Beinahe-Sensation für Melzer/Petzschner

21. November 2011, 21:08

Auftakt-Niederlage beim World-Tour-Finale nach vergebenem Match­ball gegen Bob und Mike Bryan - Djokovic hatte Mühe, Murray erwägt Aufgabe

London - Der Niederösterreicher Jürgen Melzer hat mit seinem deutschen Doppelpartner Philipp Petzschner bei den ATP World Tour Finals in London eine Überraschung nur knapp verpasst. Am Montagabend schrammte das an siebenter Stelle gesetzte Duo in seinem ersten Gruppenspiel trotz Matchballs am Sieg vorbei, unterlag dem weltbesten Doppel Bob und Mike Bryan (USA) schließlich mit 7:6(4),5:7,7:10. Noch aber lebt vor den beiden letzten Partien in Pool A die Hoffnung auf den Halbfinaleinzug.

Nach dem knappen Gewinn des hartumkämpften ersten Satzes marschierten Melzer/Petzschner im zweiten Durchgang scheinbar unaufhaltsam in Richtung Sieg und servierten beim Stand von 5:3 auf das Match. Dann aber legten die Gegner den Schalter um, wehrten einen Matchball ab und glichen mit vier gewonnenen Games in Folge aus.

Das entscheidende Tie-Break brachte erst eine schnelle 4:1-Führung der Bryans, noch einmal kämpften sich Melzer/Petzschner aber auf 7:8 heran. Mit einem unerwarteten Volley-Fehler leitete Melzer dann allerdings die Niederlage ein, Bryan/Bryan verwerteten ihren ersten Matchball souverän.

Die weiteren Gegner von Melzer/Petzschner in Gruppe A sind Mahesh Bhupathi/Leander Paes (IND) und Robert Lindstedt/Horia Tecau (SWE/ROM). Das direkte Duell am Montag sicherte sich die schwedisch-rumänische Paarung mit 7:6(6),6:1. Bereits im Vorjahr hatte es Melzer an Petzschners Seite zum Finale geschafft, nach zwei Niederlagen und einem Sieg war aber nach der Gruppenphase Schluss. 

Mühevoller Auftakt für Djovokic

Der Weltranglisten-Erste Novak Djovokic ist mit einem mühevollen Auftaktsieg gestartet. Der serbische Saison-Dominator bezwang am Montagabend den Tschechen Tomas Berdych mit 3:6, 6:3, 7:6 (7:3). Zuvor hatte die britische Turnier-Hoffnung Andy Murray in Gruppe A einen Fehlstart erwischt. Der Weltranglisten-Dritte verlor sein erstes Match bei den ATP World Tour Finals gegen den Spanier David Ferrer mit 4:6, 5:7, war jedoch auch gehandicapt. Der 24-jährige Schotte laboriert an Leistenbeschwerden, die ihn am Montag auch stark behinderten. Sogar eine Aufgabe beim finalen Saisonhöhepunkt sei laut Murray möglich.

Murray angeschlagen

"Ich werde morgen entscheiden, ob ich weiterspiele oder nicht", erklärte der Weltranglisten-Dritte. "Wenn es kein Grand Slam oder nicht dieses Turnier wäre, würde ich sicher nicht spielen." Als erster Ersatzmann müsste der Serbe Janko Tipsarevic einspringen.

Murray war als einer der Mitfavoriten nach London gekommen, hatte er doch im Herbst unter anderem 17 Spiele in Folge und damit die Turniere in Bangkok, Tokio und Shanghai gewonnen. Nun könnte der Schotte die beiden ausständigen Gruppenspiele gegen den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic und den Tschechen Tomas Berdych gewinnen müssen, um ins Halbfinale einzuziehen. Berdych hatte zuletzt im Viertelfinale von Paris Murrays Siegesserie beendet. (APA)

Kommentar posten
18 Postings

was hat denn der federer da grad abgezogen. das war ja unmenschlich. (auch wenn nadal natürlich nicht sein bestes tennis gespielt hat, zwar wenig eigenfehler, aber doch weit weg von den linien und wenig 1.). trotzdem sehr sehr beeindruckend.

lieber ORF, WIESO

ist der neue ORF-Sport-Digital mal da und mal weg? und dann friert das bild ein? und dann stotterts - was bei jedem sport stört, aber beim tennis wirst dabei wahnsinnig, wenn der Ball in der Luft stehen bleibt......

Vermelzt und zugepetzschnert.

leider ist knapp daneben auch vorbei.

7:10 im dritten Satz?

Wie geht das? Oder ist das nur im Doppel so (Djokovic hat auch "nur" 7:6 im dritten gewonnen)?

Liebe Grüße

7:10 deshalb, weil es das sogenannte Champions-Tiebreak ist, das beim Doppel anstelle des entscheidenden 3. Satzes zur Anwendung kommt. Das heißt, es wird im letzten Satz kein einziges Game mehr gespielt, stattdessen gibts ein Teibreak, das aber in dem Fall dann auf 10 Punkte gespielt (bei 2 Punkten Unterschied) wird.

trotz neuer Bürste in der Loge (jaja da war die Benesova...) spielt Melzer noch immer weit hinter seiner Form von 2010...der Volley beim 7:8 im Matchtiebreak war ja echt zu Wegschauen!

toller berdych verlangt djokovic alles ab.

das war die bisher mit abstand stärkste partie beim atp-finale.

schon beeindruckend wie berdych dem djoker zeitweise von der grundlinie einschenkte.

das hat man heuer noch nicht allzuoft gesehen, dass jemand gegen nole das tempo diktiert.

die beiden boten sich einen grundlienien-schlagabtausch vom feinsten.

gegen ende des 3. satzes hatte berdych sogar break- u matchball bei aufschlag djokovic, welchen der djoker nach einer langen ralley wie ein großer champ abwehrte.

gefühlsmäßig war berdych gestern der etwas stärkere spieler, aber das macht eben die extra-klasse von djokovic, nadal u federer aus, dass sie in solchen spielen, in denen der gegner groß aufspielt, ruhig bleiben, auf ihre chance warten u dann eiskalt zuschlagen.

war mittendrin, statt nur dabei. das spiel war wirklich mit abstand das beste, wenn man es mit dem nadal spiel vergleicht, so muesste man fast glauben da wuerden 100 raenge dazwischenliegen. berdych war ueber die meiste zeit der bessere spieler, und er hatte auch die halle hinter sich. dem djoker hat dies sichtlich gar nicht geschmeckt (wurde nach dem siegerinterview teilweise sogar etwas ausgepfiffen, eben weil er meinte, er haette heute groesstenteils nicht gut gespielt). berdych hats leider verschenkt, weil er im 3. satz eigentlich klar obenauf war. man muss aber auch dem djoker respekt zollen, solche spiele gewinnt nicht jeder (wahrscheinlich momentan kaum einer ausser ihm).

Das Match hat der Berdych verloren,

nicht der Djokovic gewonnen.

Berdych verschlug einen Ball, so wehrte der ach so tolle Djokovic den Matchball ab.

stimmt! im am ende war's dann ein fehler von berdych - aber nach einer langen ralley, in der djokovic eben keinen machte.

Sehr schade. Super spiel, klassisch vermelzert. Melzer anfangs noch recht stark, I'm entscheidenen moment aber leider nicht vorhanden. Bei 5:3 und eigenem auffschlag brachte er keinen einzigen ersten rueber, die folge war das rebreak. I'm tiebreak kam auch kein service. Schade, das spiel haetten sie eigentlich gewinnen koennen/muessen. Uebrigens so wie berdych, super spiel, leider vermelzert.

bitter war der verhaute volley, der den amis den matchball brachte... da fühlte ich mich wieder sehr stark an alte zeiten erinnert.

dieser mann vermelzert mehr, als einst melzer vermelzern konnte.....

schade, schade, schade

5:4 im zweiten, 15 beide und petzschner schlägt einen volley, den man normal blind spielt, mit dem rahmen ins nirgendwo, danach doppelfehler und break. dann ein 15:5 punkte lauf für die brayns und die partie eigentlich entschieden (3:7 im champs. TB). plötzlich sind die pez/mel wieder auf 7:8 dran, schlagen selber auf und melzer verhaut einen 100% volley. dann wars entgültig vorbei.
super partie - aber davon haben sie jetzt leider nix. in der nächsten partie besser machen und platz zwei in der gruppe absichern!

richtig - verpetschnert!!!

war zwar bei 5:3 15/15, aber den volley hat er richtig verpetschnert! so macht man gegner wieder stark!

hast du natürlich recht!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.