Militär: Budget für externe Berater verhundertfacht

Bericht
18. November 2011, 11:17

Knapp 600 Millionen Pfund für externe Spezialisten - Gewerkschaft sieht Personalkürzungen als eine der Ursachen

Das britische Verteidigungsministerium hat in den vergangenen zwei Jahren knapp 600 Millionen Pfund (701 Millionen Euro) für externe Spezialisten und Berater ausgegeben, berichtet der Guardian. Die Summe wurde aus dem Budget für militärische Ausrüstung bestritten. Ein interner Bericht des Verteidigungsministeriums kritisiert jetzt die mangelnde Kontrolle bei Vergabe und Durchführung der Aufträge. Aber auch Richtlinien zur Verwendung der Gelder wurden regelmäßig ignoriert. Das Verteidigungsministerium hat die Zahlen bestätigt und eine Verschärfung der Regeln angekündigt.

Beamtengewerkschafter machen Personalkürzungen im Verteidigungsministerium in den vergangenen Jahren für die Kostenexplosion verantwortlich. Expertisen, die bisher im eigenen Haus erstellt werden konnten, müssen jetzt teuer zugekauft werden. Für „technischen Support" sind 2006 lediglich 6 Millionen Pfund ausgegeben worden. In den beiden vergangenen Jahren waren es insgesamt 564 Millionen.

Ein weiterer Grund für die Verhundertfachung der Ausgaben ist auch eine von Labour eingeführte Gesetzesänderung im Jahr 2009 mit der es hochrangigen Militärs ermöglicht wurde sogenannte „Nischenaufgaben" kurzfristig extern zuzukaufen. Eine Autorisierung der Ausgabe durch den Minister war nicht mehr notwendig. Im ersten Jahr nach der Einführung der neuen Regelung stiegen die Ausgaben von 130 Millionen Pfund auf 297 Millionen. Dieses Jahr summieren sich die Ausgaben auf 267 Millionen. Zusammen die oben erwähnten 564 Millionen Pfund. (mka, derStandard.at, 18.11.2011)

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15 Postings
Positiv ist,

sie haben keinen Darabos internalisiert!

Also für das entsprechende Entgelt könnte ich den Briten auch was über das österreichische Bundesheer erzählen...

Vielleicht was von der tollen Beziehung zwischen Minister und Heer.

Für ein 9 seitiges Gutachten oder Essay liegt ja der Preis hierzulande bei 300.000

Warum solls denen besser gehen?

Warum sollen sie in GB nicht auch

ihre Mennsdorf und Pullis haben?
Und deren Schlösser haben hohe Betriebserfordernisse, Jagdgesellschaften sind teuer, und erst die Sicherheitsdienste...

alles österr. Export

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreise vertraulich mitgeteilt wird haben KHG, Maischi und Hochegger unter Vermittlung von Gorbach einen Großteil dieser Beraterhonorare erhalten. Über die erbrachte Leistung wird noch gerätselt. Es soll sivh aber um einen Angriffsplan auf den Iran gehandelt haben. Wie gesagt, alles noch Top Secret.

Aso,

nun sind mir die 10000€ Studiengebühren auch klar - also liebe ÖVP mehr Eurofighter fürs Vaterland - damit ihr den Arbeiterpöbel von den bürgerlichen Unis bekommt!!

So läuft es aber auch bei 'normalen' Firmen ab,

das Personal wird eingespart, im Gegensatz dazu werden externe Mitarbeiter engagiert.
Damit kann man buchhalterisch behaupten, dass die Personalkosten reduziert wurden - und bekommt einen Bonus.
Und die Externen befinden sich nun in der Sachkostenstelle, was das kostet, ist dann egal.

Wer genau die Berater sind, und was ihre Leistung war, werden wir wohl nie erfahren.
Würde mich auch für Österreich interessieren, wie viel die die Berater bekommen und für was.

Klar, daß für die Jugendzentren kein Geld mehr da war

die britische Regierung hätte es sich längst verdient, daß die Bevölkerung sich erhebt und sie auf die Guillotine zerrt

Das ist allerdings Sache der Briten, offenbar schauen sie derzeit noch ohnmächtig zu

Die Briten sind sehr enttäuschend.

Ich dachte immer sie wären ziemlich intelligent, in Wirklichkeit haben die sogar noch die Monarchie...

Ha, ich bewerb mich jetzt als Berater zum Thema Berater, versprech ihnen eine Kostenreduktion der Beratungskosten um 1% und kassier ein paar Milliönchen ab. Dann darf ich mich auch endlich Leistungsträger nennen, Juhu!

Grasserey and Meischborgorough

sahnen dort so richtig ab.

ein bisschen höhere ausgaben für berater wären vielleicht nicht so blöd..

Überall das Gleiche

In Österreich läuft es genauso im BMI, BMFIN, etc.

Als Berater würde ich gegen ein bescheidenes Honorar die Abschaffung dieser unpraktischen und dabei vermutlich außerdem ziemlich teuren Bärenfellmützen sowie der auffälligen Uniformjacken empfehlen.

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