Spanien beharrt auf Eingreifen der EZB

18. November 2011, 15:46
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Madrid - Spaniens Finanzministerin Elena Salgado hat versucht, die Aufregung über die Verschärfung der Schuldenkrise in ihrem Land zu dämpfen. Der Rekordstand von fünf Prozentpunkten, den der Risikoaufschlag für spanische Staatsanleihen zwischenzeitlich erreichte hatte, gehe lediglich auf eine Ansteckung mit den Spannungen an den europäischen Finanzmärkten zurück, sagte die sozialistische Ministerin am Freitag in Madrid.

Die Finanzmärkte hatten Italien und Spanien in den vergangenen Tagen kräftig unter Druck gesetzt. Am Donnerstag stiegen die Zinsen für zehnjährige spanische Staatsanleihen auf eine Größenordnung von sieben Prozent und damit den höchsten Zinssatz seit 14 Jahren. Der sozialistische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatte daraufhin eine Intervention der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank (EZB) gefordert, was der deutsche Finanzminister Wolfang Schäuble (CDU) aber umgehend zurückwies.

Auch die EZB verwahrte sich am Freitag gegen politischen Druck. Trotzdem erneuerte der spanische Regierungssprecher Ramón Jáuregui die Forderung nach einem Eingreifen der EZB, um größere Schäden in der EU zu verhindern.

Spaniens konservativer Oppositionsführer Mariano Rajoy hofft darauf, dass der erwartete Machtwechsel in Madrid die Finanzmärkte beruhigt. Rajoy, der die Parlamentswahl an diesem Sonntag allen Umfrage zufolge gewinnen dürfte, verlangte in einem Rundfunkinterview, der neuen Regierung zumindest eine "minimale Verschnaufpause von etwas mehr als einer halben Stunde zu geben". Falls er die Wahl gewinne, werde er eine klare Botschaft an die Finanzmärkte senden: "Spanien will den Euro erhalten, der Teil eines nicht umkehrbaren politischen Projekts ist." (APA)

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