Markt für nachhaltige Veranlagung zog kräftig an

22. November 2011, 12:54
posten

Wien - Der Markt für ethische und nachhaltige Investments hat in Österreich und im gesamten deutschsprachigen Raum im Vorjahr - trotz oder wegen der Finanzkrise - einen kräftigen Wachstumsschub erhalten. 2010 machte das nachhaltige Anlagevolumen aus Publikumsfonds, Mandaten und sonstigen Finanzprodukten in Österreich rund 2,43 Mrd. Euro aus. Das bedeutet gegenüber 2009 ein Plus von 17 Prozent. Inklusive Kundeneinlagen von Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus erhöhte sich das Volumen auf 2,97 Mrd. Euro, hat das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) errechnet.

Im gesamten deutschsprachigen Raum - also inklusive Deutschland und der Schweiz - stieg das nachhaltige Anlagevolumen um 14 Mrd. auf 51,9 Mrd. Euro. Werden bisher nicht erfasste Marktsegmente dazugerechnet, waren 2010 insgesamt 94,5 Mrd. Euro nachhaltig investiert. Das Wachstum in Deutschland und der Schweiz machte 23 Prozent aus. Der größte Teil der nachhaltigen Veranlagungen entfiel mit 33,6 Mrd. Euro auf die Schweiz, in Deutschland waren es 15,9 Mrd. und in Österreich 2,4 Mrd. Euro.

"Bereits das zweite Jahr in Folge konnte der österreichische nachhaltige Anlagemarkt deutliche Zuwächse und damit jeweils historische Höchststände verzeichnen", so der stellvertretende FNG-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Pinner am Dienstag in einer Pressemitteilung des FNG.

Auch im Vergleich zum Gesamtmarkt konnte ein Plus verzeichnet werden. Der Anteil der nachhaltigen Investments am österreichischen Gesamtmarkt stieg 2010 auf 1,7 Prozent nach 1,5 Prozent im Jahr davor.

Dieser Aufwärtstrend werde sich den Prognosen der befragten Finanzdienstleister zufolge auch weiter fortsetzen, so Pinner. Er rechnet in den kommenden drei Jahren mit einem Plus von 50 Prozent. Treiber seien die institutionellen Investoren, dicht gefolgt von den privaten Investoren.

Derzeit wird der nachhaltige Anlagemarkt in Österreich und Deutschland noch von institutionellen Investoren dominiert. Sie halten einen Anteil von 74 bzw. 77 Prozent. In der Schweiz haben dagegen die privaten Anleger mit einem Anteil von 57 Prozent die Nase vorne.

Fast 95 Prozent der nachhaltig ausgerichteten Finanzdienstleister orientieren sich bei den Veranlagungsentscheidungen an negativen Anlagekriterien, mit denen beispielsweise Investments in Bereiche wie Rüstung, Atomkraft oder Gentechnik ausgeschlossen werden. Der "Best-in-Class"-Ansatz ist der zweitwichtigste Ansatz. (APA)

Share if you care.