Europas Leitbörsen leicht erholt

22. November 2011, 13:25
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Rohstoffwerte gut gesucht - Thomas Cook mit massivem Kurseinbruch

Wien - Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag zu Mittag nach den Kursverlusten vom Vortag etwas erholt gezeigt. Der DAX in Frankfurt notierte um 13.10 Uhr mit 5.659,65 Punkten und einem Plus von 53,65 Einheiten oder 0,96 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London erhöhte sich um 39,4 Zähler oder 0,75 Prozent auf 5.261,99 Stellen. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 legte 13,47 Einheiten oder 0,62 Prozent auf 2.173,75 Punkte zu.

Trotz des Erholungskurses an den Börsenparketts stehen nach wie vor die Schuldenkrisen auf beiden Seiten des Atlantiks im Blickpunkt. Die Sparkommission in den USA konnte sich am Vortag nicht auf einen gemeinsamen Vorschlag zur Lösung der Schuldenmisere einigen. Dadurch dürfte das Kreditrating der weltgrößten Volkswirtschaft zwar nicht unmittelbar gefährdet sein, allerdings erklärte die Ratingagentur Fitch, dass eine Änderung des Ausblicks auf negativ von bisher stabil möglich sei. Dagegen sprachen sich die anderen großen Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Moody's gegen eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA aus.

Bezüglich der Euro-Schuldenkrise dürfte Marktteilnehmern zufolge weiterhin die Sorge vor einer Abstufung der französischen Bonität durch Moody's nach wie vor präsent sein. Sollte dieser Fall eintreten, könnte auch die Bonität des Euro-Rettungsfonds EFSF auf dem Spiel stehen, hieß es aus Händlerkreisen.

Konjunkturseitig werden am Nachmittag Daten zum US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal erwartet. Zudem wird am Abend das Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank Fed veröffentlicht. Von Unternehmensseite blieb die Nachrichtenlage indessen eher dünn. Am unteren Ende des Euro-Stoxx-50 zeigten sich die beiden französischen Bankenwerte BNP Paribas (minus 1,68 Prozent auf 26,40 Euro) und Societe Generale (minus 1,31 Prozent auf 15,80 Euro).

Nokia im Minus

Größter Verlierer des Leitindex waren allerdings Nokia mit minus 6,10 Prozent auf 4,31 Euro. Am Markt wurde darauf verwiesen, dass sich einige Analysten skeptisch zum Verkaufsstart von Smartphones mit Windows Mobile als Betriebssystem zeigten. Die Erwartungen an die Einführung der neuen "Lumia"-Geräte seien wegen der großen Unterstützung durch die Netzbetreiber womöglich zu hoch geschraubt worden, so ein Analyst.

In London konnten indessen Rohstoffwerte von den steigenden Metallpreisen profitieren. So legten Anglo American 2,82 Prozent auf 2.292 Pence zu, Rio Tinto rückten um 1,59 Prozent auf 3.132 Pence vor und Glencore konnten einen Zuschlag von 1,48 Prozent auf 380,65 Pence verbuchen.

Mit einem massiven Kurseinbruch um mehr als die Hälfte ihres Werts gerieten die Aktien des Reiseveranstalters Thomas Cook in den Fokus der Investoren. Die Titel stürzten um 66,02 Prozent auf 13,97 Pence ab. Das angeschlagene britisch-deutsche Unternehmen braucht von seinen Gläubigerbanken offenbar mehr Geld. Sowohl das Geschäft als auch die finanzielle Lage hätten sich im Oktober verschlechtert, hieß es. Deshalb habe der Konzern mit Blick auf die bevorstehende umsatzschwache Wintersaison Verhandlungen mit den wichtigsten Banken über seine Kreditlinien aufgenommen.(APA)

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