"Homophobie feiert Orgie in Russland"

21. November 2011, 11:46
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St. Petersburg will "Homosexuellenpropaganda" verbieten - Amnesty ortet Versuch, Diskriminierung gegen Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle zu legalisieren

Moskau/London - Die russische TouristInnenhochburg St. Petersburg plant ein Verbot von "Homosexuellenpropaganda". So will die Stadt etwa das Aufhängen von Regenbogenfahnen - einem Symbol der Homosexuellen-Bewegung - oder auch die "Propaganda" von Homosexualität bei Konzerten unter Strafe stellen.

Versuch, Diskriminierung zu legalisieren

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat das geplante Verbot scharf  kritisiert. Das Gesetz gefährde das Recht der freien Meinungsäußerung: "Der Entwurf ist ein nur leicht verschleierter Versuch, Diskriminierung gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle in Russlands zweitgrößter Stadt zu legalisieren", sagte Nicola Duckworth von Amnesty der Mitteilung zufolge.

Übergriffe und Tätlichkeiten

Homosexualität ist in Russland nicht verboten, wird aber auch wegen der einflussreichen russisch-orthodoxen Kirche weitgehend tabuisiert. Homosexuellenparaden werden stets verboten, und AktivistInnen sind oft Ziel von brutalen Angriffen.

"Homophobie feiert Orgie"

Scharfe Kritik an dem geplanten Gesetz kam auch von Schlagerstar Boris Moissejew. "Die Homophobie feiert derzeit eine Orgie in Russland", sagte der offen schwule Sänger der Zeitung "Moskowski Komsomolez" (Freitag). (APA/Ag.)

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    Reiz- und Hassthema: Homosexualität soll in St. Petersburg ganz von der Bildfläche verschwinden.

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