Offenlegung der Verträge

Kommentar21. November 2011, 17:16
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Jobs in Energieversorgungsunternehmen der öffentlichen Hände werden oft nach der "Farbenlehre" vergeben

Der Aufsichtsrat des Energieversorgers Salzburg AG hat am Montag abgenickt, was in Salzburg seit Wochen bekannt war. Mit Leo Schitter zieht ein Ex-Politsekretär von zwei schwarzen Landeshauptleuten in den Vorstand ein. Er folgt einem ehemaligen schwarzen Landesvize in eine "schwarze Erbpacht".

Jobs in Energieversorgungsunternehmen der öffentlichen Hände werden oft nach der "Farbenlehre" vergeben. Manchmal beschädigt das dann auch die betroffene Person. Leo Schitter etwa ist mit 44 Jahren zu jung, um schon an einer "Versorgung" interessiert zu sein. Außerdem hat er als Geschäftsführer der Kaindl Holzindustrie gezeigt, dass er ein großes Unternehmen erfolgreich führen kann.

Trotzdem bleibt an ihm der Makel hängen, dass seine Bestellung nur Ergebnis eines Abtausches zwischen Rot und Schwarz war und dass statt einem Personalbüro für das Auswahlverfahren ein Telefonat zwischen den Parteisekretariaten genügt hätte. Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden wusste, warum er anlässlich der Bestellung Schitters appellierte, alles zu vergessen, "was man sonst über die Bestellung in öffentlichen Unternehmen sagt".

Umso wichtiger wird es sein, dass die Salzburg AG jetzt wenigstens beim Gehalt ihres neuen Chefs für Offenheit und Transparenz sorgt. OECD und Rechnungshof fordern schon seit längerem eine Offenlegung der Managerverträge in öffentlichen Unternehmen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.11.2011)

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