Linzer Uni und deutsche Fernuni wollen stärker zusammenarbeiten

21. November 2011, 14:24
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Die Zahl der Studierenden aus Österreich an der deutschen Uni soll bis 2012 auf 3.000 steigen

Linz  - Die Fernuniversität (FU) Hagen und die Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) wollen ihre Kooperation verstärken. Die Studienzentren in Österreich werden aufgestockt, die Lerninhalte "austrifiziert" und gemeinsame Studienprogramme entwickelt. Die Zahl der Studierenden aus Österreich soll bis 2012 von derzeit 2.600 auf 3.000 steigen. Vertreter der beiden Unis, des Wissenschaftsministeriums sowie des Landes Nordrhein-Westfalen präsentierten ihre Pläne am Montag in einer Pressekonferenz in Linz anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

Zusammarbeit bereits seit 1980ern

In Österreich gibt es derzeit in Wien, Steyr, Villach, Saalfelden (Salzburg) und Bregenz Zentren für Fernstudien. Im kommenden Jahr sollen in Graz und in Rottenmann (Steiermark) zwei weitere aufgebaut werden. Sie alle sind als Anlaufstelle für die Studierenden gedacht und gehören zur JKU, die als Knotenpunkt fungiert. "Wir sind quasi der Broker für die FU Hagen in Österreich", so der Linzer Vizerektor Herbert Kalb. Diese Zusammenarbeit, die bereits in den 1980er Jahren begann, wolle man nun auf neue Beine stellen und strategisch besser ausrichten.

Derzeit studieren an der FU Hagen rund 79.000 Menschen an den vier Fakultäten Mathematik und Informatik, Wirtschafts-, Rechts- sowie Kultur- und Sozialwissenschaften. Studiengebühren gibt es nicht, allerdings werden für den Bezug des benötigten Materials und die Betreuung 20 Euro pro Semesterwochenstunde berechnet. Von etwaigen Studiengebühren in Österreich wären die Inskribierten nicht betroffen, weil sie an einer ausländischen Uni studieren.

Der typische Hagen-Student sei 29 Jahre alt, berufstätig und habe häufig bereits ein erstes Studium abgeschlossen, so FU-Rektor Helmut Hoyer. Er sieht seine Uni daher nicht als Konkurrenz zu herkömmlichen Hochschulen. Dem schließt sich auch Friedrich Faulhammer, Generalsekretär des Wissenschaftsministeriums, an. "Fernstudien sind ein Beitrag zur Bildungskontinuität im lebenslangen Lernen." Das angepeilte Ziel von 3.000 Inskribierten bis 2012 sei engagiert, aber erreichbar. "Wir sind in Österreich noch nicht dort, wo wir sein könnten", so Faulhammer. (APA)

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