Befragung

Oststeirische Gemeinden gegen Zusammenlegung

20. November 2011, 16:01

Kleinere Gemeinde stimmten deutlich gegen Zusammenlegungen - Marktgemeinde Kaindorf mit ausgewogenem Ergebnis

Graz - Überaus viele Bewohner der sieben oststeirischen Gemeinden, die am Sonntag über mögliche Gemeindezusammenlegungen abstimmen konnten, haben den Weg zu den Urnen gefunden. Großteils deutlich fiel auch das Votum der Bürger aus: In den kleineren Gemeinde war die deutliche Mehrheit gegen Zusammenlegungen, wie ein Rundruf bei den Bürgermeistern ergab. Nur im größten Wahlsprengel, in Kaindorf, war mit 52,8 Prozent eine knappe Mehrheit für Gemeindefusionen.

In Kaindorf, wo gemeinsam mit der 1968 eingegliederten Katastralgemeinde Kopfing insgesamt 1.223 Bewohner wahlberechtigt waren, gaben zwar "nur" 36 Prozent ihre Stimme ab, aber das Ergebnis war knapp: 44,08 Prozent (190) waren dafür, 55,92 Prozent (241) dagegen. Interessant waren nach Meinung von Bürgermeister Fritz Loidl (ÖVP) die Zahlen nach der Splittung in die Wahlsprengel Kaindorf und Kopfing: Während in der Marktgemeinde 52,81 Prozent für die Zusammenlegung waren, seien es in der Katastralgemeinde nur 23,44 Prozent gewesen.

Loidl meinte, dass dieses äußerst entgegengesetzte Ergebnis der beiden Wahlsprengel zeige, dass viele ältere Bewohner aus Kopfing die Zusammenlegung mit Kaindorf aus dem Jahr 1968 noch immer "in negativer Erinnerung" hätten. Das Gemeindeoberhaupt kritisierte die Informationspolitik des Landes Steiermark: "Wenn es wenig Info gibt, werden die Leute immer vorsichtig." Er wertete das Votum als Signal an das Land, erst klare Vor- und Nachteile aufzuzeigen, bevor entschieden werde.

"Die Vorgangsweise des Landes ist zu bedauern"

Ähnlich fiel auch die Kritik des Dienersdorfer Bürgermeisters Florian Summerer (ÖVP) aus: "Die Vorgangsweise des Landes ist zu bedauern." Mit "Wischi-Waschi-Auskunft" könne man keine Bürger überzeugen. In seiner Gemeinde haben demnach 72,9 Prozent, also 408 Bewohner, von ihrem Wahlrecht gebrauch gemacht. Drei Stimmen waren ungültig. 14,33 Prozent (58 Stimmen) stimmten für eine Zusammenlegung, 85,68 Prozent (347 Stimmen) waren dagegen. "Ich werte die Zahlen als klaren Auftrag. Das Volk hat entschieden und wird sich nichts Aufschwatzen lassen", so Summerer.

In der Gemeinde Tiefenbach waren 582 Bürger wahlberechtigt, 374 (64,26 Prozent) gaben ihre Stimme ab. Während zwei Wahlzettel ungültig waren, stimmten 13,71 Prozent (51 Stimmen) für eine Zusammenlegung und 86,29 Prozent (321 Stimmen) dagegen. Bürgermeister Josef Singer (ÖVP) war überrascht über die hohe Wahlbeteiligung, zeigte sich aber über den deutlichen Ausgang des Votums nicht überrascht. Er wolle die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden forcieren, aber werde sich für keine Zusammenlegungen einsetzen.

In Ebersdorf, wo 1.013 Bürger wahlberechtigt waren, stimmten 715 ab. Nur 6,73 Prozent (48 Stimmen) waren dafür, 93,27 Prozent (665 Stimmen) sprachen sich gegen die Eingliederung in eine andere Gemeinde aus. Zwei Stimmen waren ungültig. Bürgermeister Gerald Maier (ÖVP) forderte vom Land, dass es das Ergebnis akzeptiert, denn das "Recht geht vom Volk aus". Auch er kritisierte, dass seitens des Landes "nicht sehr gut vorbereitet" wurde. In drei Monaten und ohne Studien und Berechnungen könne man keine seriöse Entscheidung über eine Zusammenlegung treffen.

In Großhart, der einzigen der sieben Gemeinden, die nicht zur Ökoregion Kaindorf gehört, haben 84,94 Prozent der 518 Wahlberechtigten ihre Stimme am Sonntag abgegeben. Von 440 Stimmen votierten 4,3 Prozent (19 Stimmen) für eine Zusammenlegung und 95,68 Prozent (421 Stimmen) waren dagegen. Bürgermeister Josef Radl (ÖVP) war vom Ergebnis überwältigt und versprach, "alles für die Eigenständigkeit tun" zu wollen. 

In Hartl haben von 705 Wahlberechtigten 613 ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 86,95 Prozent. 3,59 Prozent der Bürger (22 Stimmen) sprachen sich gegen eine Fusion aus, 96,41 Prozent (591 Stimmen) waren gegen Zusammenlegungen. Bürgermeister Hermann Grassl (ÖVP) nahm den "Auftrag der Bürger, für Eigenständigkeit zu kämpfen" an. Die hohe Wahlbeteiligung zeige, dass die Mitbestimmung der Bevölkerung der richtige Schritt sei.

In Hofkirchen stimmten 379 (73,6 Prozent) der 518 Wahlberechtigten ab. Zwei Stimmzettel waren ungültig, 13,1 Prozent der Bürger (48 Stimmen) waren für eine Zusammenlegung und 86,9 Prozent (329 Stimmen) wollten keine Fusion. Bürgermeister Herbert Mauerhofer (ÖVP) unterstrich die Wichtigkeit der Volksbefragung, denn es sollte kein "drüberfahren" geben. Der Entscheid der Bevölkerung sei eine Stütze für den Gemeinderat.(APA)

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Dragomir
00
21.11.2011, 13:00

Wenn die Ausseer ein eigenes Kennzeichen haben, müssen die Goiserer auch eines bekommen. Gerechtigkeit für Alle!!!

werwolfi
00
21.11.2011, 12:48

Sorry, aber wie heißt es so schön:
Wer einen Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen.

Die selben, die gegen solche Effizienzsteigerungen in der Verwaltung gestimmt haben, jammern garantiert den Rest des Jahres über die hohen Steuern und Abgaben...

</ lustig>
01
21.11.2011, 12:40
Logisch!

Deswegen sind ja auch die Tante-Emma Läden so viel günstiger als große Supermarkt-Ketten.

Bei Ihrem Sachverstand sind Sie bestimmt zumindest Gemeinderat, wenn nicht gar Bürgermeister...

</ lustig>
00
21.11.2011, 12:49
Lieber Standard,

eine Antwort auf ein Posting erscheint bei Eurer iPad-App als neuer Thread?

Columbo_der_neue
00
21.11.2011, 12:20
Ich bin der meinung das die Griechen nicht soviel Staub aufwirbeln wie wir

werinais
00
21.11.2011, 12:02
Nonsens

man müsste den Leuten auch im Klartext präsentieren, was durch Nichtzusammenlegung an Mehrkosten für alle Steuerzahler anfällt. Zahlen sollen ja immer die Anderen. Dabei wär das Sparen ohne große Einschnitte eben. Verstehs wer kann.

FFluXXuSS
10
21.11.2011, 11:41
Größere Einheiten haben mehr Aufwand

Z.B. haben Städte mit 10.000EW ein großes Bauamt:
Dort gibt es einen Leitungsposten, Sekretariat und Ausführende.
In Einem Ort mit 2000EW gibt es die gleiche Leistung ohne Leitungsposten, ohne Sekretariat und sogar ohne permanent angestellte Ausführende!
Es wird durch das Gemeindesekretariat neben vieler anderer Arbeit so nebenher erledigt.
FRAGE:
Was ist wohl billiger?

SagServus
02
21.11.2011, 11:55

Man darf nicht einfach nur Posten und Posten verglichen werden.

Es wurde in der Tat schon festgestellt das bei Zusammenlegungen durchaus mehr personal benötigt wird. Aber wo ist da die Einsparung werden sie sicher fragen?

Die Einsparung liegt darin das man statt 5 Bürgermeister nur mehr einen braucht, statt 10 Vizebürgermeister nur 2, statt 5 Standesbeamten nur einen etc. etc.
Das spart weit mehr ein als wenn man durch die Zusammenlegung ein eigenes Bauamt benötigt.

Desweiteren: Es ist ja immer schön mit den Leuten über Bauvorhaben zu verhandeln die eventuell selbst betroffen sind und darüber entscheiden dürfen ob man bauen darf oder nicht.

FFluXXuSS
10
21.11.2011, 12:16
Vergleichen wir Gemeinden und Gemeinden:

In diesen Regionen gibt es kaum zwei Gemeinden mit jeweils eigenen Standesbeamten, Bauamt etc. etc.
Sie schaffen Bürgermeister ab, bauen zur selben Zeit zwangsläufig große Verwaltungseinheiten.
Übrigens lässt sich über überbordernde Verwaltung trefflich herziehen!

SagServus
00
21.11.2011, 13:06

Sprich ihrer Meinung nach sollte man die 10.000 EW Stadt in 5 kleine Gemeinden aufteilen weil das ganze dann billiger wird?

franzauer
00
21.11.2011, 11:35
Volk, nicht Bürgermeister

Die Bevölkerung hat gestern abgestimmt, nicht die Bürgermeister. Oder glaubt jemand, die Leute sind so blöd, dass sie sich vom Bürgermeiszter in die Irre führen lassen. Wenn ja, dann : Danke Demokratie.

Jurist0815
11
21.11.2011, 10:30
Votum der Bürgermeister

ich war schon gespannt wann jetzt der Krieg um die Bürgermeisterposten und die Gemeinderäteposten los geht. Aber wie es ausschaut hackt eine Krähe der anderen keine Auge aus und die Herrschaften versuchen sich mit schwindligen Umfragen raus zu lavieren.

FFluXXuSS
10
21.11.2011, 11:33
Jaaah - "Krieg um Gemeinderäteposten..."

Meinen Sie die ~200 Euro monatliche Zuwendung, die Gemeinderäte erhalten?
Vielleicht ist die Steiermark anders, z.B. in NÖ haben Gemeinderäte nicht so viel zu vermelden, als dass sich ein "Krieg" um deren Posten lohnt.
Das Gegenteil ist wahrer - es findet sich kaum ein Mensch, der kandidiert.
Versuchen sie es noch einmal, worauf sie hinaus wollen?

Jurist0815
01
21.11.2011, 11:48

Die Bürgermeister aus meiner Gegend machen den Job aus Prestige. Die letzten 3 Bürgermeister der größten Stadt im Bezirk haben sich jeder ein Denkmal hingesetzt für das noch nicht mal die Schulden für das erste (gebaut Mitte der 80er) abbezahlt sind.

Diese Damen und Herren interessiert leider nicht ob dass was sie tun zum Besten der Gemeinde ist.

FFluXXuSS
00
21.11.2011, 11:59
Wenn sie damit meinen, dass der Fisch vom Kopf her stinkt,

bin ich bei Ihnen.

JohnP
00
21.11.2011, 10:11
idiotische umfrage

die umfrage ist zu diesem zeitpunkt nonsens, denn zuerst müsste klar sein, wie eine etwaige zusammenlegung konzipiert wäre, erst dann könnte man eine sinnvolle umfrage starten

system1
20
21.11.2011, 09:55
wo sind denn die geiferer jetzt,

die einerseits stets nach direkter demokratie plärren (für alles am besten eine volksabstimmung) und andererseits aber scheinbar alles besser wissen und die bürger dann doch bevormunden wollen? wo sind die jetzt? schmähstad im kammerl?

Seria
01
21.11.2011, 09:44

Es gibt Gemeinden unter 100 Einwohner mit Bürgermeister, Sekretär, Stellvertreter etc auf Kosten der Bürger
Kein Witz!

FFluXXuSS
20
21.11.2011, 11:36
Nennen sie Zahlen

Wie viele Gemeinden in Österreich?
Wie viele bekommen was wofür?
Haben die vielleicht noch Nebenjobs und warum?
Sie
schüren
Neid,
solche
Leute
nennt
man
Neidhammel?

verleih nix
00
21.11.2011, 10:11

einfach förderungen abdrehen, die gemeindesteuern entsprechend festsetzen und nochmal fragen.

Marlon62
11
21.11.2011, 09:44
Die Steirer sind um nichts klüger als der Rest der Bevölkerung

Da wird endlich einmal eine Strukturreform zwecks Einsparung angegangen, und schon schreit die Mehrheit nein.

Leutln, Ihr habt euch den Titel "Geländegängige Burgenländer" wirklich verdient, obwohl...eigentlich können die Burgenländer in diesem Fall gar nix dafür, weshalb man vielleicht doch besser "Zurückgebliebenes wildes Bergvolk südlich des Semmering" sagen sollte.

anakabasa
 
10
21.11.2011, 11:35
selten unnötiges kommentar.

länder-chauvinismus, weil ein paar gemeinden sich gegen Ihren willen aussprechen, ist echt das letzte.

Marlon62
01
21.11.2011, 11:42
Und Sie glauben,

dass sich das auf Gemeinden beschränkt? Schon vergessen, dass andere bereits wegen der Kennzeichentafeln für Autos gestritten haben, weil u.a. die Bad Ausseer meinten, sie würden einen Teil ihrer Identität verlieren, wenn da nicht mehr "BA" draufsteht? Ich frag mich ja, welche Identität die hatten, als es noch schwarze Kennzeichentafeln gab, wo lediglich Graz ein "G" hatte, alle anderen Steirer ein "ST".

Sigrun1
00
21.11.2011, 09:42

das Land sollte finanzielle Zuwendungen im Masse der bei einer Zusammenlegung erzileten Einsparung kürzen

somussesnichtsein
01
21.11.2011, 09:00
ein hoch der direkten demokratie

da kommt der sparwille - sparen ja aber bei den anderen so richtig zur geltung.

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