Grüne und Sozialisten schließen Wahlbündnis

20. November 2011, 19:30

PS will Atompolitik im Falle eines Sieges deutlich zurückzufahren

Paris - In Frankreich haben sich die Sozialisten und die Grünen auf ein Wahlbündnis für die anstehenden Parlamentswahlen geeinigt. Zuvor hatte die sozialistische Partei (PS) zugestimmt, Frankreichs Atompolitik im Falle eines Sieges deutlich zurückzufahren. Im Juni nächsten Jahres werden die Abgeordneten für die Nationalversammlung gewählt. Der Schulterschluss der beiden Parteien gilt nicht für die Präsidentenwahl im Frühjahr 2012. Zu dieser Wahl stellen sie jeweils eigene Kandidaten auf - Francois Hollande für die Sozialisten, Eva Joly für die Grünen.

Auf einem Parteikongress der Grünen stimmten 74 Prozent der Delegierten am Samstag für die Allianz. Die Sozialisten hatten für den Deal zugesagt, 24 der 58 Reaktoren im Land bis 2025 abzuschalten und die Herstellung von Plutonium-Uran-Mischoxid (MOX) zu stoppen. Außerdem werden sie in 60 von 577 Wahlkreisen nicht mit den Grünen konkurrieren. Auf diesem Wege solle die Partei ihre Präsens in der Nationalversammlung stärken. Heute haben die Grünen vier Sitze.

Keine Baustopp-Forderung

Ihre Forderung nach einem Baustopp für den ersten europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville im Norden Frankreichs gaben die Grünen auf. Spitzenkandidatin Joly hatte die Schließung zuvor gefordert. Weil sie nicht an dem Kongress teilnahm, heizte sie Gerüchte über ein Zerwürfnis zwischen ihr und den Grünen ein.

Frankreichs Atommeiler produzieren 75 Prozent des Stroms im Land. Generell genießt die Atomenergie große Zustimmung in Frankreich. Nach Fukushima ist die Zahl der Gegner aber gestiegen. Hollande will den Anteil von Atomstrom bis 2025 um 50 Prozent reduzieren - Präsident Nicolas Sarkozy sieht darin eine Gefahr für die Industrie.

Die Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, stellte indes am Wochenende ihr Programm vor. Sie wolle Frankreich aus der "Versklavung" Europas und des Euros befreien, das Schuldenproblem angehen, die Einwanderung stoppen und strenger gegen Kriminelle vorgehen. Über Kosten sprach sie nicht. (APA)

werwolfi
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21.11.2011, 12:37

Solche Bündnisse brauchen wir auch.
Das Verweigern fixer Zusagen VOR einer Wahl mit wem man zu koalieren gedenke, ist eines der Hauptprobleme unseres momentanen “als-dritter-gehe-ich-in-Opposition“-Systems.

So wählt dann ein erklecklicher Teil der Leute taktisch (“diesmal kriegen die Roten doch noch mal meine Stimme...“ und nicht weltanschaulich - und es würde auch dem dümmsten klar, dass man blaue Politik kriegt, wenn man schwarz wählt.

byron sully
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21.11.2011, 15:46

seh ich nicht ganz so. manchmal gibt es wahlergebnisse, bei denen beide blöcke jeweils unter der absoluten mehrheit bleiben (so hatten z.b. 2005 in deutschland weder schwarz-gelb noch rot-grün eine mehrheit). das heißt nicht, daß ich gegen wahlbündnisse wäre, halte sie jedoch für keine notwendigkeit.

werwolfi
00
21.11.2011, 18:56

Ich glaube eben, das solche Pattsituationen seltener wären wenn sich jeder vor der Wahl deklarierte.
Und zwischen D und uns ist auch noch einiger Unterschied, dort wechselt es wenigstens immer zwischen (naja)links und rechts, bei uns ist die in sich ja grundsätzlich vollkommen widersprüchliche große Koalition ja schon der Normalzustand...

byron sully
00
22.11.2011, 17:23

also so offen z.b. die övp für eine schwarz-blaue koalition ist: ich denke nicht, daß sie mit der fpö ein wahlbündnis schließen würde.

Briefmarkenkleber
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21.11.2011, 10:40
"Grüne und Sozialisten"

Die Reihenfolge richtet sich nach dem Stimmenanteil?
Parteiblatt.

Walter KURTZ
 
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21.11.2011, 00:25

Wenn Frankreich - immerhin Stromexporteur Nummer eins - das macht und es beim deutsche Atomausstieg bleibt, dann wird es am europäischen Strommarkt ziemlich eng werden...

WBR
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21.11.2011, 14:27
Kein Grund zur Sorge

Erstens würde auch Frankreich die AKW sicher nicht ersatzlos streichen.
Zweitens baut Deutschland ja schon fleißig seine Kohle-Kapazitäten aus.
Und drittens hört man ja z.B. von Tschechien immer wieder die Absicht, seine Nuklearkapazitäten auszubauen.
Und zu guter Letzt: Wahlkampfaussagen sind auch nur Wahlkampfaussagen.

lästermaul
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21.11.2011, 00:18

und die hiesigen bruderparteien sollten französisch lernen!

glitsch
01
20.11.2011, 21:11
"Partei ihre Präsens…stärken"

Präsens? Oder doch das Präteritum? Vielleicht auch Futur?

"Präsenz" würde auf Deutsch schon besser ausschauen.

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