Prozessmarathon gegen japanische Giftgas-Sekte zu Ende

Anschlag auf U-Bahn im Jahr 1995

Tokio - Mehr als 16 Jahre nach dem Giftgas-Anschlag auf die Tokioter U-Bahn hat Japans Oberster Gerichtshof die Todesstrafe gegen ein führendes Mitglied der Endzeit-Sekte Aum Shinrikyo bestätigt. Damit geht ein in der japanischen Rechtsgeschichte beispielloser Prozessmarathon zu Ende.

Der Oberste Gerichtshof wies am Montag den Einspruch der Verteidiger von Seiichi Endo zurück und erklärte die zuvor verhängte Todesstrafe gegen den 51-Jährigen für rechtskräftig. Der gelernte Veterinär und Virologe war schuldig befunden worden, unter anderem eine zentrale Rolle bei dem Sarin-Anschlag auf die U-Bahn gespielt zu haben.

Bei dem Anschlag waren am 20. März 1995 zwölf Menschen ums Leben gekommen und Tausende verletzt worden. Der Drahtzieher dieser und anderer Morde sowie Mordversuche mit insgesamt 27 Toten, der halb-blinde Sektengründer Shoko Asahara, war 2006 rechtskräftig zum Tode verurteilt worden.

Die Verteidigung von Endo will laut Medienberichten noch eine Korrektur des Schuldspruches beantragen, was mehrere Tage in Anspruch nehmen kann. Es wird jedoch erwartet, dass dieses Prozedere nichts an der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs ändert. Endo wäre das 13. Mitglied der Endzeitsekte, das wegen der Verbrechen hingerichtet wird. (APA)

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