Ägyptische Tragödie

Kommentar | Gudrun Harrer, 21. November 2011, 19:38

Die Vertrauensbasis zwischen den Gruppen der ägyptischen Gesellschaft ist dahin

Niemand hat sich den Übergang Ägyptens vom System Mubarak in die Demokratie einfach vorgestellt. Aber dass der Beginn der ersten freien Wahlen im Schatten eines Blutbads am Tahrir-Platz stehen wird, ist eine Tragödie. Vordergründig stehen sich "das Militär" auf der einen Seite und der Rest des Landes auf der anderen gegenüber. In Wahrheit können auch jene, die ein neues Ägypten wollen, keine Grundübereinkunft darüber schließen, wie es aussehen soll. Die Vertrauensbasis zwischen den Gruppen der ägyptischen Gesellschaft ist dahin.

Noch einmal schweißen das Entsetzen und die Wut über die Brutalität, wie "die da oben" - früher Mubarak, jetzt der Hohe Militärrat - mit den Demonstranten umgehen, das Land zusammen. Es ist ein schlimmes Erwachen für einige, die den Traum von der patriotischen ägyptischen Armee, die am 11. Februar die Revolution der Jungen, Unzufriedenen vollendet hatte, weiterträumen wollten, obwohl die Zeichen längst anders standen.

Nun zeigt sich, dass das Militär seine Rolle auch für die Zukunft als erste Macht im Staate sieht - parallel dazu kann man durchaus ein buntes, schwaches Parlament wählen lassen, in dem die Repräsentanten der Bevölkerung nett miteinander spielen dürfen. Alles andere - Verfassungsgebung, Regierung - lässt die Armee nicht aus. Und ob die Gesellschaft genug Geschlossenheit und Optimismus für eine neue Revolutionsrunde aufbringt, ist unsicher. (DER STANDARD, Printausgabe, 22.11.2011)

Der CIA ist mit Sicherheit an einer milit.Regierung

und keinesfalls wie Clinton-verlogen an einer demokr.liberalen Regierung interessiert.
Die jungen Leute wolle diese aber haben dswg. wird es noch ein lang steiniger und auch blutiger Weg bis dahin.

Ägypten kann nur dann den Schritt nach vorn machen wenn ganz klar bewust transparentere Formen und Regulierungen angestrebt werden. Man muß Transparenz wollen um sie auch zu erreichen. Mit dem selben Bodenpersonal aber neuer Führung ist unter 98% Wahrscheinlichkeit keine Veränderung zu erwarten.
Jene, die verändern wollen, müßen in der Spitze vorhanden sein - und willig noch dazu.
Und die Veränderung kann nur demokratischere Regelungen bei Beibehaltung staatlicher Regulierungskraft bedeuten

na komm, NATO, hilf den Zivilisten !

Militär-Regime Ägyptens unterdrückt, schlägt, tötet - was ist ?

kein Öl dort ?

....und wir, der Westen, davon ganz besonders die USA verdrehen die Äugerln und heucheln Betroffenheit....

Wer zum Kuckuck, steht hinter der ägyptischen Armee?
Wer außer den USA?
Aber Frau Harrer!

Ägyptische Tragödie

die für realisten vorhersehbar war. ägypten, zunesien, libyen, syrien, dann vielleicht noch der iran. die ganze gegend wird durch ein paar intelektuelle (die teile des volks für ihre interessen ausnutzen) und ihrer helfer im ausland destabilisiert. wir steuern auf einen großen krieg zu. aber in schlechten zeiten haben ja kriege immer geholfen die wirtschaft wieder anzukurbeln.

Jedenfalls hoffen das die USA und Israelis, und wir sehen es in diesen Tagen, der Plan von der proisraelischen Scheindemokratie funktioniert nicht!

neue Revolutionsrunde

Angesichts der schlechten Wirtschaftslage, der ungebrochenen Willkür von Polizei und Militär und der allgemeinen Verunsicherung ist es erstaunlich, dass es überhaupt zu so starken Protesten kommt. Für ein "demokratie-unerfahrerenes" Land wie Ägypten ist die gegenwärtige Entwicklung schon eine beachtliche Leistung.
"Und ob die Gesellschaft genug Geschlossenheit und Optimismus für eine neue Revolutionsrunde aufbringt, ist unsicher."
Das hängt vielleicht weniger von der ägyptischen Gesellschaft ab, als davon wie viel Waffen und Tränengas der "Westen" der ägyptischen Militärregierung zur Verfügung stellt, um das Land "ruhig" und "sicher" zu halten. Sicher für wen???

?
Die schlechte Wirtschaft war schon in Tunesien Hauptmotor der Proteste (freilich wird durch Revolution die Situation nicht gerade besser).

Dass die Militärgläubigkeit nun ins Wanken gerät, ist zumindest positiv, denn eine solche ist jedenfalls kein guter Start für eine Demokratie.

Konfrontation mit dem Militär

sieht dann so aus -> http://www.liveleak.com/view?i=b8... 1321895524

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