Spekulationen über Rücktritt Orbáns oder Neuwahlen

18. November 2011, 18:05
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    foto: dapd

    Könnte versucht sein, die Flucht nach vorn anzutreten: Viktor Orbán.

Umfrage sieht rechtsextreme Jobbik-Partei bereits auf Platz zwei - Linksopposition gespalten

Budapest - Die Kehrtwende der Regierung gegenüber dem Internationalen Währungsfonds (IWF) angesichts der drohenden Staatspleite heizt in Ungarn Spekulationen über die künftigen Schritte von Premier Viktor Orbán an. Nach Ansicht vieler unabhängiger Beobachter hat Orbán, der vorerst weiter zu seinem Wirtschaftsminister György Matolcsy steht, einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust erlitten.

Der ansonsten vorsichtig abwägende Politikanalyst Gábor Török entwarf bereits kühne Szenarien, wie es weitergehen könnte. Demnach sei nicht mehr auszuschließen, dass Orbán "früher oder später" zurücktritt und die Ministerpräsidentschaft an einen weniger verschlissenen Technokraten der Regierungspartei Fidesz wie den früheren Finanzminister Mihály Varga abgibt. Schließlich, so Török, könnte sich Orbán "noch vor dem substanziellen Erstarken der Opposition zu vorgezogenen Neuwahlen entscheiden" .

Dieses Szenario erscheint angesichts der Tatsache, dass Fidesz im Parlament über eine Zweidrittelmehrheit verfügt, zwar auf den ersten Blick absurd. Eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Nezöpont lässt es aber in einem anderen Licht erscheinen.

Demnach hat die rechtsextreme Jobbik-Partei ihre Beliebtheit unter den aktiven Wählern weiter erhöht und ist mit 19 Prozent bereits die zweitstärkste Kraft, nach Fidesz mit 58 Prozent. Im ersten Durchgang der Parlamentswahlen im April 2010 kam Fidesz auf 52,7 und Jobbik auf 16,7 Prozent, hinter den Sozialisten (MSZP) mit 19,3 Prozent.

Nun hat Jobbik in der Wählergunst die MSZP bereits überholt, wenngleich auch Fidesz noch zulegen konnte. Die MSZP, deren Parlamentsfraktion sich am 22. Oktober gespalten hat, erhielt in der neuen Umfrage nur noch 13 Prozent. Vor der Spaltung waren es noch 24 Prozent.

Die ausgetretenen zehn sozialistischen Parlamentarier, die unter der Leitung von Expremier Ferenc Gyurcsány eine eigene Partei namens Demokratische Koalition (DK) gründeten, kommen auf drei Prozent. Die Grünen (LMP) erhielten fünf Prozent (Wahl 2010: 7,4).

Mit der Spaltung hat die MSZP offensichtlich einen großen Teil ihrer Sympathisanten verloren. Doch laut Umfrage haben diese sich auch nicht voll der neuen Gyurcsány-Partei DK angeschlossen. Dennoch wird als Erfolg verbucht, dass die Popularität der DK unmittelbar nach ihrer Gründung bereits messbar war.

Das Institut Nezöpont hatte nach eigener Aussage mit einer höheren Prozentzahl gerechnet, da nach einer Umfrage im Oktober 51 Prozent der Sozialisten Gyurcsány ihr Vertrauen ausgesprochen hatten. Ein Teil der bisherigen sozialistischen Wähler wartet aber offenbar noch ab.

Die Fragmentierung der Linken einerseits, der Zuwachs für Jobbik und (noch?) auch für Fidesz andererseits und das Glaubwürdigkeitsproblem nach der IWF-Wende lassen es nicht mehr völlig ausgeschlossen erscheinen, dass Orbán ein neues Plebiszit sucht. (gma, jk/DER STANDARD, Printausgabe, 19.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 67
1 2
Barbara Schett
01
21.11.2011, 17:25

Rechtsnationale und Rechtsextreme zusammen bei knapp 80 Prozent. Ungarn führt vor, wie man eine junge Demokratie in größte Gefahr bringen kann. Und die Sozialisten, oder in Ungarn wohl besser Suizidisten, machen auch noch leidenschaftlich mit.

Prinz Nudli
10
23.11.2011, 13:35
ach,

na, sowas: ich würde sagen:Einfach mal zu den deutschen Brüdern und Schwestern gucken.

Sandor Kocsis
11
21.11.2011, 11:29

ich versteh´s nicht: wozu sollte er das nun machen, nachdem er seine Macht so sehr zementiert hat? Aus der Egomanie heraus, um eine 4/5 Mehrheit im Parlament, dem die verhassten Sozis nicht angehören, zu haben?

Cavaliere Austriaco
31
20.11.2011, 20:49
Man kann sagen über Orban was er will,

aber wenigstens hat er mit den Sozialisten Schluss gemacht...

Ibsen
14
21.11.2011, 07:01
Nein,

die Sozialisten haben Selbstmord begangen!

Bagolyvár
10
23.11.2011, 00:14
So wie einst die SzDSz.

Und Sie haben die ganze Zeit für sie den Daumen gehalten.

drKannibalFekter
 
31
20.11.2011, 13:49
Eine Beschreibung Orbán´s und seinem Regierungsstil

Orbán hat verhaltensauffällige Züge, Macht ist ihm wichtiger als das Ergebnis seiner Politik.
Die für ihn demütigenden Wahlniederlagen von 2002 und 2006 haben in ihm das Bewußtsein einer Sendung gestärkt, das eine eigene Dynamik gefunden hat, die sich schon nicht mehr im Bereich vollständiger Rationalität bewegt. Der soziale Frieden wird damit massiv gefährdet, gesellschaftliche Kommunikation verhindert, - Ungarn ist die Zukunft verbaut, zurück bleibt Frustration, mit allen bekannten Nebenwirkungen.

Der Volkstribun ist eine Lüge, eine Erfindung, ein Trick. Es gibt bei den ungarischen Eliten kein höheres Ethos. Die postulierte “konservative Revolution” ist eine Marketing Trick der Fidesz.

Bagolyvár
10
23.11.2011, 00:17
Sie können ihn doch auch zu Oralverkehr auffordern.

Auf ungarisch damit er es versteht und sie sich vor den Leser nicht demaskieren.

drKannibalFekter
 
01
23.11.2011, 07:38
Sie sind eine Ausgeburt der Unverschämtheit,

schreiben ein Post nach dem anderen nur weil man auf Ihre Unsinnigkeiten nicht reagiert. Scheinbar haben Sie nichts besseres zu tun als Menschen die anders als Sie denken zu ärgern und zu diffammieren!

Bagolyvár
20
23.11.2011, 20:58
Sie irren sich

ich schreibe einen Post nach den anderen weil ich auf ihre Unsinnigkeiten reagiere und bringe Tatsachen statt Beschipfungen.

jovanotti_for_president
00
30.11.2011, 11:36
Welche Tatsachen?

Oder gehört für Sie "Sie können ihn auch zu Oralverkehr auffordern" zu einem sachlichem Diskussionsstil?

jovanotti_for_president
00
30.11.2011, 11:36
Welche Tatsachen?

Oder gehört für Sie "Sie können ihn auch zu Oralverkehr auffordern" zu einem sachlichem Diskussionsstil?

asd73
21
21.11.2011, 12:36

Orbanophobie?

Leser1004
44
19.11.2011, 18:28

Während in Spanien die nächste linke Scharlatanregierung vor einem absoluten Wahlsieg der Konservativen in Deckung geht, versucht die Linke Österreichs verzweifelt-verbissen den Sturz Orbans mit einer 58%-Mehheit herbei zu schreiben, um dann noch eins drauf zusetzen: Orban sei daran schuld, dass die Jobbik a d 2. Platz gelandet sei? Hat O jetzt auch noch die ungar. Sozis gespalten, oder wars nicht doch der Globalisierugs-Clown Gyurcsany?

omar chamra
10
20.11.2011, 10:28
Leser verbreitet die Unwahrheit. Fidesz-KDNP erhielt bei den letzten Wahlen im April 2010

etwas mehr als 52 %. Und damit 2/3 der Parlamentssitze. So linke Zeitungen wie "Die Presse" bringen sehr kritische Artikel über Ungarn. In einem guten ORF Film übt der Leiter der katholischen Malteser in Ungarn Kritik an der unchristlichen Politik der Regierung Orbán, die mit Polizei und Justiz glaubt die Ärmsten der Armen, die Obdachlosen bekämpfen zu müssen.
http://tvthek.orf.at/programs/... eltjournal

Sandor Kocsis
10
21.11.2011, 11:32

tut er nicht: er bezieht sich auf obigen Artikel, nach dem die Sonntagsfrage mit 58% zu den Gunsten Fidesz´ausfällt

Was hat nun der katholische Glaube in der ganzen politischen Diskussion verloren? Und wenn jemand in Glaubensfragen Orbán angreifen dürfte, dann wohl der Superintendent von Budapest, oder?

omar chamra
00
21.11.2011, 12:06
Kocsis, wenn Sie lesen würden, dann hätten

Sie nicht den Unsinn vom katholischen Glauben geschrieben, denn ich schrieb vom Leiter der katholischen Malteser (Eine Art von Caritas)
Also die Fidesz-KDNP Heuchler, die sich Tag und Nacht auf ihr "Christentum" berufen sind meistens gewendete Kommunisten oder Heiden.
Matthäus 25: 40-45 kennen Sie nicht, denn es gilt in der kalten Jahreszeit die Ärmsten der Armen, die Obdachlosen zu bekämpfen.

Prinz Nudli
10
23.11.2011, 13:42
komisch

Selbst in Österreich erfrieren obdachlose Menschen im Winter, weil sie sich verbergen und wir wegschauen....
??????

omar chamra
00
23.11.2011, 15:30
Doch nicht Hunderte wie in Ungarn

wo auch Rentner in ihren Wohnungen erfroren sind.

Prinz Nudli
10
23.11.2011, 17:43
auweia

hunderte?
Woher haben wir denn diese Weisheiten???
und jeder erfrorene Mensch ist einer zuviel.

Sandor Kocsis
00
21.11.2011, 13:50

ICH finde, dass Kirche und Staat strikt getrennt gehören. Daher hat für mich der Appel an christliche Werte in einer politischen wenig bis gar nichts verloren.

"Christliche" Parteien sind keine, sonst müssten sie "linker" denn die Linken sein: das fängt beim Geld für Arme an, geht über die Ausstattung von Krankenhäusern, bis hin zu einer weit offenen Aufnahme von Flüchtlingen, selbst Wirtschaftsflüchtlingen, der Verweigerung von strengen Strafregistern usw...

Eine Kritik an der unchristlichen Politik, wird nicht berechtigter, indem ich einen katholischen Malteser zitiere. Was ist der Unterschied, zu der Kritik an den unsozialen Maßnahmen, wenn sie vom Imam von Fünfkirchen vorgebracht würde? Darauf wollte ich hinaus.

Bagolyvár
00
23.11.2011, 00:28
Mit dem Imam von Fünfkirchen

hätte er bei den österreichischen Leser keine Punkte erhoffen können. Ansonst ist seine Meinung von beiden gleich.

Gyula Schuch2
13
19.11.2011, 17:54
Viktor Orban ist der Hugo Chavez Osteuropas,

allerdings ohne Oel

Bagolyvár
00
23.11.2011, 21:01
Bringen Sie mal was neues außer Eigenwerbung.

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