Monti startet in Brüssel Krisen-Gespräche

22. November 2011, 09:23
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Thema des Gespräches sind die Maßnahmen und Reformen, die Monti zur Eindämmung der Schuldenkrise in Italien plant

Rom - Mario Monti debütiert als neuer italienischer Premier in Brüssel. Am Dienstag trifft der 68-jährige Wirtschaftsprofessor, der seit vergangener Woche an der Spitze eines Fachleutekabinetts in Rom steht, mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy zusammen. Thema des Gespräches sind die Maßnahmen und Reformen, die Monti zur Eindämmung der Schuldenkrise in Italien plant. Auch das Thema Eurobonds soll angesprochen werden.

Am Donnerstag wird Monti an einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy teilnehmen. Themen wie die Aufrüstung des Euro-Rettungsfonds EFSF als Feuermauer gegen Ansteckungsgefahren in der Schuldenkrise sowie die Emission von Eurobonds sollen im Rahmen des Treffens angesprochen werden.

Monti hatte am Montag seine erste Ministerratssitzung in Rom geleitet. Die neue Regierung, die Italien aus der akuten Schuldenkrise führen soll, verabschiedete ein Dekret zur Umsetzung einer föderalistischen Reform, die das Kabinett von Montis Vorgänger Silvio Berlusconi in die Wege geleitet hatte. Damit wird die Autonomie der Hauptstadt Rom im Steuerbereich gestärkt.

Zugleich besprach Monti mit seinen 16 Ministern erste Schritte zur Umsetzung des Sparprogramms, das der Premier dem italienischen Parlament vergangene Woche vorgestellt hatte. Monti will in erster Linie die grassierende Schattenwirtschaft bekämpfen. So will der Premier Bargeldzahlungen Einschränkungen unterziehen. Monti denkt auch an eine Verschärfung der milliardenschweren Sparpakete, die Berlusconi in den vergangenen Monaten verabschiedet hatte. Monti überprüft auch die Wiedereinführung der Immobiliensteuer ICI. (APA)

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