Eine Regionalbahn für Salzburg und Bayern

21. November 2011, 18:48
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Landbürgermeister gründen Verkehrsinitiative - Machbarkeitsstudie soll Ende 2013 fertiggestellt sein

Salzburg - Eine Regionalbahn nach dem Vorbild von Karlsruhe soll es mittelfristig auch im Großraum Salzburg geben. Zumindest wenn es nach dem Verein "Regionalstadtbahn Salzburg Bayern" (RSB) geht. 29 Gemeinden aus Salzburg, Oberösterreich und Bayern haben sich zu dem Interessenverband zusammengeschlossen.

Wie in Karlsruhe soll die Regionalbahn das bestehende Schienennetz der deutschen und der österreichischen Bahn sowie der Lokalbahn von Salzburg nach Norden nutzen. Durch die Landeshauptstadt soll die Regionalbahn als Tramway geführt werden. Hier müssten neue Schienen verlegt und wohl auch eine neue Salzachbrücke gebaut werden.

Neuer Schienen bedürfte auch die geplante Wiederbelebung der historischen Schienenverbindung Salzburg-Bad Ischl. Im Endausbau könnten Züge dann sogar bis in die Obersteiermark oder nach Tirol und Kärnten geführt werden. RSB-Projektkoordinator Gottfried Mayer geht von insgesamt mindestens 40 Millionen Fahrgästen pro Jahr aus.

Als ersten Schritt zur neuen Bahn haben die Gemeinden eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die auch eine Baukostenschätzung enthalten wird. Die Hälfte der Kosten für die Studie von 1,1 Millionen Euro übernimmt die EU, einen Teil steuern die Gemeinden bei, und auch das Land Salzburg und das Verkehrsressort der Stadt sind mit im Boot.

Geplanter Fertigstellungstermin der Studie: Ende 2013, gerade rechtzeitig vor den Landtags- und Gemeinderatswahlen Anfang 2014.

Widerstand gegen das ambitionierte Vorhaben kommt ausgerechnet aus der vom täglichen Stauchaos am meisten in Mitleidenschaft gezogenen Landeshauptstadt. Während Verkehrsressortchef Johann Padutsch (Bürgerliste) die Machbarkeitsstudie mitfinanziert, hat Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) überhaupt keine Freude mit den Plänen.

Er wolle sich die städtische Verkehrspolitik nicht von den Umlandgemeinden vorschreiben lassen, richtete er den RSB-Proponenten über die Lokalmedien wiederholt aus. Dahinter steht auch das immer noch durch die Magistratsbüros geisternde Projekt der unterirdischen Verlängerung der Lokalbahn durch die Stadt - auch wenn diese Tunnelvariante um ein Vielfaches teurer wäre als die Gleisführung über Tag.

RSB-Koordinator Mayer lässt sich von Schadens Ablehnung nicht beeindrucken. Notfalls könne die erste Pilotstrecke ja auch durch den "Speckgürtel" der Stadt parallel zur A1 gebaut werden und die Verkehrserreger Europark, Fußballstadion und die Kaserne Wals-Siezenheim anbinden. (neu, DER STANDARD; Printausgabe, 22.11.2011)

  • In der Stadt Salzburg wurde die Straßenbahn Mitte des vergangenen 
Jahrhunderts durch Oberleitungsbusse ersetzt. Jetzt ist ein Comeback der
 Tramway in Sicht.
    foto: stadtarchiv salzburg/krieger

    In der Stadt Salzburg wurde die Straßenbahn Mitte des vergangenen Jahrhunderts durch Oberleitungsbusse ersetzt. Jetzt ist ein Comeback der Tramway in Sicht.

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