Namenskonfusion um "Birma", "Burma" oder "Myanmar"

Hintergrund18. November 2011, 12:36
10 Postings

Junta-Diktat von Demokratiebewegung strikt abgelehnt

Rangun - Birma, Burma, Myanmar - das südostasiatische Land wird unterschiedlich bezeichnet. Aufgrund eines Beschlusses der Militärjunta aus dem Jahr 1989 soll es auch in Fremdsprachen ausschließlich "Myanmar" (Aussprache etwa "Mianma") genannt werden, um die eigene Identität gegenüber der kolonialen Namensgebung zu betonen. Das englische "Burma" leitete sich phonetisch von der indischen Bezeichnung "Bama" ab. Die ersten Europäer, die in die Region kamen, die Portugiesen, nannten das Land "Birma", ein Wort aus der Mon-Sprache.

Die burmesische Demokratiebewegung unter Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi lehnte den Junta-Beschluss ab. Die Namensfrage hat damit einen ideologischen Charakter: Wer gegen die Militärherrschaft ist, darf nicht von "Myanmar" sprechen, wer mit dem Regime sympathisiert, kann nur diesen Namen verwenden. Die USA hielten als Zeichen ihrer Missbilligung des Regimes am Namen Burma fest. In Deutschland wird überwiegend der im "Duden" verankerte Name Birma benutzt, aber einige führende Medien (wie "Der Spiegel" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung") verwenden den Namen Burma, der auch in Österreich und der Schweiz gebräuchlich ist.

In den Vereinten Nationen hatte das Regime "Myanmar" durchgesetzt, so wie auch andere UNO-Mitglieder offizielle Namensänderungen vornehmen ließen, wie Benin (Ex-Dahomey), Zaire (inzwischen wieder Demokratische Republik Kongo), Sri Lanka (Ceylon) oder Burkina Faso (Obervolta). Der westafrikanische Staat Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) hatte sich von der UNO die "Unübersetzbarkeit" seines französischen Namens in andere Sprachen bescheinigen lassen. (APA)

Share if you care.