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vergrößern 500x294Gesamtgehzeit drei Stunden, Höhendifferenz knapp über 400 Meter. Kukubauerhütte (Von April bis Oktober Mittwoch bis Sonntag geöffnet; von November bis März an Wochenenden und Feiertagen). ÖK25V Blatt 4330-West (Hainfeld), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Wienerwald Atlas, Maßstab 1:50.000
Die Kukubauerhütte im westlichen Wienerwald, ein sehr beliebtes Ausflugsziel, ist angeblich nach dem etwas tiefer gelegenen Kukubauer benannt. Dieser aber heißt Gugerhof und scheint mitunter auf Wegweisern auch als Gugerbauer auf.
Damit beginnt auch im Naherholungsbereich der Bundeshauptstadt das Namensquiz, das man schon seit längerem aus anderen Regionen kennt. Im Schneeberggebiet etwa mutierte der Promiskagraben zum Mitterberggraben, am Großen Sonnleitstein der Oselgraben zu einem Haselgraben, obgleich es in Hinternasswald eine Oselgrabenstraße gibt.
Zum Teil gehen diese Ungereimtheiten in den Karten auf die Josephinische Grundkatastererstellung im 18. Jahrhundert zurück, wo mangels heimischer Landvermesser auch Leute aus Böhmen und sogar Preußen herangezogen wurden, die mit den heimischen Mundarten ihre liebe Not hatten und einfach notierten, was sie zu hören geglaubt haben.
Die Diskrepanzen in der Namensschreibung aber sollten niemanden von einer Wanderung zu dieser gemütlichen Hütte abhalten, denn die wenig anstrengende Tour erweist sich als überaus interessant.
Da ist einmal das Kuriosum, dass der nur wenige Minuten von der Hütte entfernte Gipfel überhaupt keinen Namen hat und nur hie und da in Beschreibungen als Kukubauerhöhe auftaucht und womöglich Gugerbauerhöhe heißen müsste. Er bietet trotz seiner geringen Höhe von den freien Flächen seiner Umgebung eine respektable Fernsicht, die zu den Kalkalpen, zum Ötscher und zum Schneeberg reicht. Der Traisener Dichter Walter Sachs über diesen Fernblick: "Diese türmen sich im Süden auf, steil und reich gegliedert, und über ihre Schneemäntel fließen noch kalte, blaue Schatten, wenn die Hügel bereits grünen. Berg steigt hinter Berg auf, bis sie der bläuliche Dunst verwebt."
Natürlich zeigen sich auch Schöpfl und Gföhlberg und viele andere Erhebungen des Wienerwaldes, von anderen Punkten am Weg sieht man den Dunkelsteinerwald, einen Teil des südlichen Waldviertels und einen Zipfel der Landeshauptstadt St. Pölten mit dem umgebenden Alpenvorland.
Die Route: Vom Ortszentrum von Michelbach Markt geht es im Tal des Michelbaches auf der Straße ein Stück westwärts, dann schwenkt man nach links auf die blaue Markierung ein, die einen kleinen Bach entlang zur Höhe führt. Später erreicht man freies Gelände und über einen grasigen Rücken den Kukubauer (Gugerhof). Gehzeit ab Michelbach Markt eine Stunde. Über Wiesen geht es höher und nach einer kurzen Waldpassage zur Kukubauerhütte. Eine halbe Stunde ab Kukubauer.
Nach dem kurzen Abstecher zum Gipfel folgt man der roten Markierung und wechselt am Ende der Jubiläumsweide auf den grün markierten Weg. Vorbei an der Sternwarte gelangt man zum Berghof. Nach einem Stück Güterweg geht es geradeaus weiter, vorbei an einem Pferdehof erreicht man wieder den Ausgangspunkt Michelbach Markt. Gehzeit ab Kukubauerhütte 1½ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/19.11.2011)
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