Entkreischung

Einserkastl18. November 2011, 18:59
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"Kämpfer gegen die Nervtöter dieser Welt" - Wrabetz dreht die Werbung im Fernsehen leiser

Man wird Alexander Wrabetz nicht leicht mit dem Titel "Wohltäter der Menschheit" in Verbindung bringen. Weder hat der Generaldirektor des ORF ein paar Milliarden für die Bekämpfung schwerer Krankheiten in Entwicklungsländern gespendet wie etwa Bill Gates, noch einen Frieden zwischen Erbfeinden vermittelt - aber es gebührt ihm trotzdem ein recht prominenter Platz auf der Gedenktafel "Kämpfer gegen die Nervtöter dieser Welt".

Alexander Wrabetz hat die Werbung im Fernsehen leiser gedreht.

Genauer: Er wird sie ab 2012 leiser drehen, gemeinsam mit ZDF, ARD und dem Schweizer Fernsehen. Wer fernsieht und noch nicht völlig abgestumpft ist, dem ist sicher schon aufgefallen, dass die Werbung um einiges lauter ist als die vorherige oder nachfolgende Sendung (ganz, ganz besonders bei den privaten Sendern, aber eben auch bei den Öffentlich-Rechtlichen). Kurzum, man wird angebrüllt. Zwar gibt es sogar schon jetzt eine Vorschrift für die Werbewirtschaft, wie laut die lauteste Stelle eines Spots sein darf. In der Praxis heißt das: Der ganze Spot ist so laut. Künftig wird ein Durchschnittswert für Werbespots und Promotionen vorgegeben.

Der ORF war zwar zuletzt vor allem bei seinen Eigenpromotionen schon ganz schön lautstark und hektisch. Anscheinend hat er erkannt, dass nicht nur Entschleunigung, sondern auch Entkreischung im Trend liegt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19./20.11.2011

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