Österreicher sechsmal pro Tag am "stillen Örtchen"

18. November 2011, 10:15
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Durchschnittlich verbringt jede Person drei Jahre seines Lebens auf der Toilette - 40 Prozent der Weltbevölkerung leben ohne Sanitäranlagen

Wien - "Der durchschnittliche Österreicher benutzt das Klo circa sechsmal am Tag und verbringt im Schnitt drei Jahre seines Lebens am 'stillen Örtchen'. Trotzdem wird das Thema Toilette weitest gehend tabuisiert", sagte SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, Petra Bayr, anlässlich des Welttoilettentags am 19. November. Kritik äußerte die Politikerin punkto sanitäre Versorgung. "Sie sollte eigentlich eine selbstverständliche Lebensgrundlage sein." Die "World Toilet Organization" mit Sitz in Singapur will mit dem Tag auf das Fehlen ausreichender hygienischer Sanitäreinrichtungen in der Welt aufmerksam machen. 

Sanitäranlagen keine Selbstverständlichkeit

Strahlend weiße Keramiktoiletten in jedem Haushalt und ein Anschluss an die Kanalisation gehören längst nicht überall zum Standard: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO haben derzeit 2,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu funktionstüchtigen Sanitäranlagen. Das entspricht knapp 40 Prozent der Weltbevölkerung.

Mehr als zwei Drittel der Betroffenen leben in Asien, der überwiegende Rest in Afrika - und die Tendenz ist steigend. Im vergangenen Jahr feuerte die WHO deshalb einen Warnschuss ab: "Hält der jetzige Trend an, werden die Millenniumsziele deutlich verfehlt und 2015 sogar 2,7 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen haben", hieß es in einem Report der Genfer Organisation.

Zu den sogenannten Millenniumszielen gehört auch eine Halbierung der Quote von Menschen ohne Zugang zu menschenwürdigen Sanitäranlagen bis 2015. Die gesundheitlichen Folgen des Mangels sind fatal: Allein in Afrika sterben laut WHO stündlich 115 Menschen infolge schlechter sanitärer Bedingungen, mangelnder Hygiene und verschmutzten Wassers.

Kinder als Risikogruppe

Durch Zugang zu sauberen Toiletten und Duschen wäre ein Drittel der tödlichen Durchfallerkrankungen vermeidbar, an denen jedes Jahr 1,5 Millionen Menschen sterben. Laut einem Bericht der internationale Hilfsorganisation WaterAid fallen täglich mehr als 4.000 Kinder unter fünf Jahren Krankheiten zum Opfer, die durch mangelnde Hygiene, schlechtes Wasser oder fehlende Toiletten ausgelöst wurden. Das seien mehr, als durch Aids, Malaria und Masern zusammen. Alleine 2.000 Kinder in Afrika südlich der Sahara sterben täglich an Durchfall, ausgelöst durch schlechte sanitäre Ausstattung, hieß es." (APA)

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    Durch Zugang zu sauberen Toiletten und Duschen wäre ein Drittel der tödlichen Durchfallerkrankungen vermeidbar.

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