"Panik ist immer ein schlechter Ratgeber"

Chat21. November 2011, 10:55
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Wertpapierexperte Alfred Reisenberger hat im Chat Fragen zu Anlage, Krise und Märkten beantwortet

Die Eurozone werde nicht auseinanderbrechen, ist Alfred Reisenberger, Leiter des Asset-Managements bei der Wiener Privatbank, überzeugt. Im derStandard.at-Chat sagt er, den Euro "gibt es entweder ganz oder gar nicht". Derzeit dominiere ein "Kampf" zwischen Deutschen und Franzosen. Die einen wollen weder Eurobonds, noch die EZB in der Rolle des lender of last ressort – als letzte Zuflucht zur Rettung aus der Krise - sehen, die anderen befürworten, dass die Zentralbank alle Schulden der Euroländer aufkaufen solle. "Das Match ist noch nicht entschieden", so Reisenberger.



Dem "kurzfristigen Wunsch nach mehr Regulierung" an den Märkten kann Reisenberger nicht wirklich viel abgewinnen. Er glaubt nicht, dass eine Verschärfung von Gesetzen vor Spekulanten schütze. Die Politik müsse stattdessen geschlossen, mit einer Stimme innerhalb der Eurozone auftreten, den Menschen die Wahrheit sagen, nicht polemisieren und die Grundlage für eine langfristige Lösung der Schuldenkrise schaffen, meint der Wertpapierexperte. Nur so könne man den "Spekulanten den Nährboden" entziehen.

Den Kleinanlegern rät Reisenberger, nicht vorzeitig aus ihren Investments auszusteigen, geht er doch davon aus, dass sich der Aktienmarkt in den nächsten zehn, 15 Jahren sicher wieder erholen werde. Auch Immobilien seien als Anlage immer noch attraktiv, Österreich habe noch großen Nachholbedarf, in Wie würden die Immo-Preise auch weiter steigen, glaubt der Experte. (rom, derStandard.at, 21.11.2011)

Moderator-Message: Lieber Herr Reisenberger, danke fürs Kommen, liebe Userinnen unser Thema heute: Die Finanzmärkte, die Börsen, die Krisen. Auf eine anregende Stunde.

Moderator: Lieber Herr Reisenberger, danke fürs Kommen, liebe Userinnen unser Thema heute: Die Finanzmärkte, die Börsen, die Krisen. Auf eine anregende Stunde.

UserInnenfrage per Mail: Wie hoch schätzen Sie persönlich das Risiko ein, daß die Euro-Zone in einen Hart- und eine Weichwährungsraum aufgeteilt wird. Man hört aus den Medien, daß an diesem Plan B in Brüssel bereits intensiv gearbeitet wird. Wenn es zu diesem "Split" kommt:

Alfred Reisenberger: Guten Tag, ich bedanke mich für die Einladung. Los gehts! Ich glaube nicht an eine Aufteilung, wenn überhaupt gibt es den Euro entweder ganz oder gar nicht. Für mich wird es ihn ganz geben. Ich glaube auch nicht, dass an diesem Plan B gearbeitet wird. Es wird derzeit sehr viel spekuliert. Wie gesagt, ich glaube dass eine Aufteilung in Hart und Weich keine Option ist.

Emil Sacklinger: Wie beurteilen Sie die Zukunft der UniCredit-Aktie?

Alfred Reisenberger: Man muss unterscheiden zwischen der attraktiven Bewertung der Aktie (aktuelles Kurs-Buchwert-Verhältnis rund 0,2) und den Problemen die Banken, aber auch Italien betreffen. Die angekündigte Kapitalerhöhung wird vorerst dafür sorgen, dass die geforderte Kernkapitalquote von 9% erreicht wird. Strategisch wird, so scheint es, die Bank den Bereich Investmentbanking etwas zurückfahren, um das Risiko rauszunehmen.

ragna: schon kostolany hat vor einer überregulierung innerhalb einer volkswirtschaft gewarnt.. denken sie, dass eine verschärfung der gesetze innerhalb der eu zwar kurzfristig vor spekulanten schützt aber mittelfristig die marktkapitalisierung senken und s

Alfred Reisenberger: Ich stimme mit Kostolany überein. Der kurzfristige Wunsch nach mehr Regulierung wäre langfristig nicht wünschenswert. Ich glaube auch nicht, dass eine Verschärfung der Gesetze vor Spekulanten schützt, viel mehr ist die Politik gefragt den "Spekulanten" den Nährboden zu entziehen.

UserInnenfrage per Mail: Sollte die Eurozone nicht auseinanderbrechen und es in Italien aber trotzdem zu einem haircut kommen. Wie hoch würde Ihrer Meinung nach der "haircut" ausfallen - wieviel könnten die Märkte Ihrer Einschätzung nach vertragen?

Alfred Reisenberger: Ich glaube nicht, dass die Eurozone auseinanderbrechen wird, wenn gleich dies kein Tabuthema mehr darstellt. Italien ist eindeutig zu groß, um gerettet zu werden, deshalb wird dafür gesorgt werden, dass Italien nicht den gleichen Weg wie Griechenland einschlagen muss. Wichtig ist jetzt, dass der neuen Regierung unter Monti Zeit gegeben wird, die Dinge anzupacken.

Bängster: Sie sagten, sie glauben an einen Fortbestand des Euros in der jetztigen Form. Ist das ihrer Meinung nach ohne ein Einknicken der Deutschen, also ohne massive Monetarisierung seitens der EZB, überhaupt noch denkbar?

Alfred Reisenberger: Sehr gute Frage. Wir haben es derzeit mit einem "Kampf" zwischen den Deutschen (gegen Eurobonds, gegen die Rolle der EZB als "Lender of last ressorts") und den Franzosen (befürworten dass die EZB alle Schulden aufkaufen soll) zu tun. Das Match ist noch nicht entschieden. Sollten die Deutschen "einknicken" (ich persönlich unterstütze eher die Forderung der Franzosen, kann aber die Sorgen der Deutschen gut verstehen), dann werden sie sich das politisch sicher teuer abkaufen lassen.

lelalom: Wie soll den die Politik bitte den "Spekulanten den Nährboden" entziehen, wenn nicht über eine Regulierung des Marktes?

Alfred Reisenberger: Indem sie geschlossen auftritt (eine Stimme innerhalb der Eurozone), den Menschen die Wahrheit sagt, nicht polemisiert und die Grundlagen schafft, dass die Schuldenkrise langfristig gelöst werden kann.

Toxo Logic: Was macht Europa wenn in China die Immobilien- und Kreditblase platzt?

Alfred Reisenberger: Sich nicht fürchten, obwohl natürlich eine ähnliche Situation wie derzeit in Europa oder in den USA in 2008 entstehen könnte. Ohne es genau zu wissen, gehe ich davon aus, dass die europäischen Banken kaum ein Engagement am chinesischen Immobilienmarkt haben. Man kann nur darauf vertrauen, dass die chinesischen Banken dieses Problem rechtzeitig erkennen und gegensteuern werden.

Lisa Huber2: ein banker gab mir den tipp mir um meine geldreserven eine wohnung zu kaufen oder sie gleich zu "versaufen" - was halten sie davon? ist es nicht zu spät um immobilien zu kaufen?

Alfred Reisenberger: Kommt auf die Größe der Wohnung an und wie viel Sie vertragen :). Ich glaube nicht, dass es zu spät ist Immobilien zu kaufen. Damit möchte ich aber nicht die Attraktivität von Aktien in Abrede stellen. Am Wochenende war ein interessanter Artikel in der Financial Times, der gezeigt hat, wie stark Immobilienpreise in London seit Jahresanfang angezogen haben. Österreich und speziell Wien hat immer noch einen großen Aufholbedarf und zumal die Nachfrage das Angebot übersteigt, rechne ich auch in Wien mit weiter steigenden Preisen.

UserInnenfrage per Mail: Wenn ein stark aktienorientierter Tilgungsträger in 16 jahren fällig wird: sollte man in derzeit eher stilllegen und zu Taggeld o.ä Sparformen wechseln?

Alfred Reisenberger: Würde ich nicht tun. Wenngleich aufgrund der aktuellen Situation man geneigt sein könnte, dies zu tun. 16 Jahre sind eine lange Zeit, in der sich mit großer Sicherheit die Aktienkurse wieder stark erholen werden.

Stephan .: wie sehen sie die schulden/wirtschaftslage in den usa, ist dies nicht viel bedrohlicher als die in den medien breitgetretene der piigs staaten?

Alfred Reisenberger: Völlig richtig. Die USA lenkt derzeit geschickt von ihren eigenen Sorgen durch eine unüberseh- und unüberhörbare Häme gegenüber Europa ab. Erst vor kurzem wurde die Schuldenobergrenze erhöht, um nur wenige Wochen später wieder erreicht zu werden. Wie ich bereits ausgeführt habe, hat die USA den großen Vorteil, dass sie mit einer Stimme spricht, etwas was Europa fehlt. Ich sehe die Lage als ähnlich bedrohlich (aber lösbar) an.

MUNGO1: Sollte man nicht doch ein paar Goldstücke oder auch mehr, in das Portfolio nehmen?

Alfred Reisenberger: Wenn Sie Angst vor der Zukunft haben, dann ja. Aber zuletzt konnte man trotz unglaublich schlechter Nachrichten feststellen, dass der Goldpreis nicht mehr gestiegen ist. Das kann verschiedenste Ursachen haben. Eine davon könnte sein, dass viele der Anleger nicht mehr bereit sind, auf diesen hohen Niveaus noch Gold zu kaufen. Aber auch damit, dass die Renditemöglichkeit in anderen Assetklassen, wie zum Beispiel Aktien, bereits attraktiver ist.

D. H.: Können Sie die Rolle der "Spekulanten" in der aktuellen Krise erklären?

Alfred Reisenberger: Spekulanten, so wie sie die Politik definiert, nutzen das Wirrwarr in der Eurozone und der EU aus, um aus der Inaktivität Kapital zu schlagen. Ein aktuelles Beispiel wären die steigenden Renditen auf österreichische Staatsanleihen und die Diskussion, dass Österreich sein AAA-Rating verlieren könnte. Dies ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Nur ist die Regierung einfach zu schwach (Ankündigung der Schuldenbremse ist einfach zu wenig), um dem entschieden entgegenzutreten.

Zebra: Ungarn schlittert immer weiter in eine schwere Wirtschaftskrise. Der Forint verliert rapide an Wert. Gerade österreichische Banken sind in Ungarn sehr engagiert. In wie weit könnte daraus noch eine Gefahr das AAA Österreichs entstehen?

Alfred Reisenberger: Die Gefahr für die österreichischen Banken ist größer, als jene für den Staat Österreich. Ich gebe Ihnen recht, dass dies sehr genau beobachtet werden muss. Wie es ausgehen wird, kann ich allerdings nicht einschätzen.

kalind: Was meinen Sie, wie kann man das Spekulieren (Termingeschäfte) auf steigende Lebensmittelpreise unterbinden und damit wieder die Verbindung zwischen den realen Ereignissen und steigender oder fallender Preise herstellen?

Alfred Reisenberger: Wenngleich ich kein Freund von Eingriffen in den Markt bin, wäre wahrscheinlich eine der Lösungen Terminhandel auf Soft Commodities (Agrarrohstoffe) zu verbieten. Natürlich würde man damit auch den Bauern, die sich damit gegen z.B. eine schlechte Ernte absichern, die nötige Versicherung nehmen.

fram: Etwas Offtopic: Warum wurden erst jetzt der Handel mit CDS verboten, sofern man nicht das zu besichernde Underlying selbst hält? Hätte man hier nicht schon vor Jahren ansetzen sollen um uns garnicht in die aktuelle Situation zu versetzen? Oder sehen

Alfred Reisenberger: CDS sind wie andere Sicherungsinstrumente für den Markt nützlich. Man kann aber nicht verhindern, dass diese "missbräuchlich" verwendet werden. Auch hier wird ein Eingreifen oft gefordert. Der Erfolg eines solchen Eingriffes ist allerdings oftmals fragwürdig. Heute weiß man natürlich, dass man früher hätte eingreifen müssen.

EuroExpert: soll man derzeit als atx-kleinanleger (10-50 tsd. eruo investiert) nun durchtauchen oder mit riesenverlust verkaufen, wobei ja das risiko besteht dass die verluste noch wesentlich mehr werden ?

Alfred Reisenberger: Wenn Sie von Riesenverlusten sprechen, passiert oftmals ein Verkauf zur Unzeit. Das heißt, man verkauft, weil man eben keine Chance mehr sieht, dass sich die Lage verbessert. Panik ist aber immer ein schlechter Ratgeber. Ohne genau Ihr Portfolio zu kennen, würde ich raten kleine illiquide Titel bei Stärke zu verkaufen und in größere liquidere Titel zu wechseln.

luzifer debruille: ich weiss, dass die stagnation der wirtschaft in japan andere Gruende hat, als der Fall der Boersen in Europa. Aber: Koennen Sie sich vorstellen, dass Europas Aktienindizes aehnlich wie Japans Index fuer ca. 10 Jahre seitwaerts tendiert?

Alfred Reisenberger: Nein. Der große Unterschied zwischen Europa und Japan ist, dass es in Japan keine Inflation gibt (Deflation), das heißt die Realzinsen nicht negativ sind. Ich gehe davon aus, dass wir in Europa eine gemäßigte Inflation haben werden (darauf spekuliert die Politik, fürchtet sich aber vor einer galoppierenden Inflation) und dies auch zur Entschuldung beitragen wird. Weiters ist die europäische Wirtschaft wesentlich diversifizierter als die japanische. Dieses "japanische Gespenst" wird in Europa nicht herumspuken.

BrunoKreisky #1: immobilienaktien gelten als krisensicher. ich habe sorgen bezüglich ca-immo, hat soeben europolis gekauft, und immofinanz aufgrund deren ungarn exposure. gibt es bessere titel, um hier auf der sicheren seite zu liegen?

Alfred Reisenberger: Der Kauf von Europolis liegt schon einige Zeit zurück. Das Portfolio entwickelt sich ganz gut. Ich sehe derzeit zumindest in Wien keine bessere Alternative, zumal im Portfolio von CA Immo Wohnimmobilien immer noch dominieren.

Bängster: Die EZB soll die Schuldem aufkaufen und gleichzeitig sollen die Politiker den Menschen die Wahrheit sagen? Wie soll das funktionieren? Den Leuten mitteilen: Wir müssen jetzt fleissig sparen, inflationieren aber dafür gleichzeitig euer Einkommen und

Alfred Reisenberger: Es steht außer Streit, dass wir den Gürtel enger schnallen müssen. Wir haben schlicht und einfach viele Jahrzehnte über unsere Verhältnisse gelebt. Ich bin der Meinung, dass in Österreich auf sehr hohem Niveau geraunzt wird. Niemand muss sich Sorgen um sein Vermögen machen. Inflation kommt sowieso von alleine und Zinsen werden noch sehr lange sehr tief bleiben. Wenn die Banken jetzt nicht auf die Kreditbremse steigen (große Sorge), dann gibt es wohl keine bessere Zeit, um zu investieren.

lelalom: Noch einmal zu den CDS: Ist hier das große Problem nicht eigentlich, dass ja gar keiner weiß, wer genau wieviel CDS auf was hält? Und wer damit auch von einem Ausfall betroffen wäre? Das könnte man ja durchaus regulieren und offenlegen.

Alfred Reisenberger: Sehr guter Vorschlag. Nur glaube ich, dass Sie zu viel an Wahrheit erwarten. Ob wir wirklich erfahren, wer genau wie viel hält, bezweifle ich stark. Über eines bin ich mir sicher, dass einige amerikanische Investoren, die auf Europa mit dem Finger zeigen und alles schlechtreden, sehr gut an der Krise verdienen.

kalind: Sehen Sie auch in den Eurobonds eine Rettung des Euros und eine Entschärfung der aktuellen Krise?

Alfred Reisenberger: Ich befürworte Eurobonds, bin aber gleichzeitig auf der Seite der Deutschen, die nicht einsehen, warum sie sich zu einem deutlich höheren Zinssatz verschulden sollen, im Vergleich zur aktuell niedrigen Rendite für Staatsanleihen. Nichtsdestotrotz können Eurobonds nur ein Teil der Lösung sein.

fram: Ohne auf Basel III näher einzugehen...Würden sie behaupten, dass die Umsetzung dessen (also CRD IV) schädlich für uns alle sein wird?

Alfred Reisenberger: Schädlich ist ein zu starkes Wort, aber es wird einen Einfluss auf "uns alle" haben. Die Banken sind natürlich am stärksten davon betroffen und dies wird sich in höheren Risikoaufschlägen zeigen. Da aber das Investmentbanking in den nächsten Jahren bei vielen Banken stark schrumpfen wird, werden sich Letztere wieder auf ihr ursprüngliches Geschäft (Einlagen hereinnehmen, Kredite vergeben) besinnen müssen und dadurch sollten sich die Risikoaufschläge (restriktive Kreditvergabe) in Grenzen halten.

0112358: Angenommen, Sie haben als Privater aktuell etwa 80.000 eur in Cash bzw. Bauspar-Verträgen, welches als Basis für einen Hausbau&Wohnungskauf in den nächsten 1-2Jahren angespart wurde. Würden Sie raten, Teile davon in diesem Zeithorizont noch ande

Alfred Reisenberger: Ihr Zeithorizont und Ihre Investition erlauben angesichts der aktuellen Situation keinerlei Spekulation. Ich würde deshalb nicht zu einer Umschichtung raten. Ich würde nur das Cash, sofern es am Sparbuch liegt, in ein Festgeld umwandeln, wo Sie höhere Erträge haben.

BURGStaa: Ich habe vor kurzem zu arbeiten begonnen und überlege jetzt, wie ich mein geld anlegen kann. Ich misstraue aber Bankern, die Profisionen bekommen, um mein Geld in irgendeinen Fonds zu bringen. Ist es nicht viel gescheiter, das selber in die Hand zu

Alfred Reisenberger: Wenn Sie sich zutrauen, Ihr Geld professionell zu veranlagen und auch die Zeit haben, dann spricht nichts dagegen, dass Sie es selbst in die Hand nehmen. Grundsätzlich sollte man aber Fonds nicht verdammen, wenngleich ich schon weiß, dass dies in der aktuellen Situation wie ein Hohn klingt. Ich würde Ihnen aber raten, mit Ihrer Bank, wenn Sie sich entschließen einen Fonds zu kaufen, über den Ausgabeaufschlag (Provision) ernsthaft zu reden.

kalind: Es würde mich interessieren, was Sie persönlich mit Ihrem ersparten Geld machen?

Alfred Reisenberger: Ehrliche Antwort: Ich bin in Aktien veranlagt und habe schon mehr gelacht. Ich glaube aber fest daran, dass sich die Aktienkurse wieder erholen werden und kaufe auf aktuellen Niveaus weiter zu.

Zebra: Die Banken sollen nun ihre Kernkapitalquoten auf einen Schlag erheblich verbessern. Zur Zeit sind Bankaktien auf den Börsen im Keller, was bedeutet, dass auf dem Finanzmarkt die Kapitalerhöhungen schwer durchsetzbar sind. Werden im Endeffekt wieder

Alfred Reisenberger: Das ist nicht gänzlich auszuschließen. Wie so oft im Leben werden die Banken, die rasch auf den Kapitalmarkt drängen, ihre Kapitalerhöhungen durchbringen. Ich könnte mir auch durchaus vorstellen, dass man angesichts der aktuellen Situation den Banken vielleicht etwas mehr Zeit gibt, diese Ziele zu erreichen. Aber viele Banken sind entweder nur knapp von dieser Quote entfernt oder sogar darüber.

BrunoKreisky #1: Wie beurteilen sie Immofinanz. Dort gibt es einen verschwindend kleinen Anteil sichere Wohnimmobilien aber fast 10Prozent der Werte stehen in Ungarn. Die Währung hat seit Juli 20Prozent verloren und Immofinanz hat bereits im 2. Quartal Aufwertungsge

Alfred Reisenberger: ImmoFinanz muss sich angesichts dieser Situation sicher etwas überlegen. Der große Vorteil des Unternehmens ist sicher die große Diversifikation, sowohl in Länder, als auch in Segmente. ImmoFinanz ist immer noch damit beschäftigt, die Malversationen des vorigen Managements zu beseitigen. Man war und ist auf einem sehr guten Weg, nur kann man aufgrund der aktuellen Marktsituation das zuletzte gezeigte Tempo nicht ganz einhalten.

anton b: Was würde ein Staatsbankrott Italiens für Europas Börsen bedeuten?

Alfred Reisenberger: Desaster. Aber ich glaube nicht daran. Einfach zu groß, um gerettet werden zu können.

Josef Wöss: vermutlich auch offtopic, weil nicht direkt kausal mit wertpapieren, aber vielleicht auch gar nicht so weit weg: ich habe das gefühl, das gegemwärtige finanzsystem ähnelt den wachstum von haaren, die mit der zeit eine echte behinderung werden, weil

Alfred Reisenberger: LOL. Ich möchte Ihr Beispiel aufgreifen. Ich glaube eher, dass derzeit das Haar etwas schütter wird (Staatsschuldenkrise) und man sich mit aller Gewalt überlegt, wie man dies verhindern kann. Würde man allerdings akzeptieren, dass trotz Haarausfalls (Sparen) das Leben sich wieder normalisieren wird, wäre das das richtige Signal.

ModeratorIn: Liebe UserInnen, die Zeit ist vorbei. Einige Fragen konnten wir hoffentlich zufriedenstellend beantworten, andere müssen wieder offen bleiben. Lieber Herr Reisenberger, danke fürs Kommen. Einen schönen Tag noch.

Alfred Reisenberger: Ich bedanke mich ebenfalls und Kopf hoch.

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