Militärprozess gegen Manning könnte näher rücken

21. November 2011, 20:40

Weitgehend öffentliche Anhörung beginnt am 16. Dezember

Washington - Ein Militärprozess gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning rückt möglicherweise näher. Nach Angaben seines Anwaltes ist im kommenden Monat eine mehrtägige Anhörung angesetzt, in der geprüft werde, ob die Beweise für die Eröffnung eines Gerichtsverfahrens ausreichten. Dem seit rund eineinhalb Jahren inhaftierten Soldaten wird unter anderem eine "Kollaboration mit dem Feind" vorgeworfen.

Die weitgehend öffentliche Anhörung beginne am 16. Dezember in Fort Meade im Bundesstaat Maryland und solle ungefähr fünf Tage dauern, schrieb die Anwaltskanzlei David E. Coombs am Montag in ihrem Blogbeitrag. Von offizieller Seite gab es für den Termin zunächst keine Bestätigung.

Die Militärs haben Manning offiziell wegen eines Videos angeklagt, mit dem Wikileaks weltweit Aufsehen erregt hatte, weil es einen tödlichen Hubschrauberangriff auf Zivilisten im Irak zeigt. Viel schwerwiegender ist aber der Verdacht gegen den 23-Jährigen, sich illegal 150 000 geheime Depeschen des US-Außenministeriums beschafft zu haben, die von Wikileaks veröffentlicht wurden. Er soll die Depeschen heimlich aus dem Geheimnetz SIPRNet kopiert haben, zu dem er während seiner Dienstzeit im Irak Zugang hatte. (APA)

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11 Postings
Dr.Winter - Institut für angewandte Psychatrie
12
22.11.2011, 14:09
Das wird der Friedensnobelpreisträger niemals zulassen,

daß jemandem der Prozess gemacht wird, der abscheuliche Verbrechen ans Licht gebracht hat.

Aber der protestiert vermutlich derzeit gegen das Steuerverfahren der Chinesen gegen Ai Wau Wau und konnte sich dem Fall Manning noch nicht widmen.

667 one step ahead of the devil
04
22.11.2011, 08:19
Österreichische Scheinheiligkeit

Ist sonst noch jemand aufgefallen, wie oft unsere Politik, auch der ORF, die Festnahme Ai Weiwei kritisiert. Wenn es um die unmenschliche Behandlung Mannings geht, getraut sich keiner unsere Politiker seinen Mund aufzumachen. Der Junge hat ein nur Video veröffentlicht in welchem Zivilisen niedergemetzelt wurden. Ein Journalist kriegt dafür einen Preis. Nicht auszuhalten, diese Angst vor den US. Wo ist der Aufschrei in ORF Berichten, und wo die Forderung unserer Politik an die USA, Menschenrechte genauso wie China einzuhalten.

Freedom to the people
02
22.11.2011, 09:41
Die USA halten doch die Menschenrechte genauso wie China ein.

;-)

667 one step ahead of the devil
00
22.11.2011, 12:16

hoppala, so wollte ich mich nicht ausdrücken. ;)

NONE
53
22.11.2011, 02:35

Was das Militärregime der USA macht ist völlig irrelevant.

Manning ist ein Held der den Friedensnobelpreis verdient. Auf alle Fälle mehr als Obama.

Aber es ist klar warum die USA Manning nicht freilassen wollen - es hätte Vorbildwirkung wenn Menschen auf einmal die Machenschaften der korrupten Politiker transparent machen würden.

Horst Holzinger
45
22.11.2011, 00:39
Die EU-Menschenrechtsbeauftragten sollten endlich

in den USA protestieren und gegen diese verbrecherische Behandlung eines Helden sich positionieren, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit ans Licht gebracht hat.

Aber das ist der Karriere nicht förderlich. Allensfalls unterstützt man dieses US-Folterregime mit Landerechten und sonstiger Logistik, damit sie ihre Menschenrechtsverletzungen besser organisieren können.

Peacefaktor
43
22.11.2011, 00:29
tja, die Nürnberger Prozesse gelten für die USA nicht:

Durch diese wurde nämlich verankert, dass man Kriegsverbrechen melden muss. Aber man sieht, wie sehr die Politik der USA mittler Weile der, der Nazis ähnelt: neben Folterlagern, werden die eigenen Kriegsverbrechen vertuscht, und die, die sie aufzeigen eingesperrt und angeklagt.

Irgendwann wird, wie bei den Nazis, der Tag kommen, an dem sich ein paar Herren und Damen vor Gericht verantworten müssen und ein Manning eine Madaille bekommt.

Ich wünsche Manning alles, alles Gute. Es hat sehr viel Mut dazu gehört Zivilcourage zu zeigen, etwas, was Obama und Konsorten völlig fremd zu sein scheint.

Es ist eine Schande, wie die USA mit der Wahrheit umgeht. Warum gibt es hier keine Sanktionen? Wo bleibt der Aufschrei der EU?

insertnamehere
 
01
22.11.2011, 12:17
"Warum gibt es hier keine Sanktionen?"

Vielleicht, weil man mit Kooperation mehr erreicht, als wenn man sich selbst isoliert? Man hat dann auch mehr Einfluss auf Verbesserungen der Menschenrechte in den USA und deren Außenpolitik auch. Sanktionen treffen im Übrigen immer die Bevölkerungen ...

So sehen Sie das ja beim Thema Iran (außerdem schaffen Sie's dort, NICHT dauernd die Nadsies rauskramen zu müssen).

Vielleicht sieht die EU das so beim Thema USA.

Peacefaktor
10
22.11.2011, 12:56
Sie haben natürlich im Prinzip Recht:

Ich versuche nur mit gleichem Maß zu messen, und gegen den Iran macht man es mit Sanktionen. Deshalb müsste es im Grunde auch gegen die USA welche geben. Sonst wird mit unterschiedlichem Maß gemessen.

insertnamehere
 
01
22.11.2011, 17:12
"Ich versuche nur mit gleichem Maß zu messen, und gegen den Iran macht man es mit Sanktionen."

Wobei die Sanktionen meines Wissens überhaupt nix damit zu tun haben, wie viele Leute der Iran wie oder wofür verknackt/abmurkst.

Nur so am Rande.

WENN Sie denn NICHT mit zweierlei Maß messen wollen, wäre die Frage, was dem Manning blüherte, wenn er seine Aktion als iranischer Soldat im Iran abgezogen hätte.

Die Reaktion zumindest hier im Forum, wo sich natürlich jeder heftig dagegen wehrt, dass mit zweierlei Maß gemessen wird, sähe wohl in etwa so aus:
http://derstandard.at/131918343... forumstart

yomellamo
42
21.11.2011, 21:33
"Die weitgehend öffentliche Anhörung beginne am 16. Dezember in Fort Meade im Bundesstaat Maryland und solle ungefähr fünf Tage dauern...

... und die vorgesehene Strafe worde bereits vorsorglich in den abschliessenden Akten vermerkt"

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