Beihilfen-Entzug

Disziplinierungswünsche der Lehrer "unerträglich"

22. November 2011, 14:01
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    Unterrichtsministerin Schmied kann die Wünsche der Lehrergewerkschaft nicht nachvollziehen.

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    Im Gegensatz zu ihrem Gegenüber von der ÖVP: Amon will die Wünsche der Gewerkschaft "ernst nehmen".

Unterrichtsministerin Schmied lehnt Vorschläge der Gewerkschaft hab - ÖVP hat "großes Verständnis"

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat den Wünschen der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft nach ausgeweiteten Disziplinierungsmaßnahmen für Problemschüler und deren Eltern eine Absage erteilt. Ideen für Sanktionen bis hin zur Streichung der Familienbeihilfe seien für sie "unerträglich", sagte sie am Rande des Ministerrats. Sie lehnte es ab, "in diese Richtung überhaupt zu argumentieren".

In der Schule zähle die Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern und Eltern. "Wir brauchen einen gemeinsamen Schulterschluss. Es hat überhaupt keinen Sinn, einander gegenseitig auszuspielen."

ÖVP: "Hilferuf aus der Praxis"

Der Bildungssprecher der ÖVP, Werner Amon, hat einer Aussendung für die Vorschläge der Lehrergewerkschaft allerdings "großes Verständnis" gezeigt. "Die Politik ist gut beraten, einen solchen Hilferuf aus der Praxis ernst zu nehmen", so Amon. Erziehungsaufgaben seien -  vor allem auch durch ganztägige Angebote - immer öfter von Lehrern zu bewältigen. Die Vorschläge müssten geprüft und ernsthaft diskutiert werden. Der Bildungssprecher schlägt vor, dass sich die Schulpartner, also Lehrer, Eltern und Schüler unter dem Vorsitz von Ministerin Schmied zu Gesprächen zu diesem Thema treffen.

Pflichtschullehrer-Gewerkschaftsführer Paul Kimberger hatte am Montag vorgeschlagen, dass Lehrer und Lehrerinnen die Möglichkeit bekommen, den Eltern von "Problemschülern", die Familienbeihilfe zu entziehen (derStandard.at berichtete). (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 186
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karl malten
00
28.11.2011, 06:30
es ist erfreulich, oder auch nicht,

zu hören, dass sich die nms zum größten flop der österr. schulgeschichte entwickelt.
quelle: die presse
es dauert halt ewig lang, bis etwas wieder zurückgefahren wird. siehe damals licht am tag fahren.

clangi
02
27.11.2011, 21:00
einfach irre!

die armen kinder, die doch nur ein wenig kreativ sind, egal, dass sie die lehrkräfte und die mitschüler dabei terrorisieren!

wenn man schon nicht auf die lehrer schauen will (absolut modern - es lebe das sinnfreie bashing), dann sollte man doch auf die armen, folgsamen und lernwilligen schüler/innen schaun, die lernwillig sind und auch ob ein paar ach so witzigen leiden (und die sind sicher die minderheit - die paar witzigen!!!)

Ann Dido
01
27.11.2011, 08:32
Auszeit

In etlichen Ländern gibt es die Möglichkeit, störenden SchülerInnen eine Auszeit zu gewähren.
Im Idealfall steht ein/e Psychologe/in zur Verfügung, im kostengünstigeren ein Raum mit einer Person (vermutlich Lehrperson, muss aber nicht sein), die die SchülerInnen empfängt und betreut und dabei ev. auch auf sonst nicht zur Sprache kommende Probleme aufmerksam wird (ob sie nun die SchülerInnen betreffen oder die LehrerInnen oder den Unterricht). In z.B. Großbritannien übernimmt diese Aufgabe auch durchaus der/die Direktor/in.
Es braucht jemanden, der Zeit hat, mit dem Kind od. Jugendlichen zu reden.

Lea Mayer
11
25.11.2011, 17:54
Sanktionenabwehrregime im Anythinggoesstil

Realitätsverweigerndes Sanktionenabwehrregime im Anythinggoesstil.
Schmied machts möglich .....

Alfred Moosbrugger
02
25.11.2011, 15:30

Unerträglich ist die Vergehrerisierung und Verschmiedisierung des Bildungssystems.

Vor zehn Jahren war Österreich überall top.
Heute weiß man nicht mehr, ob die Schüler am Ende der Schulzeit, also nach der Matura mehr können müssen als Kreuzerltests mit 50-50%-Chance auszufüllen und mit etwas Glück mehr als 50% der Beispiele richtig zu haben.

Von Literatur, kritischem Denken und Arbeitshaltung sind die Schulabgänger heute weit entfernt.

Dementsprechend fehlt auch das Selbstbewusstsein.

mgate
414
25.11.2011, 14:53
„Liebe“ Frau Minister!

Es ist UNERTRÄGLICH und DREIST, Lehrern vorwerfen zu wollen, die alte „Rohrstaberlpädagogik“ wieder einführen zu wollen. Die Lehrer fordern einfach nur geeignete Mittel und zusätzliche Möglichkeiten, um mit jener Minderzahl an Schülern und Eltern fertig zu werden, die das schulische Leben ALLER negativ beeinflusst. Das vom Ministerium immer so propagierte 3-Säulen-Modell (Schüler, Eltern, Lehrer) kann nur funktionieren, wenn alle drei Säulen gleichermaßen am Fortkommen der Heranwachsenden arbeiten. Mit nur einer Säule (Lehrer), der man auch das Fundament (aus den eigenen Reihen) untergräbt ist das Haus Schule zum Zusammenbrechen verurteilt. Wann kriegen auch Sie, „liebe“ Frau Minister, das in Ihren werten Kopf?

Corleone73
52
27.11.2011, 10:06

die geforderten mittel sind aber absolut abzulehnen, fraglich wie es überhaupt dazu kommt, dass lehrer auf solche ideen kommen.
aber auch hier ist schön zu sehen wie lehrer scheinbar völlig realitäts- und alltagsfern unterwegs sind in ihrem mikrokosmos schule.
wer in der lehrerschaft nicht zurecht kommt ohne derartig absurde sanktionen hat wohl bei der berufswahl einen fehler gemacht.

sternsteinblitz
01
27.11.2011, 20:56

Ja machen`s docj einen konkreten Vorschlag!

Sie dürften zu jung für einen `68-er sein, wo man prinzipiell gegen alles war, aber kaum selbt eigene Vorschläge hatte.

mgate
13
27.11.2011, 13:06
Oft erreicht man ...

... ein Einlenken nur durch finanzielle Konsequenzen. In Deutschland hat sich das System bestens bewährt, wo Härtefälle an nicht kooperierenden Eltern zur Kassa gebeten werden. Fern von jeder Realität dürften scheinbar Sie sein!

jazzica
00
25.11.2011, 13:24

Hat die Frau Schmied Kinder?

D/E
13
25.11.2011, 14:09
Nein.

Aber das ist jetzt wirklich irrelevant.

Es gibt ja auch genug Politiker, die keinerlei Anstand kennen und trotzdem moralisieren.

sound and vision
40
26.11.2011, 14:32
...und es gibt

lehrer die - rhetorisch-zynisch geschult, weil deutsch-studiert - inhaltlich auf tiefstem strache-niveau ""argumentieren"".

die erinnern dann etwa an herrn stadler oder frau winter.

ekelhaft...

sternsteinblitz
00
27.11.2011, 20:58

Strache brächte das nie zusammen!

D/E
01
26.11.2011, 16:16
Mag sein.

Sollte ich Ihrer Meinung nach dazu gehören, wäre ich interessiert an einer entsprechenden Rückmeldung.

Feuergeist
 
01
25.11.2011, 09:38
Ich muß sagen

das ich die Aussage der Ministerin nicht nachvollziehen kann.
Die Idee mit dem "Schulterschluß" von Lehrern, Eltern und Schülern ist ja sehr gut, aber welche Mittel gibt es wenn die Elter oder Schüler, oder gar Beide, nicht kooperieren wollen?
Allerdings möchte ich auch den umgekehrten Fall (der Lehrer will nicht kooperieren) nicht ausschiessen. Welche Mittel werden den Eltern/Schülern zur Verfügung gestellt?

Und noch was: in Österreich muß man für bestimmte Hunderassen einen "Führerschein" machen (was in Ordnung ist, ich bin Hundehalter) aber jeder Mensch mit IQ 50+ darf sich fortpflanzen ohne einen Nachweis zu erbringen das er befähigt ist ein Kind zu betreuen.

D/E
11
24.11.2011, 21:04
Besonders freut mich die herzerwärmende

Reaktion des Herrn Landesschulratspräsidenten. So wie der hinter seinen Lehrer/inne/n steht, brauchen die wenigstens keine Feinde mehr.

Carla Sociale
02
25.11.2011, 07:59
In meinen bald 35 Dienstjahren sind mir etliche Fälle von "im Regen stehen lassen" durch direkte Vorgesetzte bzw. die vorgesetzte Dienstbehörde untergekommen.

Solche Vorkommnisse sind mir bisher aber noch nicht zu Ohren gekommen.
Warum der Standard darüber nicht berichtet ist mir unverständlich.

D/E
01
25.11.2011, 08:35
Oh, die Motive kenne ich nur zu gut.

stall
11
24.11.2011, 15:37
wie kann man nur disziplinierungswünsche äußern

bei so netten jugendlichen, die so cool mit ihren schildkappen, getragen in allen veriationen, vorzüglich mit dem schild zur seite, daherkommen, sich dabei mit ihren weiten jeanshosen, deren hosenboden bis zu den knien reicht, bewegen als ob sie gerade aus einem bootcamp in louisiana kämen.
müssten sie diese kleidung als schuluniform tragen, der aufschrei wäre nicht zu überhören und die ersten kämen schon wieder mit anzug und krawatte.

Corleone73
10
27.11.2011, 10:08

ich glaube du hast da was nicht ganz verstanden...

96%
02
23.11.2011, 21:33

wenn man bedenkt, wieviel verwaltungsarbeit für ein nicht genügend notwendig ist, kann man abschätzen, was da auf einen lehrer zukäme, wollte er die streichung einer familienbeihilfe beantragen: 6 monate zettelwirtschaft (beobachtungsphase), eine vorwarnung, 2 frühwarnungen, 6 einzelgespräche (protokolliert und gegengezeichnet), psychologisches gutachten, letztverwarenungsgespräch mit anwaltsvertretung, schriftliche begründung, einreichnung. die überprüfungsphase beginnt...

h.e.s.
04
23.11.2011, 18:17
Einfach zum Nachdenken

Einer überforderten Alleinerzieherin eines schrierigen Kindes die Kinderbeihilfe zu streichen ist ja wohl auch nicht gemeint gewesen. Aber ich habe regelmäßig solche Schüler: Sitzen 3 Jahre lang in der 3. HTL; kommen genau so oft, dass man sie nicht abmelden kann ( = 1 mal die Woche auf 2 Stunden), haben daher Anspruch auf eine Schulbesuchsbestätigung. Die Eltern bekommen für diesen Jugendlichen (was auch immer der den ganzen Tag tut) drei Jahre länger Kinderbeihilfe. Und das sind keine Einzelfälle, die gibt´s regelmäßig.

nikola
01
23.11.2011, 21:14

3 Jahre länger Familienbeihilfe? Bis 18 kriegt man sowieso für jedes Kind Familienbeihilfe, unabhängig davon, ob es Schüler, Lehrling, Arbeiter oder sonst was ist. Das ist deshalb so, weil bis 18 die Eltern gesetzlich unterhaltspflichtig sind. Mit der Familienbeihilfe soll sichergestellt sein, dass die Eltern ihrer Versorgungspflicht nachkommen können. Diese Geldleistung hat nix mit Schulbesuch zu tun.

D/E
02
24.11.2011, 10:07
Sie irren sich.

Die HTL, insbesondere die Fachschule, dient durchaus als Familienbeihilfen-Beschafferin, und das über das 18. Lebensjahr hinaus.

Wir schleppen regelmäßig ein paar 18-Jährige in den ersten Jahrgängen mit, die nach einer bunten Schulkarriere und mehreren abgebrochenen Ausbildungen die Wärme des Klassenzimmers genießen.

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