Ungeeignete Haftbedingung

Straßburg stoppt Abschiebung eines schwer Behinderten

18. November 2011, 18:53
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    foto: der standard/andy urban

    Die Bedingungen in der Schubhaft waren für K. ungeeignet. Er wurde in ein Heim entlassen, wo er besser betreut werden konnte.

Nur knapp entging ein Tschetschene, der so schwer behindert ist, dass er nicht in Haft bleiben konnte, der Abschiebung aus Österreich

Wien - Zweimal seit Anfang Oktober stand der schwer behinderte Tschetschene Said Ali K. (28) bereits kurz vor der Abschiebung. Dass er noch in Österreich ist, verdankt er allein dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Der stoppte am 9. November per einstweiliger Anordnung den Abtransport. Schon am Flughafen Schwechat wurde der Mann wieder freigelassen.

Das Mal davor hatte die Fremdenpolizei selbst ein Einsehen gehabt: Am 4. Oktober war K., der der seit einer Gehirnhautentzündung spastisch gelähmt ist und nur nach Einnahme von Medikamenten gehen kann, am Linzer Bahnhof festgenommen worden. Man hatte ihn in die Schubhaft gebracht, die Abschiebung wurde für den 6. Oktober festgesetzt.

Doch dann stellten sich die Haftbedingungen als für ihn völlig ungeeignet heraus: "Er kann sich selbst nicht einmal waschen. Wir haben ihn entlassen und in ein Caritas-Behindertenheim gebracht", teilte ein Fremdenpolizist dem STANDARD am 5. Oktober mit.

Dass das Abschiebekommando einen Monat später trotzdem wieder bei K. auftauchte, bezeichnet seine Rechtsberaterin Hedwig Binder vom MigrantInnenverein St. Marx als skandalös: "Warum lässt man einen Schwerbehinderten nicht einfach in Ruhe?" Immerhin lebe K. seit sechs Jahren in Österreich - und nach einer rechtskräftigen Asylablehnung habe er jetzt einen neuen Asylantrag gestellt. Sie ortet ausgeprägten Abschiebewillen: Am 7. November verschickte das Bundesasylamt an K. eine Ladung zur Einvernahme. Gleichzeitig setzte es per Mandatsbescheid den Abflugtermin fest.

Pillen theoretisch vorhanden

In Tschetschenien, sagt Bunder, hätte K. wenig Chancen, an die muskelentspannenden Mittel zu kommen, die er braucht, um einigermaßen autonom zu bleiben. Zwar stellte ein österreichischer Verbindungsmann aktenkundig fest, dass ein entsprechendes Medikament in Grosny erhältlich ist - doch man muss es sich privat kaufen: "Mit einer tschetschenischen Behindertenrente könnte K. es sich nicht leisten." Der Fall weise auf ein humanitäres Problem hin: Laut EGMR-Urteilen hat kein "Fremder" das Recht, in einem Land zu bleiben, nur weil er dort Zugang zu einer medizinischen Behandlung hat. In konkreten Fällen jedoch führe dies zu inakzeptablen Härten.

Umso "bemerkenswerter", so Binder, sei der vom EGMR vorerst bis 7. Dezember gewährte Abschiebestopp. Im Innenministerium sagt Sprecher Karl-Heinz Grundböck, jeder derartige Einzelfall werde genau geprüft. (Irene Brickner/DER STANDARD, Printausgabe, 19./20.11.2011)

Kommentar posten
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Freigeistin1
23
30.11.2011, 08:42

#und nach einer rechtskräftigen Asylablehnung habe er jetzt einen neuen Asylantrag gestellt.#

So kommt es dann zu jahrelangen Prozessen, wo wieder auf Ö geschimpft wird, weil die Entscheidung so lange dauert (künstlich verlängert wird).

pjodre bär
34
24.11.2011, 23:24
sollte eh mit würde behandelt werden!

gar nix dagegen! ein lebensvorrat medikamente,ein sack voll blinis und ab nach hause zu muttern! so ist jedem geholfen ;-)

Bossa Nova do Brasil
10
28.11.2011, 10:47
Und das sagt ausgerechnet ein Muttersöhnchen... :-)

No limiZ
116
23.11.2011, 12:36
Soviel Haß, soviel Mißgunst, soviel Neid...

Mein Gott! Geht es euch denn wirklich so schlecht, dass ihr nur noch Hass, Spot, Neid und Missgunst für andere Übrig habt?!

Was habt ihr schon großartig dazu beigetragen, daß ihr zufällig in Österreich geboren wurdet, und andere nicht?

Welche Schuld haben Fremde denn auf sich geladen, außer, dass sie zufällig Ausländer sind?

Wo enden euer Hass, eure Missgunst und euer Neid?
Und wo beginnen euer Mitgefühl, eure Menschlichket?

MIR ist es egal ob ich jetzt mit noch mehr Wut und Hohn ob meines Postings bedacht werde. Es sind nur Buchstaben, die mich nicht treffen können.

Aber ihr solltet darüber nachdenken, was euer Denken und Handeln mit EUCH macht!

pjodre bär
26
24.11.2011, 10:00
ich finde

jene die befürworten,dass der mann hier bleibt, alle weiteren kosten aus ihrer eigenen tasche zahlen! schau ma dann mal wieviele übrig bleiben! negativer asylbescheid sollte im übrigen ausreichen!

wiesengarten
43
24.11.2011, 23:52

Der Asylbescheid wurde gefällt auf der Grundlage eines Teils der Beschwerden, an denen der Asylsuchende leidet. Die Rückenschmerzen des Herrn K. sind eine Folge der ständigen falschen Belastungen durch die spastische Tetraparese. Er kann seine Hüften und Knie nicht durchstrecken, er hat einen spastischen Schiefhals, beim Sprechen bewegt sich der ganze Körperund er bekommt kaum genug Luft zum Sprechen.
Die Anfrage, ob die Kreuzschmerzen in Tschetschenien behandelt werden können, war so suggestiv, dass der Chefarzt sie nur mit ja beantworten konnte. In der Frage wurde die Grundkrankheit gar nicht erwähnt.

Licht Gestalt1
63
23.11.2011, 13:08
Danke

denke genau so...
jeder Mensch sollte mit Würde behandelt zu werden, egal wo er geboren wurde....

Bossa Nova do Brasil
51
21.11.2011, 21:56
Nach all den christlichen (wir erinnern uns: die FPÖ ist christlich) Postings hier:

Willkommen in ÖsterARM! :-)

Walles
314
21.11.2011, 08:52
Fortsetzung folgt nicht

"Irgendjemand nach negativ abgeschlossenem Asylverfahren vor Abschiebung" - die Standard-Brickner-Schlagzeile, 1000mal.
Eine Fortsetzung zu den Geschichten gibt es aber fast nie.
Was wurde zum Beispiel aus diesen drei Psychiatrie-Patientinnen?
http://derstandard.at/128709953... sse-Furcht
http://derstandard.at/129782168... er-Familie
http://derstandard.at/129781985... -im-Spital
Haben sich mittlerweile alle gut im österreichischen Gesundheits- und Sozialsystem integriert?

Weiß Bescheid
 
922
20.11.2011, 17:04
Wo ist das Problem?

Es ist doch völlig naheliegend dass er in Ö Asyl erzwing.. ähm ich meine haben will. Ö ist von Tschetschenien ja nur 3000 km entfert, also quasi um die Ecke.

Wieso sollte er Asyl in Georgien, Azerbaijan, Armenien, Türkei, Iran, Turkmenistan, Uzbekistan, Ukraine, Moldau, Rumänien, Weissrussland, Ungarn Slovakei, Polen wollen wo man doch hier weit mehr rausholen kann?

keywords
61
23.11.2011, 17:52

aha.

er ist also durch den wald gehüpft, in der hoffnung, ein zeck würde ihn bespringen und für immer zu einem behinderten werden lassen, nur damit er in diesem land sein leiden verbringt, statt gesund in tschetschenien zu sein?

gewagt, gewagt..

No limiZ
53
23.11.2011, 12:25
Absolut widerlich, Ihr Posting!

Bitte lassen Sie sich von Zecken beißen, holen Sie sich eine Gehirnhautentzündung, und dann reden Sie weiter von "mehr herausholen"!

Bossa Nova do Brasil
73
21.11.2011, 21:51
> wo man doch hier weit mehr rausholen kann

Und was sollte hier mehr zu holen sein als woanders?!?

Absurd...

Fenris
12
27.11.2011, 23:34

Absurd? Ein "mehr" an medizinischer Behandlung ist ja
wohl laut obenstehendem Artikel jedenfalls herauszuholen!
Wie wollen Sie jetzt die Fakten verdrehen, um Sie Ihrem
Weltbild anzupassen?

Wahres Posting
 
620
20.11.2011, 16:47
Dieses Beispiel bestätigt eines:

Lückenlose Grenzkontrollen sind das einzig richtige

Der Asylansturm muss endlich gestoppt werden. Die EU-Länder sind allesamt bis zum geht nicht mehr verschuldet und können sich keine Asylanten mehr leisten.

Sollen die Asylanten und illegalen Zuwanderer doch in die Länder am persischen Golf wandern. Diese sind durch die Petrodollars mit Abstand die reichsten Länder weit und breit und wissen nicht wohin mit dem Geld. Die können es sich locker leisten, die vielen Asylanten zu versorgen.

Und dieser Asylant von dem hier die Rede ist, ist ja selbst Muslim. Der würde sich sicher sehr freuen wenn er in Medina als Asylant leben könnte...

Bossa Nova do Brasil
43
21.11.2011, 21:52
Sei ein Vorbild und wandere bitte auch du aus!

Licht Gestalt1
114
20.11.2011, 22:44
sie wollen also eine Festung Europa

weil alles "böse" kommt ihrer Meinung nach von ausserhalb und dann ist alles "gut"?
Ich glaube die wenigsten wissen wie es wirklich in Tschetschenien zugeht mit diesem "wahnsinnigen" russlandtreuen Präsidenten, Andersdenkende sind Freiwild für seine Truppen,..
außerdem der Europäische Gerichtshof hat diese Abschiebung verhindert, also dürften es doch zwingende Aslygrunde geben, besonders auch wegen seines bereits langen Aufenthaltes in Ö und auch wegen seiner Krankheit.
Österreich wird daran sicher nicht "zugrundegehen" wenn er hierbleibt,
aber die Herzlosigkeit die seine Abschiebung hier erhält macht mich wirklich traurig

Fenris
22
27.11.2011, 23:40

Nein, ich glaube nicht, daß alles "Böse" von "außerhalb" kommt - so manche "Lichtgestalt" treibt ja auch "im Inneren" ihr Unwesen. Ich weiß nicht, wie es in Tschetschenien zugeht. Und ich will es auch nicht wissen. Weil es mir völlig egal ist, da ich nicht mit dem Gedanken spiele, nach Tschetschenien zu reisen.
Langer Aufenthalt in einem Land ist kein Asylgrund.
Krankheit ist kein Asylgrund.
An besagtem Einzelfall wird Ö sicher nicht zugrunde gehen. Aber - wie weiter oben ja schon von "Walles" beispielhaft ausgeführt - gibt's ja haufenweise solche "Einzelfälle".

Licht Gestalt1
10
30.11.2011, 21:15
was genau

ist eigentlich ihr Problem? Warum brauchen sie ein Feindbild? Jeder Mensch ist "einzigartig" und deshalb ist jedes Schicksal ein Einzelfall, auch ihres......

exam
126
20.11.2011, 15:56

was sind wir nur für eine scheizs gesellschaft
wenn die schwechsten der schwachen abgeschoben werden
wie soll man vor so einem staat ,so einer gesellschaft
respect haben?!

Fenris
11
27.11.2011, 23:42

Am Examen sind wir wohl gescheitert, hm? "Respect" haben Sie vor der Amtssprache offensichtlich nicht...geschweige denn vor der Grammatik oder der Rechtschreibung...

Santino Corleone
67
20.11.2011, 11:48
Wenn man wenig verdient

Ist man rasch damit das Geld fremder Leute freigebig zu verteilen.

Bossa Nova do Brasil
31
20.11.2011, 12:43
Wie viel verdienst du?

unschuldsvermuter
12
20.11.2011, 12:39

Ich glaube nicht, dass unsere Politiker wenig verdienen.

Melo
315
20.11.2011, 10:29
Aus der unten verlinkten Asylentscheidung:

"Im Juni 2004 habe er aufgrund seines schlechten körperlichen Zustandes bereits in Polen um Asyl angesucht, wo ihm aber niemand geholfen habe und er neun Monate auf einen Arzt warten habe müssen. Nachdem er einen negativen Bescheid erhalten und man ihm das ganze Geld abgenommen habe, habe er in die Schweiz fahren wollen."
Dieser Fall zeigt, wie wichtig eine gemeinsame europäische Asylpolitik wäre. Wenn ein Asylwerber in einem Land einen negativen Asylbescheid bekommen hat, dann darf es bei Weiterreise in andere Länder nur noch Schubhaft und Abschiebung geben, aber auf keinen Fall Grundversorgung und weitere Verfahren. Das Einsparungspotential durch eine gemeinsame europäische Asylpolitik wäre riesig.

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