Autorin Vivien Stein wehrt sich gegen Antisemitismus-Vorwürfe

20. November 2011, 15:57
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"Die Vehemenz des Diskurses und die persönlichen Anfeindungen hatte ich in dieser Dimension nicht erwartet"

Berlin/München - Die umstrittene Autorin Vivien Stein hat sich gegen Antisemitismus-Vorwürfe im Zusammenhang mit ihrer Biografie über den Kunsthändler Heinz Berggruen verwahrt. "Die Vehemenz des Diskurses und die persönlichen Anfeindungen hatte ich in dieser Dimension nicht erwartet", sagte Stein dem Nachrichtenmagazin "Focus" mit Blick auf die Debatte in den deutschen Feuilletons.

In ihrem heftig kritisierten Buch "Heinz Berggruen. Leben und Legende" wirft Stein dem bekannten jüdischen Kunsthändler Berggruen vor, vor allem ein gerissener Geschäftsmann und auf "Steuerhinterziehung" aus gewesen zu sein. Sie polarisiert mit der These, bei den Verhandlungen über den Verkauf seiner hochkarätigen Gemälde-Sammlung in Berlin habe er die "Judenkarte" gespielt.

"Es ist antisemitisch, unter jüdischen Menschen nicht ebenso zu differenzieren wie bei anderen"

Ihr nun Antisemitismus zu unterstellen sei absurd, sagte Stein dem "Focus". "Heinz Berggruen war eine Ausnahmeerscheinung. Er steht nicht stellvertretend für alle Juden." Die in Paris lebende Tochter jüdischer Emigranten, die in New York aufwuchs und lange in Deutschland lebte, meinte: "Es ist antisemitisch, unter jüdischen Menschen nicht ebenso zu differenzieren wie bei anderen."

Das Museum Berggruen in Berlin-Charlottenburg gilt mit seinen Werken von Picasso, Klee und Matisse als eine herausragende Sammlung der klassischen Moderne. Der Sammler Berggruen, Vater des heutigen Karstadt-Eigentümers Nicolas Berggruen, war sieben Jahre nach dem Verkauf der Sammlung im Jahr 2000 im Alter von 93 Jahren in Paris gestorben. (APA)

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