Wiener Wagner-Wahnsinn

21. November 2011, 17:48
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Tannhäuser: Franz Welser-Möst sorgt für Intensität

Der Wagner-Schwung dieses Staatsopern-Monats wird nun - nach Beendigung des Rings - von Tannhäuser weitergetragen: Nach Dirigent Christian Thielemann sorgt nun der Musikchef des Hauses, Franz Welser-Möst, für Intensität. Sein so straffer wie klarer Zugriff garantiert ausgewogene Konturen; dass in hitzigen Augenblicken jener Klangwahnsinn, den Wagner hier punktuell entfesselt, nicht unterdrückt wurde, bescherte zusätzliche Unmittelbarkeit.

Zwar gab es den einen oder anderen Moment mit zugedeckten Stimmen. Andererseits: Der Zugang passt gut zu den Bühnenvorgängen; in der Inszenierung von Claus Guth ist Tannhäuser der halluzinierende Zerrissene, der in der Nervenheilanstalt landet und endet.

Außerdem kann einen Stephen Gould (als Tannhäuser) mit seinem kraftstrotzenden Schöngesang nichts irritieren. Fulminant auch - natürlich in der anderen, der lyrischen Abteilung - Matthias Goerne (als Wolfram); durchaus dynamisch Sorin Coliban (als Hermann) wie auch der Rest der Herrn. Etwas schrill aber die Intensität Ileana Toncas (als Venus), während Anne Schwanewilms (als Elisabeth) bei verinnerlichten Passagen einiges glückte. (tos, DER STANDARD - Printausgabe, 22. November 2011)

  • Wiener Staatsoper, 23. und 27. 11., 17.00
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