzt mal über die nicht-fotomutigen nachdenken ;-)

RevX
00
29.11.2011, 14:08

Lieber nicht, ich hab' so einen leichten Schlaf... ;-)

flachzange
00
26.11.2011, 16:01

Also das Foto wird Nachspiel haben. Wahrscheinlich wird gleich eine Klage am OGH folgen, da beim Foto keine Frau abgebildet ist.

ex libris
00
26.11.2011, 17:06
Die Damen waren halt nicht "fotomutig"

Der Bericht spricht ja von 6 BesucherInnen, das Foto zeigt aber nur 4 Besucher.

Falls es wen interessiert:
00
26.11.2011, 10:29
"Mit Leser*N* im Microsoft-Büro"

Was ist nur los?

i_2_c
115
25.11.2011, 20:31
Kreativitaet um sechs Prozent steigern...

Da musste ich echt mal laut lachen :D

Di Fazz
02
26.11.2011, 00:52
Ja, echt lächerlich.

Mit den angeführten Maßnahmen schafft man das höchstens um 5,6280%. Möglicherweise sogar nur um 5,4993%

wizenstain
01
25.11.2011, 18:28
Mit Spielereien wie Sitzsäcken, einem Wuzler und einer Rutsche soll das Büro spielerischer werden.

einfallslose satzkonstruktion

wizenstain
02
25.11.2011, 18:25
Zu einer Tour konnte der WebStandard sechs LeserInnen mitnehmen.

wie wurden die leserinnen ausgewählt? gab es eine umfrage?

<!-- 42 -->
13
26.11.2011, 01:20
bild 1 von links nach rechts...

chillipalmer, freebird, peterw1 und cupertino ;)

ChilliPalmer
00
28.11.2011, 04:47
lol, nein war leider nicht dabei ;)

aber Freebird? Was soll der schon bei MS machen, außer Sabotage betreiben, der alte Obsthändler :D

wizenstain
00
26.11.2011, 07:40

und wo sind die frauen?

Herman Toothrot
00
25.11.2011, 22:11

es gab: einen aufruf hier im webstandard.

Herman Toothrot
00
25.11.2011, 18:15

was arbeiten die dort?

ich meine, welche abteilungen von microsoft gibts in österreich?
kann mir nicht vorstellen, dass ein programmierer regelmäßig seinen tisch räumt und zwei monitore einen tower und sämtliche kaffeehäferl unterm arm das haus verlässt.

urban-a
00
26.11.2011, 17:35
anwenderservice, verkauf, marketing, presse etc.

alles was zu vertrieb gehört

Adam Ecker
22
25.11.2011, 18:40

Das is ja eh nur Fassade. Gearbeitet wird unterwegs, Bestechen von Politikern, Managern und Händlern, damit sie ihren teuren Krempel anbringen.

wizenstain
00
25.11.2011, 18:23

[erwachsenenrutsche]

DrBelacqua
124
25.11.2011, 18:13

"wie der Arbeitsalltag bei Microsoft (und mit Microsoft-Produkten) funktioniert,"

Wer arbeiten will und das auch funktionieren soll, nimmt keine Microsoft-Produkte.

Captain Smoker
01
25.11.2011, 22:34

"Wer arbeiten will und das auch funktionieren soll" - Naja, hätten Sie lieber eine Korrektursoftware von Microsoft verwendet. ;)

Freie Welt
56
25.11.2011, 15:55
Und aus welchem Grund schafft man das Büro nicht ganz ab?

Ehrlich: Wozu braucht man im Jahr 2011 noch einen Büroarbeitsplatz? Und dann auch noch bei einem Superüberdrüber-IT-Unternehmen wie Microsoft?

Mir persönlich ist vollkommen rätselhaft, warum sich nach wie vor Millionen Menschen von Mo-Fr umständlich von zuhause in ein Sammel-Büro und wieder zurück bewegen.

Hat schon mal jemand nachgerechnet, wie viel Energie und CO2 allein in diesen Fahrten von und zu Büros steckt? Und wie viel davon diese Büros für ihren Bau und ihren Betrieb verheizen?

Könnte man diese Arbeitsweise aus der Steinzeit nicht vielleicht wenigstens mal bei IT-Unternehmen abschaffen?
Ja, ja, ich hör ja schon auf...

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