Anfrage

Häuslicher Unterricht ist in Österreich äußerst selten

22. November 2011, 13:41

Weniger als 0,2 Prozent aller Pflichtschüler werden zu Hause oder an Privatschulen ohne Öffentlicheitsrecht unterrichtet

Wien - Häuslicher Unterricht ist in Österreich äußerst selten: Im laufenden Schuljahr 2011/12 wurden laut der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) nur 2.112 Pflichtschüler von öffentlichen Schulen abgemeldet und stattdessen daheim unterrichtet. 2010/11 waren es 2.216. Verglichen mit der Gesamtzahl an Schülern bis zum Ende der Schulpflicht haben 2009/10 (jüngste verfügbare Zahlen) weniger als 0,2 Prozent häuslichen Unterricht erhalten.

Von den insgesamt 2.112 Kindern, die zu Hause unterrichtet werden, sind 942 in der Vorschulstufe. 841 sind im Volksschulalter (1.-4. Schulstufe) und 329 in der fünften bis neunten Schulstufe. Dabei fallen in Kategorie "häuslicher Unterricht" nicht nur Kinder, die etwa wegen langandauernder Krankheiten daheim unterrichtet werden, sondern auch Kinder, die eine sogenannte Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht besuchen.

Verpflichtende Externistenprüfung

Gemeinsamkeit der beiden Gruppen: Die Schüler müssen am Ende jedes Schuljahres eine Externistenprüfung ablegen, bei der die Schulbehörden überprüfen, ob die für das jeweilige Schuljahr vorgesehenen Bildungsziele erreicht wurden. Der Anteil derer, die diese Prüfung nicht bestehen, liegt mit je 1,1 Prozent in den Schuljahren 2009/2010 und 2010/11 laut Unterrichtsministerium im Schnitt der öffentlichen Pflichtschulen. (APA)

komajo
40
23.11.2011, 06:57
Klar,

denn nur wenige können sich Privatlehrer leisten. Der Geldadel schickt seine Kinder in Schulen, damit kein unnötiger Neid geweckt wird.

Rosa Stahl
03
23.11.2011, 10:32

Nix auskennen, aber posten.

1. Es gibt Eltern, die aus ideologischen Gründen daheim unterrichten. Das sind tw. öko-Fundis (natur pur...), tw. religiöse Fundis (no sex...). Das dürften aber die wenigeren sein.

2. Es gibt Eltern, die aus medizinischen Gründen daheim unterrichten. Das hab ich selbst mal mit einem meiner Kinder ein Jahr gemacht (und hat super funktioniert). Ich kenne da bsplw. ein autistisches Kind, dann eines, dass einfach mit dem Gruppendruck in der Schule nicht zurecht kam und das auch dann noch von der Lehrerin schikaniert wurde. Ist heute ein aufgeweckter lieber Bub. Damals hätte man ihn auf die Psych einweisen wollen. Die Mutter hats zum Glück verhindert.

komajo
00
24.11.2011, 06:26
Was Sie sagen,

ist richtig. Nur ich weiß nicht, wie sich die 0,2 Prozent zu den Zahlen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg verhalten, dann erst weiß man, ob das viel oder wenig ist.

A. Sieberer
00
23.11.2011, 11:18

Die größte Gruppe betrifft Vorschulkinder, deren Eltern den "häuslichen Unterricht" nutzen, um dem Kind ein zusätzliches Kindergartenjahr zu ermöglichen.

Neben den Kindern, die wirklich zu Hause unterrichtet werden, gibt es noch ein paar Privatschulen ohne Öffentlichkeitsrecht, die sich aufgrund der oben genannten Gründe nicht am offiziellen Lehrplan orientieren, einige, die nicht das anerkannte Lehrpersonal stellen und ein paar, die sich noch im Aufbau befinden.

Die Zahl ist gar nicht so gering, wenn man bedenkt, dass häuslicher Unterricht z.B. in D grundsätzlich verboten ist.

Rosa Stahl
00
24.11.2011, 20:35

Deutschland ist europaweit das einzige Land, wo häuslicher Unterricht explizit verboten ist. Das spricht nicht unbedingt für Deutschland.

MW gibt es sogar eine deutsche Familie (Evangelikale?). die vom deutschen Staat so drangsaliert wurden, dass sie in Kanada um Asyl angesucht - und es erhalten haben.

alexanderletten
 
00
26.11.2011, 22:23

Sie meinen sicher diese hier:
http://www.spiegel.de/schulspie... 50,00.html

Madame Maxime
00
23.11.2011, 07:49

Naja, es gibt aber auch Privatschulen MIT Öffentlichkeitsrecht, die sind hier natürlich nicht erfasst. Trotzdem gebe ich Ihnen recht, diese spielen vor allem im Vergleich zu anderen Ländern nur eine sehr geringe Rolle.

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