Gesammelte Daten als Zukunftsmotor

18. November 2011, 09:18
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IBM-Forscher Nusser: Informationen wichtig für besseres Ressourcenmanagement

Daten sind heute der Treibstoff der von Dienstleistungen dominierten Wirtschaft, aber auch von großen gesellschaftsrelevanten Entwicklungen. Das Sammeln von Daten ist daher für den Wirtschaftsinformatiker Stefan Nusser die unerlässliche Voraussetzung für unsere Zukunftsgestaltung. Der Schutz der Privatsphäre sei dabei zwar wichtig. Wer einen für sich erkennbaren Gegenwert dafür bekomme, sei aber auch immer häufiger bereit, seine Daten herzugeben.

Services Research

Nusser ist Direktor am IBM Forschungszentrum Almaden in San Jose, Spezialgebiet Services Research. Eigentlich hatte der Österreicher 1997 nur zwei Jahre Forschungsaufenthalt dort geplant. Mittlerweile sind es fast 15 Jahre. Am Donnerstag weilte er als Gastredner des WU Competence Day an seiner Alma Mater. Zuletzt erregte sein Team Aufmerksamkeit mit Smart Traveller, Prototyp eines Verkehrsvorhersagetools, das die Routen von Autofahrern erlernt und sie rechtzeitig vor Staus warnt. "Das ist auch ein Beispiel dafür, dass Unternehmen wie etwa ein Straßenbetreiber künftig nicht nur Infrastruktur anbietet, sondern auch mithilfe des sogenannten Internets der Dinge Beziehungen zu seinen Kunden, also den Autofahrern aufbaut", sagt Nusser.

Internet der Dinge

Über das Internet der Dinge sollen bis 2020 Sensoren in 50 Milliarden Geräten Daten weltweit miteinander austauschen. Die gesammelten Informationen sollen dabei etwa helfen, durch besseres Ressourcenmanagement Strom oder Wasser sparen zu helfen. "Wir stehen da erst am Anfang", sagt der Wissenschafter, auch aus gesellschaftlicher Sicht ist noch viel drin." Noch wichtiger werden Daten für DeepQA-Systeme wie IBMs Superhirn Watson. Sie sollen helfen, aus der unüberschaubaren Menge unstrukturierter Daten, Erkenntnisse zu erzielen. Jede noch so kleine Information leiste einen Beitrag. Womit wir wieder beim Grund sind, warum Nusser Datensammeln für wichtig hält. (kat/DER STANDARD Printausgabe, 18. November 2011) 

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