Werder von den Fohlen überrannt

20. November 2011, 14:15
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Bremen holt sich in Gladbach eine 0:5-Klatsche - Schalke ohne Mühe mit Nürnberg - Auch Hannover mit Debakel in Wolfsburg - Köln gegen Mainz nach Suizidversuchs des Schiedsrichters abgesagt

Mönchengladbach - Das Drama um Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati hat den 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga überschattet. Der Referee aus Hannover versuchte am Samstagmorgen, sich das Leben zu nehmen, konnte aber offenar rechtzeitig gerettet werden. Die Bundesliga-Begegnung zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz, die Rafati am Nachmittag leiten sollte, wurde deshalb kurzfristig von der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgesagt und auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben.

Ungeachtet der schlimmen Nachricht aus Köln bleibt Borussia Mönchengladbach  in der Fußball-Bundesliga an Tabellenführer Bayern München dran. Dank drei Toren des deutschen Nationalspielers Marco Reus gewannen die Gladbacher am Samstag das Verfolgerduell gegen Werder Bremen überraschend klar mit 5:0. Auch Schalke 04 ist weiter auf dem Vormarsch und nach dem 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg vorläufig Dritter.

Der VfL Wolfsburg gewann das Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 mit 4:1. Der SC Freiburg steckt trotz des in letzter Sekunde erkämpften 2:2 gegen Aufsteiger Hertha BSC weiter im Tabellenkeller fest. Überschattet wurde die 13. Runde vom Suizidversuch von Schiedsrichter Babak Rafati. Das Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 am Samstag wurde deshalb abgesagt.

Bei Gladbachs Galavorstellung vor über 53.000 Zuschauern im Borussia-Park ragte Reus heraus. Nachdem Patrick Herrmann (16.) das 1:0 erzielt hatte, legte der Stürmer mit einem unnachahmlichen Solo nach. Von der Mittellinie aus startend ließ Reus die zwei Werder-Verteidiger Sebastian Prödl und Andreas Wolf stehen und bezwang auch Torhüter Tim Wiese zum 2:0 (23.). Kurz darauf verließ bei der Borussia Abwehrchef Martin Stranzl den Platz. Der Burgenländer war bereits vor der Partie am Knie angeschlagen. Über den Grad der Verletzung sollte eine MRT-Untersuchung am Sonntag Aufschluss bringen. "Es war eine total blöde Szene. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes", sagte Stranzl.

Noch vor der Pause gelang Reus unter tosendem Beifall nach Vorarbeit von Herrmann das 3:0 (38.). Von dem deutlichen Rückstand erholten sich die Gäste, bei denen mit Marko Arnautovic (bis zur 61. Minute) ein zweiter Österreicher auf dem Platz stand, nicht mehr. Unmittelbar nach dem Wechsel gelang Reus das 4:0 (52.), nur eine Minute später krönte Juan Arango seine gute Leistung mit einem perfekten Außenristschuss in das Kreuzeck zum 5:0. Für Mönchengladbach war es der höchste Bundesligasieg seit mehr als 17 Jahren.

 "So ein Spiel muss man erst einmal verdauen", meinte Prödl, der im Bremer Abwehrzentrum mehrmals keine gute Figur machte. "Ich hoffe, dass wir unsere Lehren daraus ziehen und die Fehler abstellen. Es muss sich jeder Einzelne von uns bei der Nase nehmen." Nach so einem Spiel sei man aber "kein Bayern-Jäger, sondern höchstens Punktejäger", meinte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs. Arnautovic gelang wenig. Der Wiener  wurde in der 61. Minute ausgewechselt und gab sich selbstkritisch: "Das war heute sehr schlecht von mir, aber auch von allen anderen."

Schalkes Klaas-Jan Huntelaar gelang im Duell der Altmeister gegen den 1. FC Nürnberg ein Doppelpack und die Pflichtspieltore 22 und 23. Im 200. Spiel von Huub Stevens als Schalke-Trainer war es zunächst Huntelaar (13.) und dann der erstmals als Kapitän aufgelaufene Raul (38.), ehe erneut der Niederländer (66.) und Lewis Holtby (84.) trafen. Christian Fuchs spielte bei den Gelsenkirchnern wieder durch. "Wir haben effektiv, aber nicht gut gespielt", blieb Stevens kritisch. "Das war spielerisch nicht das, was ich mir zu Hause vorstelle." Tatsächlich hatten die ersatzgeschwächten Schalker von Abwehrfehlern der Nürnberger profitiert.

Boden auf die Spitzenplätze verlor Hannover. Mit Emanuel Pogatetz verloren die 96er in Wolfsburg klar 1:4. Acht Tage nach seinem Länderspieldebüt in der Ukraine leistete sich 96-Keeper Zieler gleich zwei folgenschwere Unsicherheiten, die Hasan Salihamidzic gnadenlos zu den ersten beiden Treffern ausnutzte. (sid/APA)

  • Marco Reus unstoppable.
    foto: epa/weihrauch

    Marco Reus unstoppable.

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