Tele2 übernimmt Silver Server

22. November 2011, 11:15
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Kaufpreis soll rund 18 Millionen Euro betragen - Silver-Server-Gründer Obereder zieht sich aus dem Geschäft zurück

Der heimische Festnetz- und Internetmarkt ist wieder in Bewegung. Der skandinavische Telekomkonzern Tele2 übernimmt den Internetanbieter Silver Server und rückt damit näher an den Marktführer A1 heran.

Kaufpreis soll rund 18 Millionen Euro betragen

Der Deal wurde am Dienstag unterschrieben, sagte der Tele2-Chef in Österreich, Alfred Pufitsch. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Kolportiert wird ein Kaufpreis von rund 18 Millionen Euro.

"Das ist eine kleine Perle für uns."

Durch die Übernahme werde sich der Marktanteil von Tele2 in Österreich im B2B-Geschäft von 8 auf 10 Prozent erhöhen, schätzt Pufitsch. Neben der Umsatzerweiterung erwerbe man auch eine interessante Infrastruktur - Silver Server besitzt in Wien ein Glasfasernetz von 300 km Gesamtlänge. "Das ist eine kleine Perle für uns."

An der Mitarbeiterzahl soll sich  vorerst nichts ändern

Tele2 verstärke damit sein Engagement im B2B-Bereich, sagte Pufitsch. "Die Business-Kunden beider Unternehmen werden vom Zusammenschluss und vom gemeinsamen Netzausbau profitieren." Die beiden Unternehmen sollen bis auf weiteres eigenständig am österreichischen Markt agieren. Es ist jedoch geplant, Infrastruktur-Investitionen zusammenzulegen und auch die Büroräume im ARES-Tower, wo Tele2 seinen Hauptsitz hat, gemeinsam zu nutzen. An der Mitarbeiterzahl soll sich laut Pufitsch vorerst nichts ändern, es werde aber eine "sinnvolle Zusammenführung von Aktivitäten" geben, wobei Voraussagen über die künftige Mitarbeiterzahl jedoch nicht möglich seien.

"Wir erwarten und hoffen, dass uns keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden"

Das Closing des Deals wird für Anfang 2012 erwartet, die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde vorausgesetzt. "Wir erwarten und hoffen, dass uns keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden", sagte Pufitsch. Auch nach der Übernahme hätten die beiden Unternehmen in Österreich keine marktbeherrschende Stellung.

"Nach 17 erfolgreichen und spannenden Jahren habe ich mich zum Verkauf des Unternehmens entschlossen"

Der Gründer und Eigentümer von Silver Server, Oskar Obereder, will sich nach der Abwicklung der Transaktion aus dem Geschäft zurückziehen. "Nach 17 erfolgreichen und spannenden Jahren habe ich mich zum Verkauf des Unternehmens entschlossen. Mit Tele2 habe ich den idealen Partner gefunden, um die Zukunft des Unternehmens und die professionelle Betreuung unserer Kunden langfristig zu sichern", lässt Obereder mitteilen. Pufitsch wird ihn an der Spitze von Silver Server ablösen.

Silver Server hat seinen Sitz in Wien und wurde 1994 gegründet. Das Unternehmen beschäftigt 75 Mitarbeiter, betreut um die 8.000 Kunden österreichweit und erwirtschaftet 2011 einen Umsatz in Höhe von rund 11,5 Mio. Euro. Pufitsch rechnet für heuer mit einem EBITDA von mehr als 2 Mio. Euro.

In elf Ländern aktiv

Die schwedische Tele2-Gruppe hat derzeit 31 Millionen Kunden in 11 Ländern mit Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Mobiltelefonie, Breitbandinternet und Festnetz-Telefonie, Datennetzwerke, Kabel TV und Content Services. Tele2 notiert seit 1996 an der OMX Nordic Exchange. 2010 erwirtschaftete Tele2 AB einen Umsatz in Höhe von 40,2 Mrd. Kronen (rund 4,58 Mrd. Euro) und ein EBITDA in Höhe von 10,3 Mrd. Kronen. Das EBITDA der Gruppe betrug im 3. Quartal 2011 2,9 Mrd. Kronen (nach 2,75 Mrd. im 3. Quartal 2010). In Österreich beschäftigt Tele2 rund 260 Leute (vor einem Jahr waren es 280). Das EBITDA ging im 3. Quartal auf 80 Mio. Kronen (nach 91 Mio. Kronen) zurück. (APA/sum)

  • Silver Server-Gründer Oskar Obereder -  "Nach 17 erfolgreichen und spannenden Jahren habe ich mich zum Verkauf des Unternehmens entschlossen" - Zu den Silver Server -Kunden zählt auch derStandard.at
    foto: sil

    Silver Server-Gründer Oskar Obereder - "Nach 17 erfolgreichen und spannenden Jahren habe ich mich zum Verkauf des Unternehmens entschlossen" - Zu den Silver Server -Kunden zählt auch derStandard.at

  • "Das ist eine kleine Perle für uns."

    "Das ist eine kleine Perle für uns."

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