Medizinische Uni

Wiener AKH: Dienste werden um 14 Prozent reduziert

18. November 2011, 13:22
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    foto: apa/hochmuth

    Rektor Schütz: "Wir müssen die Hälfte des Budgets, dass wir vom Wissenschaftsministerium bekommen, in die Krankbetreeung stecken".

Uni-Rektor Schütz fehlen acht bis neun Millionen Euro - Operationen werden reduziert

Wien - Die Medizinische Universität (MUW) macht Ernst: Die angedrohten Sparmaßnahmen am Wiener AKH werden umgesetzt - falls nicht doch noch zusätzliche Budgetmittel kommen. Das hat der Rektor der MUW, Wolfgang Schütz, am Freitag betont. So wird es etwa ab kommenden Jahr weniger Nacht- und Wochenenddienste geben. Geplant ist eine Rücknahme von 14 Prozent. Auch die Anzahl der Operationen wird zurückgefahren.

"Können budgetär nicht mithalten"

"Es ist eine Maßnahme, die in den letzten Jahren immer gedroht hat", berichtete Schütz. "Denn, so versicherte der Rektor, die Routinearbeit im AKH stehe in keiner Relation zu den personellen Ressourcen der Universität. "Die Leistungen sind überproportional gestiegen. Damit konnten wir budgetär nicht mithalten", beklagte der Uni-Chef. Für Lehre und Forschung fehle schon länger jeder Spielraum: "Weil wir schon die Hälfte des Budgets, dass wir vom Wissenschaftsministerium bekommen, in die reine Krankenbetreuung stecken müssen."

Acht bis Neun Millionen fehlen

Nun sei die Situation letztlich so, "dass, wenn wir keine Maßnahme setzen, tatsächlich in ernste Schwierigkeiten kommen". Mit Beginn des nächsten Jahres müsse der Fehlbetrag darum abgefangen werden: "Der wird bei acht bis neun Millionen Euro liegen." Mit diesem Minus werde die Medizinische Universität das Jahr 2011 beenden.

"Es ist das erste Mal, dass wir das Budgetziel versäumen. Und das wollen wir tatsächlich nur einmal machen", erklärte Schütz. Bisher sei man mit der Bildung und Auflösung von Rücklagen durchgekommen. Nun würden die steigenden Kosten das jedoch nicht mehr möglich machen. Denn es würden etwa die Biennalsprünge bei den Beamten - somit bei rund 50 Prozent der Mitarbeiter der MUW - nicht abgedeckt werden.

Hohe Kosten für Personal

Eine hohe Belastung seien zudem die Entgeltfortzahlungen für Journaldienste, für die bei Krankheit und Urlaub aliquot ein Teil abgegolten werde. Insgesamt gehe es bei einem Personalbudget an die 300 Millionen Euro um große Absolutbeträge. Nun sei klar: Man müsse die fehlenden Millionen wieder hereinbringen. Gespart, so versicherte Schütz, werde auch im Rahmen der theoretischen Institute. Dort sei das Einsparungspotenzial aber gering - angesichts der im Vergleich zum Klinikbereich niedrigen Kosten.

Sparen vor allem bei Journaldiensten

Die Einsparungen betreffen vor allem die Journaldienste, die laut Schütz im Gegensatz zu Nichtnachbesetzungen auch sofort budgetwirksam werden. Kündigungen, so stellte er an dieser Stelle klar, sind nicht geplant. Derzeit sind im größten Spital des Landes jedenfalls 172 Ärzte pro Nacht bzw. am Wochenende im Dienst. Falls sich nicht "im letzten Moment" etwas ändert, wird deren Zahl auf 148 reduziert: "Besonders betroffen sein wird, fürchte ich, der chirurgische Bereich. Es wird sicher weniger Operationen geben."

Weniger Operationen

"Die Chirurgen haben untertags wegen der überproportionalen Beanspruchung des AKH so viele Operationen, dass sie in der Nacht weitermachen müssen", schilderte der Rektor. Die geplante Reduktion der Nacht-Anwesenheit würde auch die Zahl der Eingriffe reduzieren - und etwa für längere Wartezeiten für Patienten sorgen.

Bund "direkter Ansprechpartner"

Schütz sieht sowohl die Stadt als auch den Bund gefordert - wobei letzterer sein "direkter Ansprechpartner" ist, wie Schütz betonte. Denn der Bund als Eigentümer habe der Universität auch die "Bürde des Routinebetriebes im Spital" übergeben. Gleichzeitig habe er es verabsäumt, mit der Stadt eine Leistungsanpassung zu erreichen. Der Vertrag mit der Stadt, betonte Schütz, werde jedenfalls erfüllt.

"Wir haben das Personal seit 2005 um 80 Stellen erhöht", rechnete der Rektor weiters vor. Die Stadt macht nach Ansicht des Uni-Chefs hingegen das Gegenteil - nämlich das Pflegepersonal reduzieren: "Das tut sie vehement." Gemäß dem aus dem Jahr 2005 stammenden Vertrag ist das gesamte ärztliche Personal von der Medizinischen Universität Wien bereitzustellen. Das Pflege- und Erhaltungspersonal wird hingegen von der Stadt Wien bezahlt. Sie ist auch Betreiberin und Erhalterin des AKH.

Gemeinsame AKH-Betriebsgesellschaft

Schütz kann sich vorstellen, dass eine gemeinsam von der Stadt und dem Bund ins Leben gerufene AKH-Betriebsgesellschaft den Zustand verbessern würde: "Ich halte die gemeinsame Betriebsführung für eine machbare Lösung."

"Das Entscheidende ist, dass dieses riesige Spital nicht von zwei Rechtsträgern betrieben werden kann, die sich gegenseitig versuchen, die Leistungen zuzuschieben. Das funktioniert nicht auf Dauer, jetzt droht der Kollaps", warnte er.(APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 58
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Amanda27
00
22.11.2011, 11:31
Unglaublich..

Ausgerechnet bei den Ärzten im Nachtdienst, die eh schon völlig überfordert sind und 24-48h Dienste machen müssen einzusparen!!! Soll Wien Inssbruck werden?

der Xote
00
20.11.2011, 12:05
Das Problem ist das System

Schaut doch mal genauer, wer in der Steuerungsgruppe für die Spitalsreform drinsitzt, dann wird einem sehr schnell klar in welchem Haus gespart wird und wo ganz sicher nicht.

Schiefe Optik?

Marth
00
20.11.2011, 11:39
Jaja und langsam zeigen die politischen Maßnahmen ihre destruktive Kraft.

Sehr sehr traurig und bedenklich.
Was das alles für Langzeitfolgen hat. Jetzt muss gestrichen werden, das betrifft aktuell, dann die Behandlung. Die Arbeitend, werden einfach mehr machen und die Fehlerquote wird zunehmen.
Auf der anderen Seite wird die Wartzeit für fertige Medizinstudenten ihre Ausbildung zu machen immer länger. Der Ärztemangel in ländlichen Gebieten ist teilweise jetzt schon präker. Gute Zeiten werden das. Na wir werden es so wie UK machen, die zahlen jetzt schon enorme Gehälter, damit sich ihre Lücke mit ausländischen Ärzten irgendwie noch füllen.
Ein guter Tip, nicht krank werden. Besuch eines Kurses, wie operiere ich mich am offenen Herzen selbst. Und wenn alles nichts hilft ... hilft es wenigstens dem Pensionsfond.

Lala4
04
20.11.2011, 10:34

Wie wärs, wenn Ärzte, die in der regulären Arbeitszeit mit Spitalsequipment lieber ihre Privatpatienten behandeln, entsprechend zur Kassa gebeten würden?

In jedem anderen Job gäbs für sowas eine Fristlose mit Anzeige, aber im Spital ist wohl vieles anders...

ministry
00
20.11.2011, 14:50

wunderbar.....das ergibt dann im AKH: 0 fristlose entlassungen. privatpatienten werden im AKH wie anderen patienten behandelt, mit demsleben instrumentarium. und die Stadt wien kassiert dafür 14% alle Privathonorare als infrastrukturbeitrag. das geht dann überwiegend auf kosten der Mannschaft.
wenn ein arzt spitalsequipment in ein anderes spital ohne genehmigung mitnimmt wird er fristlos entlassen....wie überall

Lala4
00
22.11.2011, 20:41

Deswegen hat sich die Ärztekammer ja auch mit Händen und Füssen dagegen gewehrt, dass die Wartelisten für Untersuchungen transparent werden?

Ja, öffentlich finanzierte Geräte für private Patienten "freihalten" fällt auch unter Veruntreung...

Aber jetzt erklären Sie mir sicher gleich, dass das gar nicht so sei, und ich meine Erfahrungen, mit etwas Barem meine Wartezeiten zT. auf ein Zehntel verkürzt zu haben, sicher nur erfunden habe?

Schon klar, alles nur Neider, die armen, armen Ärzte...

Ich beneide keinen Arzt um seinen Job, und ich gönne ihm durchaus auch ein anständiges Gehalt.

Aber teilweise sind da Gestalten darunter, die nur noch kriminell sind. Warum deckt die Ärztekammer die, anstatt sie loszuwerden?

Herr Plumm
00
20.11.2011, 10:25

das akh ist ja auch eine uni-klinik...dort kommen sowieso zu viele "normale" fälle hin die an keinen studien teilnehmen. die sollten halt in eines der vielen anderen krankenhäuser gehn und schon hat sich die sache erledigt.

aber dies scheint auch den akh-betreibern noch nicht ganz in den kopf gegangen zu sein. AKH = UNI-Klinik = in erster Linie FORSCHUNG!!!

Marth
01
20.11.2011, 11:33

Nein das ist nicht richtig.
Es gibt ein Abkommen zwischen Wien und Klinikum.
Forschung ist eine Sache.
Die Ausbildung von Ärtzen eine andere.
Und die Behandlung wieder eine andere.

Alle drei müssen erfüllt sein. Außerdem gehts den anderen Krankenhäusern auch nicht besser uns sind am Leistungsmaximum.

Walter Fenz
00
20.11.2011, 08:30
Oha, in Tirol geht die Meduni aber auch den

Inn hinunter wie ansonsten hauptsächlich deutsche Großkliniken:

http://www.profil.at/articles/... k-klinisch

g_icebear
04
20.11.2011, 02:35
Der eigentliche Skandal ist,

dass die "Journaldienste" in jeden anderen Beruf als Überstunden bezeichnet würden. Das heisst eigentlich gab es bereits bisher etliche Ärzte zuwenig und die anwesenden waren komplett übermüdet. In Zukunft werden es noch weniger sein und die Wenigen werden dafür genauso müde, aber noch gestresster sein (mit Ausnahme der ersten Führungsebene). Die Verantwortung für unvermeidliche Fehlleistungen liegt aber wieder beim Einzelnen. Das nennt man Management.

hot doc
00
21.11.2011, 12:42
wie man "sparen" kann:

die kreative lösung kann ihnen jeder manager sagen:
outsourcing!
wie geht das?
die nachdienstmachenden ärzte werden nicht mehr vom krankenhauserhalter gestellt, sondern von einer personalleasingfirma angemietet. damit wird der budgetposten "personalaufwendungen" schön aussehen. irgendwo anders in der bilanz als "sonstige ausgaben" fallen dann die mietkosten an, aber da schaut ja keiner nach.
so passtierts in einigen deutschen spitälern, stimmts, fenz? jedenfalls leben einige kröten recht gut davon, die arbeitskraft junger ärzte gegen guten gewinn zu verkaufen.

Fritz Meyer
01
20.11.2011, 07:36
Ihr Posting gehört ausgedruckt...

und in Wien an jede Hauswand gehängt.

Solche Schweinereien am Gemeinwohl würden schlagartig aufhören, wenn man diese "Einsparungen" mit dem konkreten Schaden an Personal und Patienten gegenüberstellen würde.

Erst wenn's konkret heisst, wegen dieser Sparerei sterben jedes Jahr sinnlos Menschen, werden die damit aufhören.

Alexander Magg
 
02
19.11.2011, 22:10
Geld wär ja da ...

AKH-Primar Zimpfer ist zwar mit seiner Forderung nach 20 Millionen Euro an entgangenen Sonderklassehonoraren vor Gericht gescheitert, aber seitdem wissen wir, das Geld wär ja da, es verschwindet nur in den falschen Töpfen.

systemfehler1
03
19.11.2011, 21:26
Solange die Krise anhält:

Als Kassenpatient nicht krank werden oder verletzen oder gar eine OP benötigen.
Ohne meinen Arzt oder Apotherker befragen zu müssen ist mir klar: Das kann ins Auge gehen.
Hurtig schreiten wir voran bei der sanften Evolution unseres Gesundheitssystems. Von der neuerdings 3-Klassen- flugs in die 4-Klassen-Medizin. Und das immer noch in einem der weltweit besten Gesundheitssysteme!
Man stelle sich vor, wie´s anderswo zugeht.

mistvieh666
 
03
19.11.2011, 20:43

das problem der ver-management-ung des lebens.
kurz: wir muessen ueberall sparen ausser beim management. und die kriegen weil sie so toll sparen tolle boni. und die welt funktioniert nur mehr deswegen, weils genuegend idioten gibt, die das alles akzeptieren.
techniker, aerzte, militaers, alle, die so fuers funktionieren der welt verantwortlich sind haben einen hohen moralkodex. noch.

zensur passiert
01
19.11.2011, 20:10
aha, alles wird billiger wenn

Raum- und Gerätekosten, die bei einem Spital ja nicht gerade gering sind, auf weniger Patienten aufgeteilt werden. Rektoren sind offensichtlich Beamte. Wer nix arbeitet macht keine Fehler und wird befördert!

K1981
01
19.11.2011, 18:49
Wahnsinn pur

Schlimm, dass bei der Gesundheitsversorgung in Ö gespart wird und das auch noch beim operativen Betrieb des wohl größten KH in Ö.

Aber sind wir froh, dass an den Autobahnen an den sinnlosesten Stellen (zB A1-Knoten Steinhäusel, oder A2-Gleisdorf zwischen den Richtungsfahrbahnen!!) Lärmschutzwände haben. Und dass die Leute von der ÖBB (und anderen staatsnahe-betrieben) mit heissen 50 Jahren in die pensi gehen dürfen (statt mit 65).

Die Lösung
13
19.11.2011, 15:28
Ab in die Pension

Rektor Schütz und andere Führungskräfte wie Prof Pollak und andere sind ja was ihre Führungsqualitäten betrifft sehr umstritten.Und offenbar auch unfähig zusätzlich Geld aufzutreiben.Viele sind ja schon im Penionsalter und könnten ohne Abschläge in den Ruhestand gehen- und viele andere der Seilschaft auch.

Es wäre daher die Lösung, dass alle diese Herren sich unter Protest in die Pension verabschieden. Und viele andere etwa ab Geburtsjahrgang 1947 auch. Das wäre ein Paukenschlag verbunden mit einem ehrenvollen Abgang bei schlechter Betriebsführung.
Und da diese Führungskräfte der MUW gut verdienen, könnte man pro freiwerdendem Posten locker 2 Junge anstellen. Und Rektor wird dann wer einen Fühungskräftelehrgang positiv absolviert hat

JayneCobbs
02
19.11.2011, 14:17

Rennt ja eh schon am Limit das System. "journaldienste" also - per definition sind das jene, in denen man mindestens 6h Schlafen kann ... nur kann man das im AKH nicht.

Erwin Wolfram
40
19.11.2011, 13:01
translation

when the patient dies the krankensister sits in the coffee room and discusses the dienstplan with the chef. they have a lot of fun, also in the nights.

hot doc
04
19.11.2011, 22:18
bad english, bad thoghts, bad knowledge.

but intimate flollower of doctor-soaps.

ministry
01
19.11.2011, 17:18

and you learn better english! ;-)

ja-nein-weiß-nicht-hab-angst
172
19.11.2011, 08:06

ärzte sind wie automechaniker. wenn die ärzte nur das operieren würden, was für die patienten nötig ist, könnte man das halbe akh zusperren. die patienten würden genau so lange leben und alles wär günstiger.

KammerlExperte
03
19.11.2011, 18:23
Der beste Automeckaniker sitzt vor dem Monitor

und heist Vorsorge. Einfach mehr auf die eigene
Gesundheit acht geben.

Bitte das AKH nicht mit einem
Schönheitchirugen- Tempel verwechseln.

Aber Wien kann auch gerne Nr. nach einem Unfall
ausgeben und wir rufen Sie an wenn wir bereit sind.

Ihre Mechaniker

Jackie Treehorn
00
19.11.2011, 17:47

Habe bereits nach den ersten 4 Worten aufgehört zu lesen, was auch immer danach kommen mag = Humbug.

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