Aktuelle Studie der EU-Kommission zeichnet düsteres Bild vom Zustand der europäischen Artenvielfalt bei Fischen und Weichtieren
Brüssel - Über ein Drittel der aller auf dem Gebiet der Europäischen Union lebenden Süßwasserfisch-Arten - allen voran der Stör - ist vom Aussterben bedroht. Nach einer
am Dienstag von der EU-Umweltkommission veröffentlichten Studie gibt es einen
noch alarmierenderen Rückgang bei Süßwasserweichtieren. Von diesen Muscheln und
Schnecken droht 44 Prozent das Aussterben.
Die Untersuchung wurde unter 6.000 Arten durchgeführt. Gefährdet sind neben
den Süßwasserfischen (37 Prozent) auch Amphibien (23), terrestrische Weichtiere
(20), Reptilien (19), Säugetiere und Libellen (15), Vögel (13), Käfer (11) und
Schmetterlinge (9 Prozent). EU-Umweltkommissar Janez Potocnik gab zu bedenken,
dass das Wohl der Menschen von Gütern und Leistungen abhängen, die die Natur
erbringe. "Wenn wir gegen diesen Abwärtstrend nicht umgehend handeln, wird der
Preis, den wir dafür zahlen werden, sehr hoch sein."
Aktionsplan
Die einst weit verbreitete Riesenflussperlmuschel (Margaritifera auricularia)
kommt heute nur noch in wenigen Flüssen Frankreichs und Spaniens vor. Die Art,
die zurzeit als "vom Aussterben bedroht"
klassifiziert ist, galt in den 1980er Jahren als so gut wie ausgestorben. Sie ist eine der beiden Arten, für die ein
europäischer Aktionsplan aufgestellt wurde, und die laufenden
Erhaltungsprogramme lassen hoffen, heißt es.
Die Europäische Rote Liste, die nach denselben Kriterien erstellt wird wie
die internationale Rote Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN),
jedoch auf Europa begrenzt ist, gibt einen Überblick über den Erhaltungszustand
von etwa 6.000 europäischen Arten (Säugetiere, Reptilien, Amphibien,
Süßwasserfische, Schmetterlinge, Libellen und ausgewählte Gruppen von Käfern,
Weichtieren und Gefäßpflanzen).
Sie listet Arten auf, die auf regionaler Ebene
vom Aussterben bedroht sind, damit der
Erhaltungszustand dieser Arten durch geeignete Schutzmaßnahmen verbessert werden
kann. (red/APA)