Hacker greifen Website des ägyptischen Staatsfernsehens an

20. November 2011, 17:52
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Berlin und Rom sehr besorgt über Gewalt in Ägypten

Hacker haben die Internetseite des ägyptischen Staatsfernsehens angegriffen, um damit gegen die Berichterstattung über die Ausschreitungen in Kairo zu protestieren. Auf der Website war am Sonntag zeitweise die Nachricht zu lesen: "Dies ist eine einfache Antwort auf die Absurditäten, die wir gestern gesehen haben."

Sachliche Berichterstattung gefordert

Die Hacker warfen dem Sender Heuchelei vor. "Früher wart ihr Heuchler, die für Mubaraks Regime arbeiteten. Heute seid ihr Heuchler, die für das Militärregime arbeiten." Sie forderten eine sachliche Berichterstattung anstelle von "romantischen Nil-Ansichten, während Menschen sterben".

Ausschreitungen

Rund eine Woche vor Beginn der Parlamentswahlen eskaliert in Ägypten wieder die Gewalt. Bei Protesten gegen den regierenden Militärrat kam es am Wochenende zu massiven Ausschreitungen in Kairo und Alexandria; dabei wurden nach offiziellen Angaben zwei Menschen getötet und mehr als 900 verletzt. Am Sonntagabend dauerten die Krawalle in der Hauptstadt an. Tausende strömten wieder in Richtung Tahrir-Platz.

Angesichts der Straßenschlachten wollte die Regierung noch im Verlauf des Tages zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Bis zum späten Nachmittag wurde aber zunächst kein Ergebnis bekannt.

Deutschland und Italien besorgt

Deutschland und Italien sind sehr besorgt über die gewalttätigen und blutigen Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Ägypten. Die Außenminister Guido Westerwelle und Giulio Terzi di Sant'Agata riefen am Sonntag in Rom in einer gemeinsamen Erklärung alle Seiten in Ägypten auf, die Gewalt sofort zu beenden. Westerwelle und der neue italienische Außenminister appellierten zugleich an alle politischen und institutionellen Kräfte des Landes, zur Schaffung eines friedlichen Umfeldes beizutragen, das für einen erfolgreichen demokratischen Übergang notwendig sei. Terzi ist Roms neuer Außenminister in der Regierung von Mario Monti. Er war zuvor Italiens Botschafter in Washington. (APA)

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