"Novy cas" und "Pravda"

Slowakei: Journalisten vom militärischen Nachrichtendienst abgehört

21. November 2011, 11:52

Redaktion erwägt Strafanzeige - Verteidigungsminister Galko: "Üble Verleumdung"

Bratislava - Der slowakische militärische Nachrichtendienst (VOS) soll in den vergangenen Monaten die Telefone von Journalisten, die für die Tageszeitungen "Novy cas" und "Pravda" arbeiten, abgehört haben. Die Abhöraktion wurde kurz nach dem Sturz der Regierung durch ein Misstrauensvotum am 11. Oktober eingestellt, wie slowakische Medien am Montag berichten.

Laut "Pravda" ist es kaum vorstellbar, dass das Abhören der Redakteure ohne Mitwissen von Verteidigungsminister Lubomir Galko geschah. Die Redaktion der Zeitung erwägt eine Strafanzeige gegen den Minister und Vizevorsitzenden der neoliberalen Partei Freiheit und Solidarität (SaS). Galko wies die Beschuldigungen zurück und erklärte, es handle sich um eine Verleumdungskampagne gegen die SaS.

Die SaS, Bestandteil der noch regierenden Mitte-Rechts-Koalition, stellte sich gegen die Teilnahme der Slowakei am Euro-Rettungsschirm EFSF. Das führte letztlich zum Zusammenbruch der Mitte-Rechts-Regierung. Die im Parlament vertretenen Parteien entschieden sich für eine vorgezogene Parlamentswahl, die am 10. März 2012 stattfinden soll. (APA)

Friedman Tobin
00
21.11.2011, 21:30

Der Herr Galko hat das Ganze inzwischen zugegeben. Ich füge hinzu: Er hat die Zeitungen ganz einfach aus persönlichen Gründen gemocht (ein Paar unangenehme Artikel)... Es handelt sich also hiebei um die nächste wunderbare "Leistung" eines Mitglieds der Partei des Herrn Sulik. Das sind die "solidarischen" "Demokraten" und "Leistungsträger", die für die "Freiheit" kämpfen. Und sie haben immer noch 7% in den Umfragen. Unglaublich sowas.

Friedman Tobin
00
21.11.2011, 21:31

-nicht gemocht

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.