Dorli Rainey ist Österreicherin, 84 Jahre alt und lebt in Seattle. Seit kurzem kennt sie die halbe Welt als Gesicht der Occupy-Bewegung
Über zwei Monate lang bleibt die Bewegung Occupy Wall Street gesichtslos. Nichts Ungewöhnliches, repräsentieren die Teilnehmer nach eigenen Angaben doch die "99 Prozent". Die, die sich dem einen, dem bösen Prozent, den gierigen Bankern, dem ungerechten Sozialgefüge und dem Machtapparat von Wirtschaft und Politik entgegenstellen. Seit wenigen Tagen aber hat die Bewegung ein Gesicht. Und einen Namen: Dorli Rainey. Die 84-jährige gebürtige Österreicherin ist von oben bis unten mit Pfefferspray besprüht, von ihrem Gesicht tropft ein Gemisch aus chemischer Substanz und einer Lösung zur Wundheilung. Es ist der Moment, als Justin Truijillo in Seattle den Auslöser seiner Kamera drückt. Das Foto verbreitet sich in Windeseile über Twitter und Facebook rund um den Globus und löst Entsetzen und Verstörung aus.
"Es ist ein grauenhaftes Bild. In Wirklichkeit sehe ich nicht so schlecht aus." Humor versprüht die alte Dame immer noch. Im TV-Interview mit einem US-Regionalsender schildert sie die nächtliche Aktion. Demnach seien sie und andere Demonstranten brutal zusammengepfercht worden. Eine Flucht dadurch unmöglich. Rainey: "Wir konnten uns kaum mehr bewegen." Ohne Vorwarnung, wahllos und aus nächster Nähe setzt die Polizei Pfefferspray ein. Eine junge schwangere Frau wird getroffen, ein Priester und Rainey. Jeff Kapel, Sprecher der Polizei in Seattle, findet stramme Worte, die an einen Beipackzettel für Kopfschmerz-Tabletten erinnern: "Pfefferspray wirkt für jedes Alter gleich. Er ist für einen Zehnjährigen nicht gefährlicher als für einen 80-Jährigen."
Der Bürgermeister der Stadt bemüht sich um Schadensbegrenzung. Mike McGinn entschuldigt sich bei den verletzten Aktivisten, telefoniert mit Rainey und drückt ihr sein Mitgefühl aus. Doch für Rainey zählen Taten, nicht Worte. Sie macht nicht McGinn für die polizeiliche Willkür verantwortlich, sondern verurteilt ganz allgemein den Anstieg an Brutalität durch die Exekutive. "Pfefferspray ist sehr, sehr schmerzhaft. Ich spüre immer noch ein Stechen in der Lunge und meine Stimme ist heiser", so die alte Dame im Interview mit democracynow.com. "Doch die Attacke gegen mich ist nicht das Thema. Das Problem ist, dass die Aggression gegen die Aktivisten zunimmt, anstatt nach einer sinnvollen Lösung zu suchen."
Österreich kehrte Rainey 1956 den Rücken. In der US-Talkshow Talking Stick erklärt sie: "Es ist ein wunderbares Land, aber es ist ein wirklich sehr bürokratisches Land." Stillsitzen und Ausharren sind nicht ihres. "Es wäre so leicht zu sagen, nun, ich werde in den Ruhestand gehen, vor dem Fernseher sitzen und Bonbons essen, aber jemand muss erzählen, was wirklich los ist in dieser Welt." Gern zitiert sie den Rat der verstorbenen katholischen Nonne und Aktivistin Jackie Hudson: "Geh einen Schritt weiter, raus aus der Bequemlichkeit." Als Lehrerin kandidiert Rainey in den 1970-er Jahren für den Gemeinderat, verliert aber. Vor zwei Jahren will sie es noch einmal wissen und Bürgermeisterin von Seattle werden, überlegt es sich dann doch anders. "Vielleicht bin ich doch schon etwas zu alt." Politisch hat sie nie aufgehört, sich zu engagieren. Immer noch setzt sie sich für Frauenrechte ein und gegen Gewalt. "Ich bin Dorli und ein Rundum-Unruhestifter", schreibt sie in ihrem Blog "Old Lady in Combat Boots".
Eine engagierte Frau, mehr als ein Gesicht und ein Name. (derStandard.at, 18.11.2011)
Großangelegte Proteste gegen die EU-Krisenpolitik waren Mitte Mai im Herzen der deutschen Finanzwirtschaft geplant, die Stadt hat sie kurzerhand untersagt
Wäre dieser Planet nicht von einer Handvollen brutalen und zynischen Agitatoren beherrscht,
wären Menschen wie diese Dame Präsident.
In diesem Alter intellektuell noch so drauf zu sein und einen derartigen Lebenswillen zu versprühen ist wunderbar!
Und genau davor fürchten sich die Zombies!
Deshalb müssen die Handlanger kräftig zuschlagen. Sie, die Handlanger, wissen nur nicht, dass sie als nächstes drankommen - wenn sie ihre Schuldigkeit getan haben....
frag mich die ganze zeit wie sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Bleibt nur noch, dass sie sehr viele Benefits bekommen oder ganz einfach böse Menschen sind.
Die Diskussion im Forum dreht sich ja wieder um Gott und die Welt.
Ich will nur sagen, wow meinen tiefen Respekt für diese Frau. Sich mit 84 Jahren dort hinzustellen, ist wirklich eine starke Sache. Das ist Mut zur eigenen Meinung.
Ich finde es schlimm, das hier mit Pfefferspray vorgegangen wird. In welcher Zeit leben wir, wo eine 84 jährige Frau Pfefferspray in die Augen bekommt? Das sollte uns zu denken geben. Die Polizei ist ein wichtiges Organ, aber das ist arge Körperverletzung.
Eine sehr traurige Situation, die nicht in dieser Form stehen gelassen werden darf.
Aber es ist die USA, gleich die Polizei verklagen bis sie kein Geld mehr hat.
Der Artikel ist zwar nicht mehr aktuell (weil OccupyVienna einfach ein Reinfall war) aber der darin enthaltene Kurzfilm "I am not moving" ist so ziemlich der bewegendste Film, den ich jemals gesehen habe - wirklich empfehlenswert. http://www.newsgrape.com/a/occupyv... newsgrape/
österreicher haben offenbar nur eine chance, ihrer völligen gesinnungsmässigen verwahrlosung zu entkommen, und das ist das ausland.
verarmung, entdemokratisierung unter dem vorwand des gegenteils, weltkriegs-vorbereitungen mit entsetzlichen blutbädern zwischen mittelmeer und indien, die sich auf china auszudehnen drohen, das alles weckt den gelernten österreicher nicht auf, weu ma kaun eh nix moch'n. das ist scheisse, und zwar braune scheisse, in der unser land ertrinkt.
1% sind von 99% abhängig, nicht umgekehrt. wir müssen uns mit der 99% solidarisieren und ihre kernforderung nach dem
BEDINGUNGSLOSEN GRUNDEINKOMMEN für alle
durchkämpfen. nur die befreieung vom lohnterror ist befreiung von der absoluten herrschaft der FI.
Das bedingungslose grundeinkommen ist genau so unnötig und gefährlich wie die bankster,...
Es dient den Bankstern nur dazu vom eigentlichen Problem abzulenken. Wir haben mehrere Probleme in unserer Gesellschaft die nicht leicht zu lösen sind. Ein problem sind die Politiker die mittlerweile eine eigene Kaste bilden. Und die Kurzfristigkiet des Denkens und Handels aber BGE ist keine Lösung ,..
Erklären sie doch bitte mal ihr Modell, anstatt immer nur mit der Zahl 153 um sich zu schmeißen.
Was bedeutet für sie ein BGE von 1500?
Sie gehen davon aus, dass dies alle bekommen und keiner mehr arbeitet oder wie?
Sie können nicht auf einer Zahl beharren, wenn sie keine Ahnung von der volkswirtschaftlichen Dynamik haben.
Bei einem BGE von 1500 würde durch den Substitutions vs. Einkommenseffekt die Löhne ansteigen. Da dies passiert, erhöhen sich die Preise. Preise und Einkommen erhöhen faktisch am Papier das BIP. Ein BGE und das aktuelle BIP können nicht verglichen werden. Dies ist ein hochdynamischer Prozess.
Ein Vorteil: durch das vergößerte BIP würde die Verschuldungsquote sinken. Auch die Rückzahlung erleichtert
Ein Nachteil: International würden die Exporte leiden, die Importe steigen.
Die Wirkung ist nicht ab zu sehen !!!
"volkswirtschaftliche Dynamik" ...spielen wir jetzt Bullshit-Bingo?
Nennen Sie doch das Kind beim Namen: Das BGE würde im Normalfall (einer eigenen Währung) zu einer Hyperinflation führen, da die einzige Möglichkeit zur "Finanzierung" darin besteht, die im Umlauf befindliche Geldmenge erheblich zu erhöhen, während die reale Wirtschaftleistung abnehmen würde. Im Euro-Raum ist das sowieso nicht möglich. Einzige theoretische Möglichkeit: jährliches Schuldenwachstum im 3stelligen Milliardenbereich. Wie lange (Monate, Wochen?) das gut gehen würde, kann man sich ja ungefähr vorstellen.
Und jetzt überlegen Sie sich mal bitte, was Sie mit Ihren 1500 Euro BGE dann machen, wenn ein Kilo Brot durch die Inflation - Hausnummer - 500 Euro kostet.
Wir sprechen hier von irrwitzigen Größenordnungen.
Es ist aber schön, dass sie meine Frage, nicht ausreichend beantwortet haben.
Nachdem was sie schreiben ist anzunehmen, dass sie das BGE auf die derzeitigen Transferleistungen hinzuschlagen. Ansonsten kämen sie nicht auf eine Finanzierungslücke von 153. Ansonsten müssten sie alle getätigten Sozialleistungen in das BGE übernehmen.
Die Inflation aus ihrem Bsp, wie sie selber richtig bemerken, kann es durch den Euro nicht geben. Ergo ist die Argumentation des Brotes, eher ein Bsp für einen Staat mit eigener Währung. Sie argumentieren immer nur auf Basis der Verschuldung. Die theoretische Grundlage des BGE zeigt jedoch, dass es sehrwohl Antworten auf diese Problem gibt. Wollen sie das BGE anfechten, müssen sie bessere Argumente parat haben.
Ich argumentiere auf Basis der faktischen Nichtfinanzierbarkeit eines BGE.
Selbst wenn ein paar Sozialleistungen gestrichen werden, sind das maximal ein paar Milliarden, die zur Finanzierung der angenommenen 153 Mrd (bei 1500 Euro monatlich für jeden Bürger) beitragen.
Zur Zeit haben wir eine der höchsten Abgabenquoten weltweit und nehmen zur Finanzierung ALLER staatlicher Leistungen gerademal 120 Mrd ein.
Die Argumentation, dass es ja eh keine Hyperinflation geben kann, weil die Währungsunion uns eh auffängt, kann aber wohl nicht Ihr Ernst sein, ginge diese Politik maßiv auf Kosten anderer Mitgliedsländer. Wie lange das gut gehen würde und welche Folgen dies hätte, sieht man ja an Griechenland.
Das BGE ist keine Anwort auf ein Problem, sonder würde nur den Zusammenbruch des Gesamtsystems beschleunigen.
Du versuchst mir etwas zu sagen und ich erklär Dir, dass deine Vortellung in der Realität nicht finanzierbar ist.
Was hast Du jetzt genau nicht verstanden?
Nochmal in Kürze:
Derzeitge Staatseinnahmen/Jahr: 120 Mrd Euro
Bedarf BGE/Jahr (bei 1500 Euro/M): 153 Mrd Euro
Wir haben derzeit eine der höchsten Abgabenquoten weltweit, die Staatseinnahmen dienen zur Finanzierung sehr umfangreicher Leistungen, nicht nur finanzieller Sozialleistungen. Selbst wenn wir also alle staatlichen Leistungen - wirklich alle - streichen würden, gäbe es noch einen Bedarf von 30 Mrd. Euro jährlich um das BGE in dieser Höhe zu finanzieren. Diese Verhältnisse sollten Dir doch zeigen, dass selbst etwas niedriger angesetzte BGE einfach nicht finanzierbar sind.
Was wir brauchen ist eine Entlastung von Arbeitseinkommen und einen Bremsung des Finanzmarktes.
Andersherum wird ein Schuh daraus. Anstatt bessere Argumente gegen ein BGE zu fordern, sollten einmal konkrete Beispiele für eine Finanzierung am Beispiel Österreich vorgelegt werden. Ein BGE von 1.500 Eur für jeden bedeutet nämlich selbst nach Abzug der in einem Profilartikel erwähnten 85 Milliarden Transferleistungen mindestens 65 Milliarden an Mehrbedarf jährlich, woher sollen die denn kommen?
Also hier mal als kleines Rechenbeispiel: Die Sozialleistungen (umfassen nicht alle Transfers, z.B.: Finanzausgleich etc fehlt) betrug nach Statistik Austria
2009, ca. 82 Miard. Davon sollte man die Gesundheitsversorgung abziehen (ca. 20 Miard.) macht in etwa 62 Miard. Das würde alleine schon ein BGE von 645 Euro pro Monat bedeuten bei 8 Mio Einwohner. (8 Mio ohne nicht Staatsbürger) So klar, das sind jetzt keine 1500 BGE pro Monat, aber mal ein Anfang. Rechnet man nun noch Ausgleichzahlungen etc. hinzu kommt man auf 645 + x. Wenn man nun noch beachtet, dass durch die Bündlung der Sozialleistungen viel Bürokratie entfällt, erhält man 645+ x+ y. Den Wert kann ich ihnen jetzt nicht sagen, das wäre eine Rechnung für ein Modell, ich schätzt jetzt aber mal ca. 1000€ würde man bekommen pro Monat! Da sind keine Mehrausgaben enthalten. Also ich finde das beachtlich und man sollte darüber diskutieren!
(III) Da ich davon ausgehe, dass es nicht akzeptabel sein wird, dass durch das BGE jemand *weniger* an Transferleistungen bekommt, ist eine aufwandsneutrale Lösung, bei der *alle* denselben Betrag erhalten, unmöglich.
Möglich sind nur solche Varianten, bei denen das Grundeinkommen hauptsächlich denen zukommt, die wenig verdienen. Ob man da jetzt ein BGE an alle zahlt und es dann den Besserverdienern wegsteuert, oder ob man andere Modelle wie Negativsteuern anwendet, ist dabei wohl Geschmacksfrage.
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