Harnik ist Trumpf

21. November 2011, 14:02
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Stuttgarter Sportdirektor Bobic lobte Österreicher nach seinem Doppelpack

Stuttgart - Nach seinem Wechsel 2010 zum VfB hat sich Martin Harnik in Stuttgart zunächst mit dem Status des Ersatzmannes begnügen müssen. Mittlerweile ist er zu einer zentralen Figur des Bundesliga-Tabellensechsten gereift. Das hat der Flügelflitzer am Wochenende in der 13. Runde bewiesen, als er im Derby gegen den FC Augsburg beide Tore (41., 51.) zum 2:1-Heimsieg erzielte.

Zweiter Doppelpack in dieser Saison

Der ÖFB-Teamspieler beendete damit eine Negativserie von drei Partien ohne Sieg im Alleingang. Es war bereits der zweite Doppelpack des 24-Jährigen in dieser Saison. Besonders das Siegtor nach der Pause zeigte das Potenzial Harniks: Von links zog Harnik mit einem mächtigen Antritt nach innen, schüttelte Gegenspieler Dominik Reinhardt lässig ab und zirkelte den Ball ins lange Eck.

Zwar beschrieb der offensive Mittelfeldspieler, der bis zum 1:0 - wie das gesamte Team - richtig schlecht gewesen war, seine Leistung über die 90 Minuten als "recht gut, aber ausbaufähig". Doch Fredi Bobic weiß, was der VfB an ihm hat. "Seine Entwicklung ist sehr positiv. Die beiden Tore hat er sich redlich verdient", lobte der Sportdirektor.

Von Zweitligist Fortuna Düsseldorf, wohin ihn Werder Bremen leihweise abgegeben hatte, war der gebürtige Hamburger im Sommer 2010 nach Stuttgart gewechselt - und kam dort zunächst nicht über die Reservistenrolle hinaus. Erst seit dem Frühjahr hat er sich auf der rechten Außenbahn mit guter Technik, Schnelligkeit, Schussstärke und seinem starken Willen als kaum zu ersetzende Stammkraft etabliert.

Mit sechs Toren ist Harnik aktuell der erfolgreichste Schütze des VfB, er glänzt häufig auch als Vorbereiter. "Ich bin nach Stuttgart gekommen, weil ich mich weiterentwickeln wollte. Und ich will hier eine wichtige Rolle spielen", erklärte er. Das ist ihm gelungen, wenn auch nicht auf der Lieblingsposition als Stürmer. Labbadia bringt ihn lieber im Mittelfeld - und hat ihn mit dieser Rolle versöhnt.

Harnik meint, dass der Meister von 2007 über die gesamte Saison betrachtet weiter oben stehen müsste als Rang sechs, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt. Nach der mageren Leistung gegen Augsburg, die man unter den Titel Arbeitssieg einreihen könnte, war das eine mutige und optimistische Aussage. Doch sie passt zu Harniks neuer Rolle. 

Lob vom "kicker"

Das deutsche Fußball-Magazin "kicker" hat Harnik mit der Note zwei als besten Mann auf den Platz gesehen und ihn zum "Spieler des Spiels" gekürt. "Ergriff besonders in der zweiten Halbzeit die Initiative, erzielte beide Treffer zum Dreier", begründete das Blatt die Nominierung des ÖFB-Flügelflitzers nach dem Derby.

Sebastian Prödl (6), Marko Arnautovic (5,5), die mit Werder Bremen in Gladach 0:5 unter die Räder gekommen waren, oder auch der Hannoveraner Emanuel Pogatetz (5), der mit 96 in Wolfsburg 1:4 verloren hatte, waren mit ihren "kicker"-Noten diesmal weit davon entfernt, Harnik das Wasser zu reichen. Immerhin besser als das Trio, aber schlechter als der Schalker Christian Fuchs (3,5 nach 4:0 daheim gegen 1. FC Nürnberg) war ein "halber" Österreicher.

Beim 2:2 zwischen seinem FC Freiburg und Hertha BSC verlängerte Jonathan Schmid die Liste jener ÖFB-Spieler im deutschen Fußball-Oberhaus, die von Beginn an zum Einsatz kamen. Der 21-jährige Mittelfeldspieler, der in Straßburg geboren wurde und auch einen französischen Pass besitzt, bekam für sein 90-Minuten-Debüt einen "Vierer" und war damit nicht der schlechteste Breisgauer. Der Freiburger Legionär hat eine französische Mutter und einen österreichischen Vater. (APA)

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    Bruno Labbadia gartuliert Martin Harnik.

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