Sechs Jahre Haft für Missbrauch der Tochter

21. November 2011, 13:11
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Niederösterreicher akzeptiert Strafe: "Es war ihre Ausstrahlung. Irgendwie hat sie mich angezogen"

Wiener Neustadt - Sechs Jahre Haft wegen Vergewaltigung seiner noch nicht einmal 14-jährigen Tochter, dieses Urteil nahm am Montag ein 54-Jähriger am Landesgericht Wiener Neustadt an. Der Mann hatte nach der Scheidung von seiner Frau das alleinige Sorgerecht für die Tochter zugesprochen bekommen. Zwischen 2005 und 2007 soll er sich mehrmals an dem Mädchen vergangen haben. Der Mann legte ein Tatsachengeständnis ab.

"Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist ... Es ist über mich gekommen. Es war ihre Ausstrahlung. Sie war ein fesches Mädchen. Irgendwie hat sie mich angezogen", so verantwortete sich der gelernte Installateur vor einem Wiener Neustädter Schöffensenat. Reue klang kaum aus seinen Worten. Im Gegenteil. Der Mann versuchte die Übergriffe mit materiellen Zuwendungen gutzureden. "Sie hat alles bekommen. Ich habe ihr auch den Führerschein bezahlt." "Mit Geld kann man nicht alles bezahlen und gutmachen", erwiderte Richterin Alexandra Baumann.

Die missbrauchte Tochter (Jahrgang 1991) machte von ihrem Entschlagungsrecht Gebrauch. Im Vorverfahren hatte sie gegenüber der Psychiaterin geäußert: "Mein Vater hat mir meine ganze Jugend zusammengehaut." Immer wenn die Lebensgefährtin des Mannes außer Haus war oder vor dem Fernseher eingeschlafen war, soll sich der Niederösterreicher an seiner Tochter vergangen haben.

Der Mann akzeptierte die Strafe, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig. (APA)

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