"Falle" beim einkommensabhängigen Kindergeld

21. November 2011, 10:27
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Der Wiedereinstieg ins Berufsleben kann teuer werden, wenn man im selben Monat noch Kindergeld bezieht

Im Ö1-Morgenjournal macht Ingrid Moritz, Leiterin der Frauenabteilung in der Arbeiterkammer, auf ein Detail bei der einkommensabhängigen Kindergeldvariante aufmerksam, das manchen Beziehern überraschende Rückforderungen einbringen könnte.

Die einkommensabhängige Variante berge eine Falle bei der Zuverdienstgrenze in den Monaten, in denen mehr als 16 Tage Kindergeld bezogen wurde, sagt Moritz. Steigt man im betreffenden Monat wieder in den Beruf ein, dann wird das Einkommen wie ein Zuverdienst dazugerechnet. "Daher kann es in diesen Fällen zu Rückforderungen kommen, ohne dass die Leute glauben, dass sie dazuverdient haben."

"Leichte Entschärfung" ab 2012

Bei der einkommensabhängigen Variante darf man höchstens 374 Euro pro Monat dazuverdienen. Die niedrigere Zuverdienstgrenze im Vergleich zu den anderen Kindergeld-Varianten sorgt für eine zusätzliche Verschärfung. In etlichen Fällen werde deshalb die Zuverdienstgrenze überschritten, ohne dass die Betroffenen darüber Bescheid wissen.

Aus dem Familienministerium hieß es gegenüber Ö1, der für den Zuverdienst relevante Zeitraum sei verbessert worden. Ab 2012 ist der Zuverdienst nur mehr für jene Monate relevant, an denen man mehr als 23 Tage Kindergeld bezogen hat. Zudem gebe es ausreichend Informationen und Beratung um dieses Problem zu vermeiden.

Die ab 2012 geltende 23-Tage-Regelung sei nur eine leichte Entschärfung des Problems, so Moritz. Die AK verlangt eine gänzliche Aufhebung der Regelung, die auch rückwirkend seit Einführung des einkommensabhängigen Kindergeldes gelten soll. (red/derStandard.at, 21. November 2011)

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