Russland und Türkei warnen vor Bürgerkrieg

18. November 2011, 11:35
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Frankreich: Für Assads Regierung ist es "zu spät" für Reformen

Istanbul - Nach Russland hat auch die Türkei vor einem Bürgerkrieg in Syrien gewarnt. Angesichts der zunehmenden Aktivitäten von Deserteuren der syrischen Armee drohe eine "Entwicklung hin zu einem Bürgerkrieg", sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu am Freitag in Istanbul der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP). Bisher könne aber nicht wirklich von einem Bürgerkrieg gesprochen werden: Denn in einem solchen Konflikt bekämpften sich zwei Seiten, in Syrien würden hingegen meist Zivilisten von den Sicherheitskräften angegriffen. Die "Massaker" müssten sofort gestoppt werden, forderte Davutoglu.

Bei einem der spektakulärsten Angriffe auf syrische Sicherheitskräfte seit Beginn der Proteste gegen das Baath-Regime von Staatschef Bashar al-Assad Mitte März hatten Armeedeserteure am Mittwoch eine Militärbasis des Geheimdienstes bei Damaskus angegriffen. Die im Sommer gegründete "Freie Armee Syriens" unter Riad al-Asaad hat inzwischen einen "provisorischen Militärrat" gegründet, der den Sturz der Regierung und den Schutz der Zivilbevölkerung zum Ziel hat.

Frankreichs Außenminister Alain Juppé sagte am Freitag bei einem Besuch in der türkischen Hauptstadt Ankara, es sei für die Assad-Regierung "zu spät", um weiter an der Macht zu bleiben. "Das Regime wollte kein Reformprogramm in Gang setzten, und jetzt ist es zu spät", sagte Juppé nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden des außenpolitischen Ausschusses des türkischen Parlaments, Volkan Bozkir. Juppé war am Donnerstag vornehmlich zu Beratungen über Syrien in die Türkei gereist und hatte in Istanbul Regierungschef Recep Tayyip Erdogan und Außenminister Davutoglu getroffen. Mit Davutoglu sollte er am Freitag in Ankara erneut zusammenkommen. (APA)

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