Switak: Die letzten Tage waren nicht erfreulich - Grüne fordern Überprüfung der Mietzahlungen und des Umbaus durch Wirtschaftsprüfer
Innsbruck - Der in den vergangenen Tagen wegen einer
Wohnungsaffäre unter Beschuss geratene Tiroler Finanzlandesrat
Christian Switak (ÖVP) überlegt, sich möglicherweise eine neue Bleibe
zu suchen. Der Politiker war in die Kritik geraten, weil der
Vermieter seiner Wohnung einer der größten Seilbahnbetreiber, der
Zillertaler Heinz Schultz, des Landes ist. Zudem hatte
Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) angekündigt,
dass die Landesregierung eine Prüfung der Zahlungen an Schultz durch
den Landesrechnungshof in Auftrag geben werde.
In einer Debatte im Rahmen der Landtagssitzung forderten die
Grünen überdies, dass nicht nur die Mietzahlungen durch einen
Wirtschaftsprüfer kontrolliert werden sollten, sondern auch der
aufwändige Umbau des "Penthouses" im Jahr 2009, teilte die Partei in
einer Aussendung am Freitag mit. Die Grünen hatten am vergangen
Montag auf das "absolut unvereinbare" Mietverhältnis aufmerksam
gemacht.
Neue Wohnung
Er habe wenig Lust, in seiner täglichen Arbeit ständig damit
konfrontiert zu werden, zitierte die "TT" in ihrer Freitags-Ausgabe
den Finanzlandesrat. Die letzten Tage seien nicht erfreulich gewesen.
Deshalb habe Switak die Überlegung angekündigt, sich eine andere
Wohnung zu nehmen.
Das "Bürgerforum" als stärkste Oppositionsfraktion im Landtag
hatte in Anspielung auf die Eigentümerfamilie Schultz von einer
"Verschultzung Tirols" gesprochen. Sie forderte eine "lückenlose
Aufklärung" aller "grassierender Gerüchte".
In der Debatte hatte sich Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP)
hinter den für Raumordnung und Seilbahngrundsätze zuständigen
Finanzlandesrat gestellt. Daraufhin hatte Switak alle monatlichen
Überweisungen offengelegt. In der in den vergangenen drei Tagen
anberaumten Landtagssitzung hatte sich der Landesrat verteidigt und
die Vorwürfe allesamt als "falsch" bezeichnet. Er habe nicht nur
sämtliche monatliche Überweisungen seit Beginn des Mietverhältnisses
im Jahr 2008 vorlegen können, sondern auch alle Geschäftsfälle
zwischen dem Land Tirol und seinem Vermieter, dem Zillertaler
Liftunternehmer Heinz Schultz, erheben lassen. Schultz sei wegen
dieses Mietverhältnisses nie bevorzugt worden, weil es während seiner
Amtszeit "außer einem Golfplatz keine relevante Widmung" gegeben
habe, beteuerte Switak. (APA)