Verbindung von Mafia mit Olympus möglich

21. November 2011, 13:52
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Finanzmakler, die bei der Verschleierung hoher Verluste halfen, sollen indirekte Kontakte zum organisierten Verbrechen gehabt haben

Tokio - Im Skandal um den japanischen Elektronikriesen Olympus gibt es einem Pressebericht zufolge indirekte Verbindungen zur Mafia. Wie die Zeitung "Sankei Shimbun" berichtete, hatten Finanzmakler, die Olympus jahrelang bei der Verschleierung hoher Verluste halfen, indirekte Kontakte zum organisierten Verbrechen. Möglicherweise seien die Honorare für die Finanzmakler an die Mafia weitergeleitet worden, berichtete die Zeitung. In die Machenschaften seien rund zehn Finanzberater verwickelt.

Die Makler seien nicht selbst Mitglieder der Verbrecherbanden, ihnen würden aber Verbindungen zu Leuten nachgesagt, "die Geschäfte mit gesellschaftsfeindlichen Kräften machen", berichtete die Zeitung, ohne eine Quelle für ihre Informationen zu nennen. Mit gesellschaftsfeindlichen Kräften wird in Japan die Mafia umschrieben. Möglicherweise habe Olympus Geld an die Mafia weitergeleitet, ohne über die Hintergründe der von den Finanzmaklern kontrollierten Fonds Bescheid zu wissen, hieß es in "Sankei Shimbun" weiter.

Ein von Olympus eingesetztes unabhängiges Komitee wies den Bericht über mögliche indirekte Verbindungen zwischen dem Konzern und der Mafia zurück. "Nach dem aktuellen Stand unserer Ermittlungen haben wir nichts dergleichen festgestellt", erklärte das aus Juristen bestehende Komitee.

Die Konzernführung von Olympus hatte Anfang November zugegeben, seit den 90er Jahren in der Bilanz hohe Verluste aus Finanzgeschäften verheimlicht zu haben. Die Verluste sollen mit Hilfe von vier Firmenkäufen und undurchsichtiger Beraterhonorare vertuscht worden sein.

Die japanische Yakuza ist wie die italienische Mafia und die chinesischen Triaden an Glücksspiel, Drogenhandel, Prostitution, Schutzgelderpressung und Wirtschaftskriminalität beteiligt. In der Vergangenheit stand sie zwar unter starker Beobachtung, wurde aber weitgehend toleriert. Inzwischen zeichnet sich ein härteres Durchgreifen der Behörden ab. (APA)

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