Schüler klagt Republik

"Der Klaps war eine Aktion zu viel"

21. November 2011, 18:34

Schüler klagt Republik: Vater und Direktor als Zeugen

Linz - "Papa, es hat sehr weh getan", habe sein Sohn gesagt. Der großgewachsene Mann kämpft im Zeugenstand vor Richter Stefan Pellegrini mit den Tränen. Er ist der Vater jenes siebenjährigen Volksschülers, der die Republik klagt. Die Eltern behaupten, dass der Schüler mehrfach vom Direktor tätlich angegriffen worden sei. Am Montag wurde der Prozess am Landesgericht Linz mit der Einvernahme des Vaters und des mittlerweile pensionierten Direktors fortgesetzt.

Zu Beginn habe es in der Schule "kaum" Probleme gegeben - bis der Bub im Oktober 2009 plötzlich erzählte, der Direktor hätte ihn geschlagen. "Er hat gesagt, er hat einen Schlag auf den Hinterkopf bekommen", erinnert sich der Vater. Die Eltern schenken den Erzählungen ihres Kindes vorerst keinen Glauben. Doch der Bub erzählt von weiteren Übergriffen. Zweimal habe ihn der Direktor "fest" an der Schulter und am Hals gepackt. "Ab diesem Zeitpunkt hat sich unser Kind im Verhalten verändert und auch begonnen einzunässen", erzählt der Vater.

Ohrfeige am Gang

"Eskaliert" sei die Situation im Mai 2009. "Der Bub war unruhig und wurde von der Lehrerin auf den Gang geschickt. Vor der Tür stand der Direktor und hat unserem Kind wortlos eine Ohrfeige verpasst und ihn in die Klasse zurückgestoßen", schildert der Vater. Der Versuch eines klärenden Gesprächs scheitert, die Eltern zeigen den Direktor an. Der Schulleiter gesteht vor Gericht zumindest einen Übergriff: "Es war ein leichter Klaps, das war eine Aktion zu viel. Es hat aber nicht wehgetan, und ich habe mich entschuldigt." Der Bub sei in der Schule oft unruhig und aggressiv gewesen: "Da bin ich öfter dazwischengegangen und hab auch angepackt - um Verletzungen zu vermeiden." Der Prozess wurde am Montag auf Jänner vertagt.

Pflichtschullehrer-Gewerkschafter Paul Kimberger von der VP-nahen Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) fordert indes mehr Durchgriffsrechte für Lehrer: Eltern von Problemschülern, die nicht mit der Schule kooperieren, soll die Familienbeihilfe eingefroren werden. Vertreter der Elternvereine lehnen die Sanktionsmaßnahmen ab. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, Printausgabe, 22.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 189
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tschufftschuff
00
22.11.2011, 21:51

manche "Pädagogen" haben einfach die falsche Berufswahl getroffen, das gibts auch in anderen Branchen, nur die Lehrer glauben sich bis zur Pension nicht verändern zu müssen. Ich fordere Sanktionen für unfähige Lehrer.

sternsteinblitz
00
23.11.2011, 09:05

"nur die Lehrer glauben sich bis zur Pension nicht verändern"
ja,ja, die Lehrer sind ja alle gleich...

Emil Sacklinger
 
01
23.11.2011, 08:39

...überaus harte sanktionen für lehrer - sowohl fähige als auch unfähige - gibt es längst.

(und zwar in gestalt "verhaltensorigineller" wie des siebenjährigen klägers samt family & anwalt)

Orbit Ohne Zucker
01
22.11.2011, 21:32
Eskalationsprozesse

Gibt es eigentlich keinen Standardprozess für den sicher nicht so seltenen Fall, dass ein Schulkind sich nachhaltig unterrichtsstörend verhält?

Ich denke da an sowas wie:
1) Analyse basierend auf Beobachtungen des Lehrerteams
2) Ergreifen von Maßnahmen
3) Bei Erfolglosigkeit 1-2 mal zurück zu 1)
4) Meldung an die nächst höhere Stelle
5) Schulpsychologe, Sozialarbeiter, Jugendamt involvieren und Gesamtsituation analysieren
6) Weiter bei 1) mit Input von 5)

Insgesamt sollte es darum gehen den Kindern - ja und auch den Eltern - zu helfen!

diktatur des boulevards
10
22.11.2011, 21:14

einen siebenjährigen dürfen eben nur geistliche fleischliche berühren

Lemure
 
23
22.11.2011, 12:44
Zu dieser Angelegenheit

erzählen Anwohner eine spezielle Geschichte, also liebe Redaktion und Posterschaft tuts ein bisserl recherchieren, bevor ihr über den Schuldirektor herfallt.

Es gibt eben Kinder und Eltern, mit denen ein vernünftiges Gespräch nicht möglich ist.

Und noch was: die Regelschule ist ein Ort, wo viele Kinder Bildung erhalten sollen, sie ist aber nur sehr bedingt eine therapeutische Einrichtung. Dafür fehlen Zeit und Personal.

mountaineer
02
22.11.2011, 18:57

Genau. Der Schüler schlagende Direktor, der über Jahrzehnte hunderte von Schülern terrorisiert und eingeschüchtert hat, der muss umgehend weg.

(Dass in Wirklichkeit der Schüler eine außerordentliche Krätzen ist und der Direktor ihn einmal gestreift hat, wird tunlichst verschwiegen.)

Ein Krätzenschüler macht keine Schlagzeile, ein über Schülerleichen gehender Direktor schon (auch wenn es niemals der Wahrheit entspricht.)

Emil Sacklinger
 
14
22.11.2011, 13:22

...jetzt wird aber der arme herr papa - der ohnehin bereits besonders gestraft ist - gleich wieder in tränen ausbrechen...

(hoffentlich haben sie mit ihrem herzlosen posting nicht eine zusätzliche klage ausgelöst, sonst nützt der republik auch die verfassungsmäßig verankerte schuldenbremse rein gar nichts)

Wuzi ausm Nabelwald
05
22.11.2011, 11:49
Häääähhh?

Wie geht das?

Im Mai 2009 "eskaliert" die Situation, das "klärende Gepsräch" scheitert. "Die Eltern zeigen den Direktor an."

Im Oktober 2009 erzählt er seinen Eltern davon, die ihm aber "vorerst keinen Glauben schenkten."

Das muss der Mary McFly sein, und die haben sicher einen DeLorean in der Garage.

Max Glan
14
22.11.2011, 13:34

Das vesrtehst Du falsch.

Im Mai stand bereits fest, Geld aus der Sache zu holen.

Im Oktober wurden die Details besprochen

Emil Sacklinger
 
00
22.11.2011, 14:17

...ah, mit dem ed fagan.

(der hat immer supertipps auf lager, die nicht mit gold aufzuwiegeln sind)

Majestix
 
29
22.11.2011, 11:12
ich kann mich noch an meine Volksschulzeit erinnern.

Wir hatten Zwillinge in der Klasse. Unruhestifter 1. Ranges, frech bis zum geht nicht mehr etc., etc.. Unserem Lehrer platzte nach 3 Jahren (!) ein einziges Mal der Kragen und er hat die beiden mit den Köpfen zusammengeschlagen nachdem er hunderte Male versucht hat die beiden durch Zureden zu einem normalen Verhalten zu bringen. Resultat: die Eltern der Zwillinge haben den Lehrer angezeigt. Weiters haben sich sämtliche Eltern aller anderen Kinder hinter den Lehrer gestellt sind von Pontius zu Pilatus gegangen um eine Absetzung zu verhindern. Leider ohne Erfolg. Es hat sich offenbar nichts geändert. Verhaltensgestörte Kinder und vor allem deren Eltern haben Narrenfreiheit - zum Schaden der Mehrheit.

Heavyweather
10
22.11.2011, 18:57

Schon arm wenn er Schüler angreifen muss der Lehrer...sind ihm die Argumente ausgegangen?

D/E
00
24.11.2011, 11:07
Ich bin absolut gegen Gewalt,

aber haben Sie jemals mit durchgeknallten Siebenjährigen zu argumentieren versucht?

Izmir Übel
33
22.11.2011, 11:05
Es war ein leichter Klaps, das war eine Aktion zu viel. Es hat aber nicht wehgetan, und ich habe mich entschuldigt."

Woher will er wissen, dass es dem Buben nicht wehgetan hat??? *Kopfschüttel"

Spaceman Spiff
14
22.11.2011, 10:04

Inspiriert durch die Forderung der Christgewerkschafter, Eltern die nicht kooperieren wollen, die Familienbeihilfe zu streichen, fordert nun die Industriellenvereinigung, Konsumenten die nicht mit der Industrie kooperieren wollen, den Lohnsteuerausgleich zu streichen. Als kooperationsunwillig gilt, wer Garantie- und Lieferleistungen einfordert.

Cote 304
00
22.11.2011, 09:35

Komisch, ich dachte der Schulalltag sieht eher so aus:

"Herr Direktor, der Peter haut mich seit Beginn des Semesters jeden Tag. Ich mag nicht mehr unterrichten."

;-)

bibliothekar
08
22.11.2011, 09:11

Was genau hat jetzt der letzte absatz in diesem artikel zu suchen? Das hat ja gratiszeitungsniveau.

Rosa Stahl
01
22.11.2011, 09:09

Welche Hilfe bekommt eigentlich das Kind, um mit seinen Verhaltensstörungen fertig zu werden? Jedenfalls ist das geschilderte Benehmen nicht gerade normal. (Was natürlich nicht heißt, dass irgendwer zuschlagen darf.)

Rosa Stahl
62
22.11.2011, 09:03

Liebe Lehrer,

ihr seid dazu da, den Stoff an die Kinder zu vermitteln.
Bei manchen Kindern klappt das besser, bei manchen schlechter. So ist nun mal das Leben.

Ihr seid aber absolut nicht dafür da, uns Eltern zu erziehen. Ich kenne nämlich nicht zu wenig Lehrer, die glauben, auch die Eltern wären ihrer Fuchtel unterworfen: zuerst auf ganz lieb, dann mit dem Zeigefinger und wenn das auch nichts nutzt, mit Drohungen ("da werden Sie aber Probleme bekommen, wenn sie nicht...").
Es gibt aber mittlerweile eine ganze Menge Eltern, die sich das nicht gefallen lassen.

D/E
05
22.11.2011, 14:49
"Stoff an die Kinder zu vermitteln"

dürfte eher des Dealers erste Pflicht sein.

Wir unterrichten.

Der Mann im Fass
 
73
22.11.2011, 08:23
Wen wunderts?

Heute wird verlangt, dass die Eltern täglich mehrere Stunden mit den Kindern lernen, weil die Lehrer ihren Lehrplan nicht mehr schaffen. Und dann so was.

Prügelden Lehrern gehören Gehalt und Pension gestrichen. Ersatzlos!

Wer mit Kindern nicht umgehen kann ohne gewalttätig zu werden ist in der Schule fehl am Platz.

Und warum das Ganze? Weil immer mehr und immer mehr verlangt wird. Wann kapieren wir endlich dass der Nürnberger Trichter nicht funktioniert und nie funktioniert hat? Dass es nicht mehr und noch mehr braucht, sondern besseres? Die Lehrpläne quellen über und bei den Lehrern wird gespart. Die Kinder tragen inzwischen täglich so viel kg, dass sie Haltungsschäden bekommen. Aber es muss immer mehr werden...

WAHNSINN!!

gscheidamo
00
22.11.2011, 08:56
"Heute wird verlangt, dass die Eltern täglich mehrere Stunden mit den Kindern lernen,"

Sie haben kein schulpflichtiges Kind, oder?

Der Mann im Fass
 
00
2.12.2011, 09:27

Ich habe ein Kind (noch nicht schulpflichtig), meine nebenan wohnende Schwester zwei (beide schulpflichtig) und unsere Nachbarn reihum auch jede Menge (ein bis zwei pro Haushalt, die meisten schulpflichtig). Das sind meine Quellen. Warum?

clangi
00
5.12.2011, 13:34
ev. sollten sie das arme kind nicht mit einem gymnasium überfordern...

wenn die geistige voraussetzung fehlt!

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