Kinderbetreuung

Eltern mit über 100.000 Betreuungsplätzen unzufrieden

22. November 2011, 14:40

Weitere 44.000 Kinderbetreuungsplätze fehlen - Nur sechs Prozent der Männer unterbrechen ihre Arbeit nach der Geburt des Kindes

Wien - Eltern haben nach wie vor Probleme mit dem Angebot von Kinderbetreuungsplätzen: Laut einer Erhebung der Statistik Austria fehlten im Jahr 2010 in Österreich mindestens 44.000 Kinderbetreuungsplätze für unter 15-jährige Kinder, weitere 102.400 bestehende Kinderbetreuungsangebote entsprachen demnach nicht den Bedürfnissen der Eltern. Kinderbetreuung ist außerdem nach wie vor Frauensache: 87,3 Prozent der Frauen, aber nur 6,4 Prozent der Männer unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit nach der Geburt eines Kindes.

Bei den Drei- bis Fünfjährigen wurde das Barcelona-Ziel 2010 mit einer Betreuungsquote von 90,7 übertroffen, bei Kindern unter drei Jahren wurde das Ziel von 33 Prozent mit einer Quote von 17,1 Prozent aber klar verfehlt. Von Personen zwischen 15 und 64 Jahren mit Betreuungsverpflichtungen für Kinder unter 15 Jahren sahen 12 Prozent Probleme bei den Kinderbetreuungsangeboten. 22,4 Prozent der Nicht-Erwerbstätigen würden gerne mehr arbeiten, wenn es geeignete Betreuungsangebote gäbe, ebenso wie 13,4 Prozent der Teilzeiterwerbstätigen.

Mehr als 100.000 Plätze "nicht adäquat"

Die Erhebung zeigt in der Altersgruppe der Jüngsten einen im Vergleich zu den betreuten Kindern (knapp 40.000) beträchtlichen Bedarf von zusätzlichen 22.900 Plätzen. Würde man diese Plätze schaffen, läge man aber mit 26,9 Prozent noch immer unter dem Barcelona-Ziel. Bei den Sechs- bis 14-Jährigen fehlen demnach 13.400 Plätze, für Drei- bis Fünfjährige 7.600 Plätze. 46 Prozent der Betreuungsplätze fehlen, weil es keine in der Nähe gibt, 34 Prozent für Kleinkinder und 20 Prozent, weil es keine freien Plätze in bestehenden Einrichtungen gibt, zeigen die Ergebnisse der Befragung.

Weitere 102.400 bestehende Kinderbetreuungsangebote werden als nicht adäquat gesehen: Besonders häufig wurde auf fehlende Plätze zu bestimmten Tageszeiten oder während der Ferienzeit (42 Prozent) sowie auf zu teure Betreuungsplätze (32 Prozent) hingewiesen, aber auch mangelnde Qualität wurde angegeben (neun Prozent).

Immer noch Frauensache

Kinderbetreuung ist außerdem nach wie vor großteils Frauensache: 89 Prozent der Väter, aber nur 21 Prozent der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren sind Vollzeit erwerbstätig. Die Frauenerwerbsquote steigt erwartungsgemäß mit dem Alter des Kindes. Allerdings lag die Teilzeitquote bei Frauen mit Kindern unter 15 bei 43,4 Prozent, mit Kindern im Volksschulalter sogar bei 55,1 Prozent. Die Teilzeitquote der Väter lag dagegen bei lediglich vier Prozent. Elternkarenz war übrigens in der Statistik bei Männern nicht signifikant feststellbar.

Mitterlehner sieht sich am richtigen Weg

Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sieht sich angesichts der am Dienstag präsentierten Daten der Statistik Austria zur Kinderbetreuung am richtigen Weg: "Durch unsere Ausbauoffensive und die neuen Varianten des Kinderbetreuungsgelds haben wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den vergangenen Jahren deutlich verbessert", meint der Minister. Man wolle das Angebot für Familien aber "kontinuierlich weiter verbessern", erklärte er in einer Aussendung.

Für Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) belegen die Zahlen, dass die Anstoßfinanzierung des Bundes für mehr Kinderbetreuung "ein dringend notwendiger Schritt" war. Die Ministerin räumte ein, dass man vor allem bei den Unter-Dreijährigen "aufs Gas steigen" müsse. Ihr Ziel sei eine flächendeckende Betreuung "vom Bodensee bis zum Neusiedlersee" - "da haben wir noch einen langen Weg vor uns". 15 Millionen im Jahr "werden dafür nicht ausreichen".(APA)

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Posting 1 bis 25 von 66
1 2
Feuergeist
 
00
30.11.2011, 14:06
Ich möchte hier einmal festhalten das ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit

NICHT in Karenz gehe. Aber nur weil wir uns das nicht leisten können.
Wir bekommen 800+ Euro KBG. Meine Frau verdient normalerweise ca 1100.- Euro, ich über 1600.- Das geht sich einfach finaziell nicht aus.

Werner Gruber
00
24.11.2011, 12:40
Hört mit der Indoktrinierung der Kinder ....

... endlich auf.
Lasst sie ganz normal aufwachsen. Übernehmt das Wahlrecht der DDR. Dann bleibt Ihr auch an der Macht und wir haben endlich unsere Ruhe.

Gernot Schandl
00
23.11.2011, 11:53
Am Bedarf vorbei.

Die öffentlichen Normkindergärten sind auf eine Normerwerbstätigkeit ausgerichtet, ausserdem geht Quantität vor Qualität. Damit wird der private Markt für Kinderbetreuung schwer behindert.
Selbst für Kleinstkinder gilt dort: Entweder 5 Tage die Woche den ganzen Vormittag, oder garnicht.

Beispiel: Um den Kontakt zum Arbeitsplatz zu halten und die Wiedereinstiegschancen voll aufrecht zu halten, reichen für einen konkreten, an Karenz interessierten Vater 3 Vormittage oder 2 ganze Tage pro Woche, die Mutter hat eine volle Stelle in Aussicht und könnte dank Gleitzeit an beiden Nachmittagen um 16:00 Uhr beim Kind sein. Auch dem 20 Monate alte Kind wäre diese Lösung zuzumuten. Aber flexible Angebote sind wegen mangelnder Nachfrage rar und teuer.

ubu roi
00
23.11.2011, 13:20

das sehe ich anders, wobei meine kinder in einem privaten wiener kindergarten untergebracht sind (der aber nicht teurer als öffentlich ist, abgesehen von 30 euro "projektkosten" im monat): ich treffe dort lauter eltern mit flexiblen arbeitszeiten/teilzeit/teilselbständig usw, die meisten nehmen für die kleineren kinder (so ab 1) nur wenige stunden pro woche und steigern das im lauf der zeit, die eltern teilen sich das irgendwie auf. finde ich ideal, fände ich schade, wenn das in vielen gegenden nicht möglich sein sollte.

Gernot Schandl
00
24.11.2011, 08:49
Ausnahme Wien

Aufgrund des größeren Einzugsbereich ist Wien hier natürlich eine gewisse Ausnahme. Das Problem ist aber auch hier eine normative Erwartung bezüglich Berufstätigkiet der Eltern, und auch in Wien steht aufgrund der Billigkonkurrenz der öffentlichen Hand die Quantität oft im Vordergrund, was sich äußerst negativ auf die Gruppengröße auswirkt.

Der Markt hat nur dann eine Chance, wenn Subjekt- statt Objektförderung durchgesetzt wird, doch der Mitterlehner setzt leider lieber auf Planwirtschaft - weil es ihm in Wirklichkeit nur um die Erhöhung der Erwerbsquote geht. Da sind ihm 10 Mütter, die aufgrund der Kindergartensubventionierung teilzeit im Handel anfangen wichtiger, als eine weibliche Führungskraft.

Black Eyed
24
23.11.2011, 08:45
Was mich immer wieder amüsiert bei diesen Diskussionen

ist dieses 'zuhause bei Eltern ist besser' (= bei der Mami, seien wir doch ehrlich).
Hatten die Mütter früher so viel mehr Zeit und kümmerten sie sich wirklich intensiver? Im bäuerlichen Bereich hatten die reichlich zu tun, Küche, Stall, Feld, Wald. Mir kann niemand einreden, dass die Durchschnittsmutter dieser Zeit zu Mittag auf die Kinder wartete um sich den ganzen Tag intensiv kümmert.
Bei den Bürgern gabs Amme, Gouvernante, Internat.
Ich will als Frau auch arbeiten, um keinem Mann auf der Tasche zu liegen, was Frauen in diesem Forum ja auch ständig vorgeworfen wird. Ich bin null interessiert an Karriere, aber es muss doch möglich sein, einen Beruf auszuüben, eigenes Geld zu haben und auch die Kinder gut zu versorgen, mit Hilfe.

a9804906
02
23.11.2011, 09:29
stimmt!

Keine meiner Omas hatte die Möglichkeit zu Hause zu sitzen trotz jeweils 5 Kinder...

Rosa Stahl
00
23.11.2011, 09:25

nona ist das heute möglich. das wissen sie aber eh, oder nicht?!
Es geht nur darum, dass die Illusion, dass frau alleine lebt, vollzeit erwerbstätig ist und die Kinder parallel auch noch gut versorgt sind, eben eine Illusion sind.

Mauswin2
104
22.11.2011, 18:44
Schafft endlich

Kindergärten ab.

Schafft die Möglichkeit, dass Kinder in ihren Familien aufwachsen können.

In dem die Einkommen so angepasst werden, dass es nicht notwendig ist, das beide Elternteile arbeiten müssen.

The Chaos Path
02
23.11.2011, 12:03

es gibt auch leute/frauen, die mögen ihre arbeit.

Mycroft Holmes
00
24.11.2011, 03:15

Und es soll Kinder geben, die gern unter ihresgleichen sind.

23
22.11.2011, 20:51

Sind Sie es Frau Rosenkranz?

anna b
11
22.11.2011, 19:14

wieso nicht gleich so viel kinderbetreuungsgeld, dass beide eltern nicht arbeiten müssen? dann hätten kinder noch mehr familie zum aufwachsen (und noch mehr familien noch mehr kinder), und alles wäre super.

Amdamdesdissemallepress
33
22.11.2011, 18:36

warum kriegen so viele Menschen Kinder, wenn sie eh keine Zeit/Lust haben um diese zu erziehen...?

ubu roi
11
23.11.2011, 13:22

das ist doch bloß ein polemischer vorwurf, der mit der realität nichts zu tun hat. auch bei halbtagsbetreuung im kindergarten bleibt Ihnen noch eine menge zeit zum erziehen.

Black Eyed
03
23.11.2011, 08:22
Ich gaube das ist eine Unterstellung

Die meisten Eltern heutzutage widmen sich ihren Kindern doch viel intensiver, als das zu meinen Kinderzeiten noch der Fall war.
Wenn ich das so vergleiche...Wahnsinn. Mit mir ist niemand zu allen Veranstaltungen gefahren, meine Eltern waren nicht bei Schulaufführungen (und meine Mutter war zuhause), bei weitem nicht die selbe Unterstützung in der Schule, beim Lernen, etc etc. Wir waren sehr viel mehr uns selbst überlassen.

Amdamdesdissemallepress
00
23.11.2011, 10:09
ich schrieb...

"viele" und nicht "alle"

Lilly Rush
 
00
23.11.2011, 09:43

Das sehe ich genauso.

Werner Gruber
53
22.11.2011, 18:35
Wie in jeder guten sozialistischen Gesellschaft ...

... werden die Menschein einfach gezwungen, gute Sozialisten zu sein. In diesem Fall halt die Männer und die Frauen, die ihre Kinder selbst erziehen zu wollen.
Hatten wir doch schon - in der DDR.
Traurig, dass es immer noch genug Menschen gibt, die bereit sind, andere zu unterdrücken.
Schade um unsere doch recht freie Gesellschaft.

The Chaos Path
02
23.11.2011, 12:05
frei ist, wenn man eine wahlmöglichkeit hat!

daher jene, die kinderbetreuung wollen, diese bekommen, und jene, die keine wollen, zu hause bleiben. status quo ist, dass mindestens einer (teilzeit) zuhause bleiben MUSS. wo ist da die freiheit????

Werner Gruber
30
23.11.2011, 13:59
Wenn der Status Quo so wäre, wie Sie ihn beschreiben ...

... frage ich mich, wieso wir dann tausende leerstehende Kindergärten und fürs Nichtstun bezahlte Kindergärtner in Österreich haben.
Oder sollte es doch so sein, dass der Status Quo eben der ist, dass es Kindereinrichtungen gibt und diese auch benutzt werden?
Ich habe 3 Kinder und alle sind in den Kindergarten gegangen und meine Frau hat nach einer Karenzzeit ihren Beruf wieder aufgenommen.
Die Kindergartenplätze habe ich nach einer ganz normalen Anmeldung bekommen, ohne bei einer Partei Mitglied zu sein oder Protektion zu haben.
2 Plätze hatte ich in NÖ, einen Wien (für den musste ich noch zahlen, aber auch das gibts inzwischen nicht mehr).
Ihre Wortmeldung ist daher polemisch, unsachlich und stimmt nicht mit der Realität überein.

The Chaos Path
00
24.11.2011, 12:35
Ihre Wortmeldung ist daher polemisch, unsachlich und stimmt nicht mit der Realität überein.

weil deine subjektive wahrnehmung das mass der dinge ist...? hast du dir oben die statistiken angesehen??? und meine subjektiven erfahrungen sind genau entgegengesetzt - und sie decken sich auch noch mit der statistik...

strubel
33
22.11.2011, 17:12
Am besten wäre es,

die Kinder gleich nach der Geburt zu institutionalisieren. Dann hätten wir das gewünschte Ziel der Konformität, keine Sprachprobleme, gleiche Startchancen, Frauen könnten sich gleichermassen wie Männer der Erwerbstätigkeit hingeben. Ein reger Briefwechsel mit den Kinder würde genügen - a la Patenschaft. 5 Fliegen mit einem Schlag.
Und jegliche Ausgeben dürfen endlich gerechtfertigterweise steigen.

The Chaos Path
00
23.11.2011, 12:07

aber warum muss kindererziehung offensichtlich (siehe statistiken) frauenangelegenheit sein? darauf gibt deine polemik keine antwort.

strubel
00
23.11.2011, 12:47
weil ich manchmal glaube, dass der Ursprung des Problems..-

..ein ganz anderer ist. Warum war es lange möglich,dass ein erwerbstätiges Elternteil eine Familie ernähren konnte? Warum hat sich das geändert? Was passiert, wenn beide arbeitende Eltern sich das Leben nicht mehr leisten können? Wo führt das hin? Es gibt die Meinung, dass die Women´s liberatoin movement so gepusht wurde (von Bankiers gesponsort), damit es mehr Steuerzahler gibt, die Kosten erhöht werden können, mehr Abhängigkeit etc. Ist der Politik das Anliegen der Familien wirklich wichtig? Natürlich habe ich keine Antwort.

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