"Kreative" Lösung für Frauenärztinnen auf Kassenkosten

21. November 2011, 12:25
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Zwei Gynäkologinnen sollen niedergelassene Vertragsärzte vertreten, geht es nach Frauenreferentin und KGKK - Antrag auf Finanzierung durch Gesundheitsfonds gestellt

Klagenfurt - Den Frauen in Kärnten sollen schon in Kürze Frauenärztinnen auf Kassenkosten zur Verfügung stehen. Zumindest wenn es nach Gesundheitsreferent Peter Kaiser, Frauenreferentin LR Beate Prettner und der Kärntner Gebietskrankenkasse (KGKK) geht. Wie genau die Umsetzung erfolgen soll, erklärten Kaiser und Prettner gemeinsam mit KGKK-Bereichsdirektorin Helgard Kerschbaumer am Montag.

Kärntenweite Vertretungstätigkeiten

"Unsere durchaus kreative Lösung sieht so aus, dass die Kärntner Gebietskrankenkasse zwei Gynäkologinnen anstellt und diese bei niedergelassenen Vertragsärzten für Vertretungstätigkeiten kärntenweit zumindest für einen Tag pro Woche zur Verfügung stehen", erklärte Kaiser. Damit werde die bestehende Infrastruktur genutzt und Frauen hätten die Wahlmöglichkeit, ob sie von einer Frauenärztin untersucht bzw. behandelt werden wollen, ohne dass sie wie bei Wahlärztinnen dafür etwas bezahlen müssten.

"Unzählige Frauen wollen eine Frau als Gynäkologin"

"Um zu verhindern, dass Frauen aus Scham vor einem männlichen Arzt keine regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen mehr durchführen lassen und womöglich schwere Folgeschäden davontragen, ist ein flächendeckendes Angebot an weiblich besetzten gynäkologischen Kassenstellen schleunigst sicherzustellen", urgierte Prettner. Sie betonte, dass sie selbst aus diesem Fach komme und deshalb beurteilen könne, wie dringend die Nachfrage nach einer Kassenärztin in Kärnten sei: "Gerade im Fach der Gynäkologie kann man die Intimsphäre der Patientinnen nicht einfach ausblenden. Und es ist nun einmal so, dass sich unzählige Frauen eine Frau als Gynäkologin wünschen würden, sich eine Privatpraxis aber nicht leisten können."

Antrag auf Finanzierung durch Gesundheitsfonds

Im Vorfeld wurde dieses Projekt mit VertreterInnen der Ärztekammer sowie niedergelassenen Vertragsgynäkologen abgestimmt. Um die Umsetzung auch finanziell bewerkstelligen zu können, hat die KGKK in Abstimmung mit dem Gesundheitsreferenten einen Antrag an den Kärntner Gesundheitsfonds auf Förderung durch Strukturmittel in der Höhe von rund 100.000 Euro pro Jahr gestellt. Dieser Antrag soll dann in der Sitzung der zuständigen Gesundheitsplattform am 12. Dezember beschlossen werden.

Danach sollen die beiden Gynäkologinnen bei der KGKK angestellt werden und im ersten Halbjahr 2012 bei den Vertragsärzten, die bei diesem Modell mitmachen, mit der Vertretungstätigkeit beginnen. "Die Sicherstellung dieser Finanzierung ist äußerst wichtig, um eine mittelfristige Übergangslösung für diese so wichtige Fragestellung anbieten zu können", betonte Kerschbaumer.

Optimistische Aussichten

"Wir gehen von einem einstimmigen Beschluss aus, zumal es einen einstimmigen Landtagsbeschluss betreffend der Versorgung durch Gynäkologinnen aus Kassenkosten vom 7. Juli 2011 gibt", so Kaiser weiter. Damit werde der erste wichtige Schritt zu einer flächendeckenden, wohnortnahen gynäkologische Versorgung durch Frauenärztinnen in Kärnten gesetzt. (red)

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    Bislang gibt es keine Frauenärztin mit Kassenvertrag in Kärnten.

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