In den letzten 10 Jahren

Spitalskosten haben sich verdoppelt

21. November 2011, 12:14
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    foto: apa/gert eggenberger

    In den letzten zehn Jahren sind die Gesundheitsausgaben Österreichs von 10,1 Prozent auf 11 Prozent des BIP angewachsen.

Österreicher bleiben heute einen Tag kürzer im Krankenhaus, als vor zehn Jahren - Behandlungen im Spital sind gestiegen

Wien - Die Gesundheitskosten sind in den letzten zehn Jahren um gut die Hälfte angestiegen, allein für die Spitäler betrug der Zuwachs fast 57 Prozent. Und das obwohl die Österreicher im Durchschnitt heute um einen Tag kürzer im Spital liegen als vor zehn Jahren. Allerdings ist die Zahl der Spitalsbehandlungen deutlich gestiegen, auch wenn sie in den letzten beiden Jahren stagniert. Kräftig angewachsen sind laut Statistik Austria die tagesklinischen Aufenthalte.

Ausgaben betragen 11 Prozent des BIP

Insgesamt sind die Gesundheitsausgaben in Österreich von 1999 bis 2009 von 20 auf 30,3 Milliarden Euro oder von 10,1 Prozent auf 11 Prozent des BIP angewachsen. Rund 40 Prozent davon entfielen auf die Spitäler. Die Ausgaben für den stationären Bereich sind laut den von Statistik Austria berechneten Werten des OECD-System of Health Account um 56,7 Prozent von 7,8 Mrd. auf 12,2 Mrd. Euro bzw. von einem BIP-Anteil von 3,9 auf 4,5 Prozent gestiegen.

Hohe Personalkosten

Mehr als die Hälfte der Ausgaben der Krankenanstalten sind Personalkosten. Von 2000 bis 2010 ist in den Spitälern die Zahl des ärztlichen Personals um 28,4 Prozent, die des nichtärztlichen Personals um 12,2 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr war 2010 in den Krankenanstalten um 3,0 Prozent mehr ärztliches Personal und um 1,4 Prozent mehr nichtärztliches Personal tätig.

Der Sektor der Akutversorgung umfasste im Jahr 2010 178 von insgesamt 268 Krankenanstalten (2000: 178 von 199 Spitälern), in denen 95,6 Prozent aller Spitalsfälle behandelt wurden. Die Zahl der aufgestellten Betten ist von 63.700 auf 64.008 leicht gestiegen, gemessen an der Bevölkerungszahl jedoch um vier Prozent auf 763,1 Betten pro 100.000 Einwohner gesunken.

Aufenthaltsdauer gesunken

Die Österreicher liegen im Schnitt um einen Tag kürzer im Spital als noch vor zehn Jahren. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist zwischen 2000 und 2010 von 7,6 auf 6,6 Tage gesunken. Zugleich kam es zu einer Reduktion der Aufenthaltstage pro Kopf der Bevölkerung um 8,5 Prozent von durchschnittlich 1,89 auf 1,73 Tage.

Um mehr als 80 Prozent gestiegen ist in den letzten zehn Jahren hingegen die Zahl der tagesklinischen Aufenthalte auf fast 480.000 Fälle. Betrachtet man die letzten 20 Jahre, so beträgt der Anstieg sogar mehr als das Sechsfache. Im Jahr 2010 waren bereits 17,2 Prozent aller Entlassungen tagesklinische Fälle.

Die Zahl der stationären Spitalsbehandlungen stagniert seit zwei Jahren, nachdem vor 2009 die jährlichen Zuwachsraten zwischen einem und vier Prozent betragen hatten. Im Jahr 2010 wurden 2,79 Millionen Spitalsentlassungen registriert, das sind um 0,1 Prozent mehr als 2009. Im Jahr davor war ein Minus von 0,2 Prozent verzeichnet worden. Trotz dieser Stagnation in den letzten beiden Jahren zeigt der Zehn-Jahres-Vergleich immer noch eine Steigerung um 19,1 Prozent.

Häufigste OP: Grauer Star

Ein Viertel aller Entlassungsfälle erfolgte in Wiener Spitälern, wobei jeder sechste Patient aus einem anderen Wohnbundesland als Wien kam, überwiegend aus dem Burgenland oder aus Niederösterreich. Die häufigsten Entlassungsdiagnosen in Akut-Krankenanstalten waren auch 2010 die Krebserkrankungen (14,6 Prozent aller Entlassungsfälle), gefolgt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (11,4 Prozent), Verletzungen und Vergiftungen (10,1 Prozent) und Krankheiten des Bewegungsapparats (10,1 Prozent). Insgesamt wurden in den Spitälern im Jahr 2010 mehr als 1,2 Millionen operative Leistungen und fast 3,3 Millionen diagnostisch-therapeutische Leistungen verzeichnet. Häufigste operative Leistungen waren Operationen am Bewegungsapparat (301.972), bei den Einzel-Operationen erwies sich die Kataraktoperation ("Grauer Star") als häufigste Operation (81.567). (APA)

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Posting 1 bis 25 von 46
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Fraho
00
24.11.2011, 10:59
warum spricht niemand vom Punktesystem

...das 1997 eingeführt wurde und nach dem jede "Leistung" mit Punkten bewertet wird und diese Punkte mit Geld abgegolten werden.
Das hat dazu geführt, dass viele Untersuchungen gemacht werden die überhaupt nicht notwendig wären und das hat auch dazu geführt, dass immer schneller entlassen wird, aber dann öfters neu aufgenommen, denn jedesmal sind das neue Punkte = Geld.
Ja es werden stationäre Aufnahmen verordnet für Kleinigkeiten die auch ambulant gemacht werden könnten, weil das Geld fürs Haus bringt!!

Es gibt schon EDV-Programme die bei jeder Aufnahme feststellen, wie man zu möglichst viel Punkten = Geld kommen kann!
Darüber herrscht Stillschweigen - warum??

grüner laserpointer
11
22.11.2011, 09:04
Semmelpreis hat sich verzehnfacht!!!

(kleingedruckt: in den letzten zehn jahren)

(ganz klein gedruckt: das ist inflationsbereinigt sogar eine verbilligung)

grüner laserpointer
01
23.11.2011, 11:36

tippfehler:
(in den letzten fünfzig jahren)

was ich halt sagen wollte, udn das haben andere hier auch schon, dass das primitive Herumhacken auf Kostensteigerungen im Gesundheitswesen polemisch ist.
klar, gibts fehlsteuerungen, verschwendung, unnötige leistungen (wie auch in anderen branchen) und unfaire vergütungssysteme (wie anderswo auch - aber selten sooo extrem und unfair)
trotzdem störts mich, wenn autobahn ein "investition" ist, und bildung und gesundheit "kosten"

gu75
00
22.11.2011, 08:41
einfach lösbar:

sofort ein foto auf die ecard (geradezu grotesk, dass dies noch nicht drauf ist!), absteleln des behandlungstourismus nach österreich--> innerhalb eines halben jahres wär unser system gesund! (die ganzen "manager" wären natürlich auch noch mit dem nassen fetzen rauszutreiben!)

franz fröhlich
10
22.11.2011, 00:33
Der Preis fürs Schnitzel auch :))

hot doc
12
21.11.2011, 23:51
und wieder versucht man das märchen von den explodierenden gesundheitskosten zu verbreiten.

dabei macht man sich weder die mühe um inflationsbereinigung, noch kann man mit unterstufenmathematik, nämlich prozentzahlen umgehen. 57% steigerung entspricht einer verdopplung? ja haben denn diese leute von gar nichts eine ahnung? nicht mal, dass eine verkürzung der aufenthaltsdauer einzig aufgrund höherer ärztlicher betreuungsintensität zustande kommt??? oder will mir jemand erklären, dass unsere alternde bevölkerung nun von selbst schneller fit aus dem bett springt?
peinlicher und dilletantischer gehts wohl nicht mehr.
und statistik austria ist offensichtlich völlig überfordert, ihre daten von sachverständigen personen interpretieren zu lassen, und macht draus milchmädchenrechnungen, weil faktenwissen uninteressant ist?

yoghurtinator
 
01
22.11.2011, 09:45
Die Inflationsrate 2000 bis heute macht 20 % aus

Quelle: http://goo.gl/mGLEZ
Bleibt eine immer noch mehr als beachtliche Preissteigerung über. Dass eine Verkürzung der Aufenthaltsdauer ursächlich durch höhere ärztliche Betreuungsintensität bedingt ist, ist von ihnen rein spekulativ, denn keineswegs jeder, der das Spital verlässt, springt "fit aus dem Bett".
Wie man auf eine "Verdoppelung" kommt, ist allerdings wirklich nicht nachvollziehbar.

hot doc
11
22.11.2011, 11:11

das ist nicht spekulativ, das lässt sich belegen, wenn man die lkf-punkte, die in einem krankenhaus pro bett im jahr 2001 erwirtschaftet wurden, mit denen von 2011 vergleicht. was aber wiederum fürs krankenhaus mehr geld bedeutet.

grüner laserpointer
00
23.11.2011, 11:27

die knopflochchirurgie ist teurer als der große bauchschnitt
der patient liegt viel kürzer im spital und ist überhaupt schneller wieder fit.
fürs gesundheitswesen allen ist noch nciht viel gewonnen, weil die ersparnis des kürzeren aufenthalts durch die mehrkosten der komplexeren OP kompensiert wurden.
und die anzahl der OPs steigt, weil viel mehr gemacht wird(gemacht werden kann) als früher.
(Angebot erzeugt nachfrage = das hauptproblme von fehlsteuerung im österr gesundheitswesen)
trotzdem ist es für den einzelnen patienten ein vorteil wenn er nur einen halbzentimeterschnitt im nabel hat und übermorgen wieder ins büro geht statt 3 wochen im spital zu liegen und 3 mnat schmerzen zu haben.
trotzdem

Warpsignatur
10
21.11.2011, 22:24

ein auftragswerk der fraktion "wir alle müssen nun den gürtel enger schnallen"...

F.S.K
00
22.11.2011, 01:28

genau, das ist sicher das ziel des statitischen amtes.

http://www.statistik.at/web_de/pr... sse/059725

hot doc
11
22.11.2011, 00:03

bzw der fraktion: wir können uns das nicht mehr leisten, deshalb müssen wirs privatisieren.

Der dicke Michl
00
21.11.2011, 21:19
Wen wunderts?

Bei der zerfledderten Versorgungsstruktur ist weder eine koordinierte Arbeit zwischen den verschiedenen Versorgern (niedergelassene Ärzte, Ambulanzen, öff. Krankenhäuser, private Krankenhäuser) noch eine Vorsorge in irgendeiner sinnvollen Form möglich. Wir leisten uns Organisationsstrukturen des letzten Jahrtausends, die ein Vermögen kosten. Zu Lasten der Patienten natürlich, die jedesmal wieder hören müssen, wie überlastet das Personal ist, wie wieder mal irgendwo "hart gespart" werden muss und sonstwas. Aber wir bauen zwei Krankenhäuser in 10 Km Entfernung - nur weil eine Bundeslandgrenze dazwischenliegt. Eine großartige Leistung unserer Förderalisten und ihrer Haberer.

Resi Tupfer
30
21.11.2011, 17:14
Wenn sich die Spitalskosten verdoppeln, dann muss gerechnet werden!

Nämlich mit der Zweiklassenmedizin!
50 Prozent Klasse
50 Prozent Kasse

50 Prozent leben
50 Prozent tot
________________________________

ergibt :
1/2 Aufkommen => alles wieder paletti

Resi

grüner laserpointer
11
21.11.2011, 16:50
überraschend wenig

ich hätte mit höheren steigerungen gerechnet:
die österreicher werden immer älter (also jenes Alter, wo die Krankenheiten eher zu als abnehmen), die österreicher habens nicht so mit der prävention (und das österreichische gesundheitssystem auch nicht), und die österreicher haben braf in die krankenkassa eingezahlt und werden sich doch im selbstbedienungsladen nehmen dürfen, was ihnen zusteht.
so gesehen ist eine steigerung, die nicht viel höher ist als die inflation kaum überraschend ...

grüner laserpointer
01
21.11.2011, 16:54
und außerdem: das bildungssystem ist noch mehr im Argen: braf mit f schaut doch echt cool aus, oder? :-)

grüner laserpointer
18
21.11.2011, 16:41
die Milch ist auch teurer geworden

ich bitte die geschätzte APA um einen ähnlich fundierten Bericht, um wieviel die Milch teurer geworden ist, wie sich der Milchkonsum pro Österreicher und Tag verändert hat und ob es Verschiebungen zu anderen Getränken gegeben hat.
dann bitte noch "+57%" als Verdoppelung beschlagzeilen und fertig ist ein toller Artikel, den der Standard gern unreflektiert übernimmt.

altbürgermeister
00
21.11.2011, 16:04
Spitalskosten haben sich verdoppelt?

Lösung: Patienten halbieren!

</ lustig>
01
21.11.2011, 16:20
Aber

dann haben sich die Kosten doch vervierfacht?

SMaRT Himself
14
21.11.2011, 15:13

Das kommt davon, wenn all die Hypochonder gleich wegen a bisserl Kopfweh ins Krankenhaus laufen anstatt zum Hausarzt zu gehen!

Das summiert sich einfach auf!

tintrin
00
21.11.2011, 23:56

vor kurzem eine die lebensgefährtin von einem freund von mir, telefonat um 11h nachts: oh gott ein zeck. enfernen darf ich ihn ihr nicht weil er ist am oberschenkel. Vom smz ost haben sie sie dann um 2 ins akh geschickt weil sie "keinen geeigneten arzt dahatten"(?)...

franz ugs
22
21.11.2011, 15:03
Kürzerer Spitalsaufenthalt?

DAS Geschäft für die Spitäler. Verrechnet wären nicht wie in einem Hotel die verbrachten Nächte, sondern die Aufenthaltstage. D.h., verlässt ein Patient um 10:00 das Spital und belegt der nächste Patient das gleiche Bett um 10:30, werden der Versicherung ZWEI Aufenthaltstage für ein und den selben Tag verrechnet.
Das wäre doch was für die Hotellerie ...

</ lustig>
00
21.11.2011, 15:20
Da sind Sie einer großen Sache auf der Spur!

Wie die Spitäler tricksen:
Der zu entlassene Patient muss ja bekanntermassen bis 23:59 auschecken und der folgende sich in die Laken des Vorgängers legen. Am ersten Tag muss er auch mit der Diagnose und den übrig gebliebenen Medikamenten vom Vorgänger Vorlieb nehmen.
Erst am zweiten Tag bekommt er neue Bettwäsche.

Haben Sie jemals daran gedacht, ins Healthcare Consulting zu wechseln?

Warpsignatur
00
21.11.2011, 22:25

zur kdolsky am besten, die kennt sich auch super aus. behauptet sie...

franz ugs
01
21.11.2011, 15:55
Zum Consulting:

Warum wechseln Sie nicht in die Hotellerie?
Die würden liebend gerne einen Tag doppelt verrechnen, denn auch die wechseln bei jedem Gastwechsel das Laken.
Und, welche Großzügigkeit: Auch der auscheckende Gast duscht oder badet wahrscheinlich vor dem Verlassen des Hotels, der neue Gast dafür nach seiner Ankunft, beide also am selben Tag. In einem sauberen, frischem Bad, mit einem frischen Badetuch und sogar einem neuen Flascherl Shampoo!

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