Vorarlberger mit klarem 4:2-Erfolg über die Vienna neuer Tabellenführer - St. Pölten schockt in letzter Minute Herbstmeister WAC/St. Andrä - Linzer Vereine remisieren
Altach - SCR Altach hat sich am Freitag die Führung in der Erste Liga zurückgeholt.
Die Vorarlberger erwiesen sich gegen die Vienna als Meister an Effizienz,
gewannen ohne zu glänzen mit 4:2 (2:0). Sie nehmen nach der 19. Runde wieder die
Spitze ein, zwei Punkte vor dem in St. Pölten mit 2:3 unterlegenen WAC/St.
Andrä. Sechs Chancen, vier Tore - so lautete die Bilanz Altachs, das gegen die
tapfer kämpfenden Wiener in der letzten Viertelstunde noch zwei Treffer
kassierte.
Altach verzeichnete einen Blitzstart, Seeger sorgte in der dritten Minute mit
seinem ersten von zwei Treffern (insgesamt 10) für das 1:0. Doch in der Folge
hatten die Gastgeber Probleme, die Vienna spielte stark und fand durch Mair eine
gute Ausgleichschance vor - doch Keeper Kobras parierte mit einem Fuß (27.).
Kurz darauf folgte das 2:0 durch Sadovic aus abseitsverdächtiger Position (29.).
Als kurz nach Wiederbeginn Tomi per Freistoß auf 3:0 (48.) und Seeger nach
schöner Aktion auf 4:0 (54.) stellten, war das Match gelaufen.
Die Vienna steckte dennoch nicht auf, vermochte die siebente
Auswärtsniederlage aber nicht zu verhindern. Konzentrationsmängel der
Altach-Abwehr und ambitionierte Vienna-Angreifer ermöglichten eine
Resultatskosmetik - Markovic (75.) und Beciri (83.) sorgten für den Endstand.
Altach ist seit 23. August daheim ungeschlagen.
Überraschung in St. Pölten
Es bleibt dabei - aktuelle Tabellenführer können auf dem Voithplatz nicht
gewinnen. Mit dem WAC/St. Andrä kam zum vierten Mal seit dem Aufstieg der Niederösterreicher im
Jahr 2008 ein Leader nach St. Pölten. Und zum dritten Mal gingen die Schützlinge
von Trainer Martin Scherb als Sieger vom Platz. Zum Matchwinner wurde Bernhard
Kotynski, der fast mit dem Schlusspfiff für das entscheidende Tor zum
3:2-(2:0)-Erfolg sorgte.
Beim Sieg brauchte St. Pölten aber auch ein wenig Glück. Vor allem in den
ersten 20 Minuten hatten Christian Falk und Dario Baldauf eine Chance nach der
anderen, die Tore schossen aber die Gastgeber. In Minute zwei holte Keeper
Dobnik St. Pölten-Stürmer Thomas Fröschl, der erstmals seit seiner
Knöchelverletzung wieder von Beginn an dabei war, im Strafraum von den Beinen.
Den fälligen Elfmeter verwandelte SKN-Goalgetter Daniel Segovia zur frühen
Führung. Die baute dann Fröschl in der 27. Minute mit seinem ersten Saisontor
aus.
Nach dem Wechsel drohte die Partie zuerst einzuschlafen. Doch WAC-Regisseur
Jacobo weckte mit seinem Anschlusstreffer - unter kräftiger Mithilfe der St.
Pöltner Abwehr - in der 60. Minute beide Teams wieder auf. Jovanovic prüfte
Riegler mit einem Freistoß, dann scheiterte Baldauf am Keeper der Hausherren.
Auf der anderen Seite verzog Fröschl alleine vor dem Tor. Und dann knallte
Segovia das Leder knapp über die Latte.
Schließlich stellte Christian Falk einmal mehr seine Goalgetterqualitäten
unter Beweis und sorgte vier Minuten vor Schluss für den mehr als verdienten
2:2-Ausgleich. Doch es reichte trotzdem nicht für einen Punktgewinn des
Tabellenführers. Denn SKN-Trainer Martin Scherb hatte ein goldenes Händchen. Der
kurz vor Schluss eingewechselte Bernhard Kotynski sorgte fast mit dem
Schlusspfiff doch noch für den 3:2-Erfolg der Hausherren.
Lustenauer Licht
Der FC Lustenau hat im Kampf um den Verbleib in der Liga im eigenen
Stadion neuerlich gegen den LASK gepunktet. Die Vorarlberger warten aber nach
dem 1:1 (0:0) schon seit 9. September auf einen Heimsieg. Den ersatzgeschwächten
Linzern hilft der eine Punkt im Titelkampf nicht viel weiter, immerhin sind sie
auswärts seit fast zwei Monaten ungeschlagen.
Nach mäßiger erster Hälfte, in der Keeper Lukse zwei LASK-Chancen
zunichtemachte, brachte Florian Zellhofer die Gastgeber nach idealem Zuspiel der
Neuerwerbung Teurezbacher in Führung (59.). Wenige Minuten zuvor war ein Tor von
Zellhofer wegen vermeintlichem Abseits noch aberkannt worden. Der LASK kam nun
besser ins Spiel, aus einem abgefälschten Schuss von Luis Henrique (72.) gelang
der Ausgleich. Die beste Chance auf den Sieg hatte aber Lustenau: Referee Harkam
sah ein Foul von Wimmer an Witteveen, die Linzer protestierten. Der Lustenauer
trat selbst an, scheiterte aber an Keeper Mandl (79.).
Hartberger Licht
Auch der zweite Linter Verein konnte an diesem Spieltag keinen Sieg einfahren: Ein frühes Tor hat Blau Weiß Linz nicht zum Sieg gegen Tabellenschlusslicht TSV Hartberg
gereicht. Die Steirer verhinderten mit einem 1:1 (0:1) die 12. Saisonniederlage
und holten so den erst fünften Saisonpunkt in der Fremde. Während die Linzer
weiterhin auf Platz fünf rangieren, sind die Steirer nach wie vor punktegleich
mit dem FC Lustenau Tabellenschlusslicht.
Linz konnte trotz des schnellen Tores in der siebenten Minute durch
Konstantin Wawra, der einen Freistoß aus 17 Metern perfekt ins Kreuzeck
zirkelte, dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Zwar kontrollierten die
Gastgeber die erste Hälfte, konnten sich dabei aber keine echten Chancen
erarbeiten. Eine solche vergab auf der Gegenseite Lukas Mössner, der per Kopf
aber an Linz-Goalie David Wimleitner scheiterte (33.).
Vielmehr kam Hartberg nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel und schließlich
auch zum durchaus verdienten Ausgleich: In der 71. Minute war Stefan Rakowitz
nach Zuspiel von Christoph Friedl zur Stelle. Im Finish gerieten die Hausherren
nochmals stark unter Druck, Hartbergs Daniel Gremsl vergab in der 89. Minute per
Kopf aber den Matchball.
Grödig schwächelt wieder
Dem SV Grödig ist es am Freitag nicht gelungen, den Sensationssieg über
Altach zu bestätigen. Die Salzburger verloren zum Start der zweiten Saisonhälfte
gegen Austria Lustenau mit 1:2 (0:2). Die Vorarlberger nahmen wie schon zu
Saisonbeginn drei Punkte aus der Untersbergarena
mit und feierten den vierten Auswärtssieg der Saison. Lustenau ging in der
ersten Hälfte durch Tore von Kampel (18.) und Zwischenbrugger (37.) in Führung,
die Heimischen drängten nach der Pause auf den Ausgleich, doch es blieb bei
Diego Vianas fünftem Saisontor (83.).
Die Gäste übernahmen von Anfang an die Initiative und führten dank eines
Patzers des Grödiger Torhüters Hubert Auer nach einem Kampel-Distanzschuss bald
1:0. Auer konnte zwar kurze Zeit später gegen den allein vor dem Tor stehenden
Sascha Boller retten, doch Jan Zwischenbrugger nutzte einen Grödig-Fehlpass in
der Vorwärtsbewegung zur 2:0-Führung (37.). Nach Foul von Lustenaus Tormann
Kofler an Lukas Schubert, vergab Mersudin Jukic kurz vor der Pause vom
Elfmeterpunkt die Chance auf den Anschlusstreffer. Seinen schwach geschossenen
Schuss ins rechte untere Eck parierte Kofler problemlos (40.).
In der zweiten Hälfte drängten die Heimischen gegen die tiefstehenden
Lustenauer auf ihr erstes Tor, doch Großchancen waren weiter Mangelware. In der
83. Minute erzielte der eingewechselte Viana nach schöner Flanke von Öbster per
Kopf den 1:2-Anschlusstreffer. Die Grödiger Schlussoffensive blieb trotz einiger
brenzliger Szenen im Lustenauer Strafraum unbelohnt.(APA/red)
Ergebnisse Erste Liga, 19. Runde, Freitag, 18.11.2011:
- SKN St. Pölten -
WAC/St. Andrä 3:2 (2:0). St. Pölten, Voithplatz, 1.050, SR Muckenhammer
Tore: 1:0 ( 2.) Segovia, 2:0 (27.) Fröschl, 2:1 (60.) Jacobo, 2:2 (86.) Falk, 3:2 (93.) Kotynski
St. Pölten: Riegler - Speiser, Popp, Rödl, Zwierschitz -
Gruberbauer (57. Ambichl), Fallmann, Thürauer (68. Brandl), Hofbauer - Fröschl
(83. Kotynski), Segovia
WAC/St. Andrä: Dobnik - Berchtold (74. Gotal),
Sollbauer, Jovanovic, Baldauf - Zakany, Messner (62. Cemernjak), Putsche, Jacobo
- Stückler (74. Topcagic), Falk
Gelbe Karten: Gruberbauer, Thürauer, Fallmann,
Riegler bzw. Dobnik, Jovanovic, Berchtold
-
FC Lustenau - LASK Linz 1:1 (0:0). Reichshofstadion, 600, Harkam.
Tore: 1:0 (59.) Zellhofer, 1:1 (72.) Henrique
FC Lustenau: Lukse - Simma (90. Minoretti), Haselberger, Mimm, Buchner -
Bolter - Rieß (82. E. Eto'o), Luxbacher, Teurezbacher - Zellhofer (69. Rupp),
Witteveen
LASK: Mandl - Barry, Kobleder, K. Wimmer, Schellander - Kogler (63.
Kaufmann), Aufhauser, Varga, Freudenthaler - Henrique, Unverdorben
Gelbe Karten: Luxbacher, Zellhofer bzw. Aufhauser, Varga, Schellander
-
Blau Weiß Linz - TSV Hartberg 1:1 (1:0). Stadion der Stadt Linz, 2.000, SR
Krassnitzer.
Tore: 1:0 ( 7.) Wawra, 1:1 (71.) Rakowitz
Linz: Wimleitner - Bubenik, Knabel, Koll, Rabl - Piesinger - Hartl, Wawra,
Huspek (77. Arapovic), Poljanec - Hassler (68. Nikolow)
Hartberg: Rindler - Dober, Tauschmann (46. Kozissnik), Miljatovic, Strobl -
Gremsl, Prietl, Adilovic (69. Kobylik), Rakowitz - Bytyci (60. Friedl), Mössner
Gelbe Karten: Hassler, Wawra, Hartl bzw. Bytyci, Adilovic
-
SV Grödig - SC Austria Lustenau 1:2 (0:2). Grödig, Untersbergarena, 500
Zuschauer, SR Feichtinger.
Tore: 0:1 (18.) Kampel, 0:2 (37.) Zwischenbrugger, 1:2 (83.) Viana
Grödig: Auer - Lainer (45. Lenko), Cabrera, Siller (85. Hanikel), Riedl -
Tschernegg (51. Viana) - Schubert, Krammer, Öbster, Salamon - Jukic
Austria Lustenau: Kofler - Zech, Pöllhuber, Tipuric, Teodoro Soares - Dürr,
Kampel - Krajic, Zwischenbrugger, Boller (79. Miesenböck) - Honeck (90. Leitgeb)
Gelbe Karten: Schubert bzw. Zwischenbrugger, Kofler, Boller
-
SCR Altach - Vienna 4:2 (2:0). Cashpoint-Arena, 2.800, SR Einwaller.
Tore: 1:0 ( 3.) Seeger, 2:0 (29.) Sadovic, 3:0 (48.) Tomi, 4:0 (54.) Seeger, 4:1 (75.) Markovic, 4:2 (83.) Beciri
Altach: Kobras - Lienhart, Schösswendter, Eder, Erbek - Guem - Schick, Tomi,
Scherrer (76. Erhart) - Seeger (63. Vorisek), Sadovic (70. Ademi)
Vienna: Traby - Salvatore, Beciri, Rathfuss, M. Kröpfl - Markovic,
Hattenberger, Toth, Kienzl (46. Mattes) - Tiffner (63. Jelenko), Mair (78.
Dvoracek)
Gelbe Karten: Erbek, Guem, Lienhart, Schick, Eder bzw. Markovic