Tiroler Landesrat will sich neue Wohnung suchen

18. November 2011, 11:03
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Switak: Die letzten Tage waren nicht erfreulich - Grüne fordern Überprüfung der Mietzahlungen und des Umbaus durch Wirtschaftsprüfer

Innsbruck - Der in den vergangenen Tagen wegen einer Wohnungsaffäre unter Beschuss geratene Tiroler Finanzlandesrat Christian Switak (ÖVP) überlegt, sich möglicherweise eine neue Bleibe zu suchen. Der Politiker war in die Kritik geraten, weil der Vermieter seiner Wohnung einer der größten Seilbahnbetreiber, der Zillertaler Heinz Schultz, des Landes ist. Zudem hatte Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) angekündigt, dass die Landesregierung eine Prüfung der Zahlungen an Schultz durch den Landesrechnungshof in Auftrag geben werde.

In einer Debatte im Rahmen der Landtagssitzung forderten die Grünen überdies, dass nicht nur die Mietzahlungen durch einen Wirtschaftsprüfer kontrolliert werden sollten, sondern auch der aufwändige Umbau des "Penthouses" im Jahr 2009, teilte die Partei in einer Aussendung am Freitag mit. Die Grünen hatten am vergangen Montag auf das "absolut unvereinbare" Mietverhältnis aufmerksam gemacht.

Neue Wohnung

Er habe wenig Lust, in seiner täglichen Arbeit ständig damit konfrontiert zu werden, zitierte die "TT" in ihrer Freitags-Ausgabe den Finanzlandesrat. Die letzten Tage seien nicht erfreulich gewesen. Deshalb habe Switak die Überlegung angekündigt, sich eine andere Wohnung zu nehmen.

Das "Bürgerforum" als stärkste Oppositionsfraktion im Landtag hatte in Anspielung auf die Eigentümerfamilie Schultz von einer "Verschultzung Tirols" gesprochen. Sie forderte eine "lückenlose Aufklärung" aller "grassierender Gerüchte".

In der Debatte hatte sich Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hinter den für Raumordnung und Seilbahngrundsätze zuständigen Finanzlandesrat gestellt. Daraufhin hatte Switak alle monatlichen Überweisungen offengelegt. In der in den vergangenen drei Tagen anberaumten Landtagssitzung hatte sich der Landesrat verteidigt und die Vorwürfe allesamt als "falsch" bezeichnet. Er habe nicht nur sämtliche monatliche Überweisungen seit Beginn des Mietverhältnisses im Jahr 2008 vorlegen können, sondern auch alle Geschäftsfälle zwischen dem Land Tirol und seinem Vermieter, dem Zillertaler Liftunternehmer Heinz Schultz, erheben lassen. Schultz sei wegen dieses Mietverhältnisses nie bevorzugt worden, weil es während seiner Amtszeit "außer einem Golfplatz keine relevante Widmung" gegeben habe, beteuerte Switak. (APA)

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