Spritgeld-Sammlung war für andere Maschine

18. November 2011, 19:10
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In Indien festsitzendes Flugzeug sollte mit dem in Wien kassierten Geld freikommen - Spanische Mint Air wartet noch auf 160.00 Euro

Wien - Das Bargeld-Einsammeln für angeblich unbezahlten Flugtreibstoff unter den Passagieren eines Charterflugs bei einer Zwischenlandung in Wien-Schwechat nimmt immer kuriosere Züge an. Offenbar sollten die am 15. November eingesammelten 20.000 Pfund (rund 23.300 Euro) erst die Freigabe des zweiten Flugzeugs der Gesellschaft in 3.000 Kilometern Entfernung ermöglichen, das dort wegen unbezahlter Rechungen nicht starten durfte. Das bestätigte laut Bloomberg der Airline-Chef Alfonso Martinez von Mint Airways am Freitag in Madrid. Seine Gesellschaft hatte den Flug vom indischen Amritsar nach Birmingham in England mit Zwischenlandung in Wien im Auftrag der österreichischen Comtel Air durchgeführt.

"Comtel hat uns geraten, das Geld von den Passagieren nach Birmingham einzutreiben, um mit diesem Geld ein in Amritsar festsitzendes Flugzeug freizubekommen", sagte Martinez im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Daraufhin habe die Crew das Geld bei den Passagieren eingefordert.

In Indien saßen noch 600 Menschen fest

Mint führt diese Flüge zwischen der indischen Stadt Amritsar und Großbritannien seit September für den Lizenzgeber Comtel durch und stellt die beiden Flugzeuge und die Crew zur Verfügung, wie Martinez weiter erläuterte. Die beiden Flugzeuge vom Typ 757-200 müssen planmäßig in Österreich zwischenlanden und nachtanken. Den 180 Passagieren an Bord war von der Crew gesagt worden, dass ihr Geld für den Treibstoff nach Birmingham nötig sei und das Flugzeug ansonsten nicht starten könne. Comtel habe Rechnungen nicht bezahlt, hieß es.

Der Heimflug wurde schließlich fortgesetzt, allerdings blieb das zweite Flugzeug den Angaben zufolge weiter in Indien, wo derzeit 600 Passagiere festsitzen. Das eingenommene Geld reiche nicht aus, sagte Martinez, und ihm sei die Höhe des fehlenden Betrags für Auslagen des Flughafens in Amritsar nicht bekannt. Mint selbst warte noch auf einen fälligen Betrag von 160.000 Euro.

Eine Sprecherin des Flughafens in Birmingham bestätigte unterdessen laut Bloomberg, dass Comtel die Verbindung nach Amritsar über Reisebüros wie Astonbury und Takhar angeboten habe. Laut einem der Eigner von Comtel, Bhupinder Kandra, ist Astonbury das fehlende Geld Mint schuldig. "Ich muss sehen, dass die Flugzeuge starten können und ich will, dass die Passagiere nach Hause kommen, aber ich habe nicht das Geld für das Benzin und ich kann auch Mint nicht bezahlen", sagte Kandra per Telefon aus Wien, wo sie als Mitbesitzerin von Comtel registriert ist. Der als alleiniger Direktor von Astonbury eingetragene Harjinder Sidhu war für einen Kommentar nicht zu erreichen. (APA)

  • Das Geld in Wien habe nicht gereicht, also konnte das auszulösende zweite Flugzeug nicht starten.
    foto: comtel air

    Das Geld in Wien habe nicht gereicht, also konnte das auszulösende zweite Flugzeug nicht starten.

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